Forschungsvorhaben Den Status „gesund“ im Blut messbar machen?

Zukünftig möchte die Medizin in immer stärkerem Maß präventiv tätig werden. Daher werden Messmethoden, die eine Veränderung von „gesund“ zu „krank“ anzeigen, immer wichtiger für Wissenschaftler. Die Europäische Union (EU) fördert jetzt ein Forschungsprojekt, bei dem Biomarker erforscht werden sollen, die den Status „gesund“ messbar machen. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Forschenden in etwa drei Jahren.

Biomarker im Blut.
Wissenschaftler wollen den Status „gesund“ oder „krank“ im Blut messbar machen können.Mailthepic, Dreamstime.com

In der Medizin gibt es heute viele so genannte Biomarker. Dabei handelt es sich um bestimmte Messwerte im Blut, die eine Erkrankung anzeigen können. Diese Biomarker sind sehr wichtig für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte um den Erfolg einer Therapie zu bewerten. Ein Beispiel hierfür ist der HbA1c Wert, der anzeigt wie gut ein Diabetiker eingestellt ist. Leider liegen solche Biomarker bisher nur für Erkrankungen vor, nicht aber für Gesundheit. Gerade für Vorsorgeuntersuchungen oder Programme zur Lebensstiländerung würden sich präventiv tätige Medizinerinnen und Mediziner aber solche Messinstrumente wünschen. Messmehtoden, die eine Veränderung von „gesund“ zu „krank“ anzeigen, wären dafür notwendig.

Zustand „Gesund“: Körperzellen mit allen Bakterien im Einklang

Die Europäische Union (EU) fördert jetzt mit einer Million Euro ein Projekt unter Leitung des Kieler Mediziners Prof. Matthias Laudes, das der Erforschung solcher Messmethoden nachgeht. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir gelernt, dass Gesundheit ein Zustand ist, in dem alle unsere Körperzellen mit allen Bakterien die in uns und auf uns leben im Einklang stehen“, erklärt Matthias Laudes. Ist diese Symbiose gestört, könnten sich Krankheiten wie Diabetes und Darmentzündungen entwickeln. Deshalb suchen die Forschenden jetzt Faktoren, die das gesunde Zusammenleben von uns Menschen mit all unseren Darmbakterien anzeigen, damit diese später als Indikatoren einer gesunden Lebensweise in Präventionsprogrammen genutzt werden können.

Ebenfalls am Projekt beteiligt ist Professorin Karin Schwarz vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde an der Kieler Universität. Neben europäischen Arbeitsgruppen ist an dem Projekt auch eine Wissenschaftlerin aus Kanada beteiligt. Auf diese Weise wollen die Beteiligten untersuchen, ob die neuen Biomarker für Gesundheit geographischen Besonderheiten unterliegen. Erste Ergebnisse erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ungefähr drei Jahren.

Quelle:

idw