Aus 3 mach 1 Entwurf zum Pflegeberufsgesetz offiziell vorgestellt

Bundesgesundheitsminister Gröhe und Bundesfamilienministerin Schwesig haben Ende November einen gemeinsamen Entwurf zur Reform der Pflegeausbildung präsentiert: das Pflegeberufsgesetz.

Gröhe und Schwesig
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Vorstellung des Entwurfs eines Pflegeberufsgesetzes in Berlin.BMG

Ziel der Reform ist, die Qualität der Pflege zu steigern und die Attraktivität des Pflegeberufs zu erhöhen, um die Pflegeausbildung zukunftsfähig zu machen. Die bisherigen Ausbildungen in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege werden weiterentwickelt und zu einem neuen einheitlichen Berufsbild zusammengeführt. Die Ausbildung wird kostenfrei. Mit dem Pflegeberufsgesetz soll dieser wichtige Schritt im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betont, dass wir in Zukunft mehr Pflegekräfte brauchen werden. „Deshalb müssen wir den Zukunftsberuf Pflege jetzt auch zukunftsfähig machen“, so Gröhe. „Mit der Modernisierung der Pflegeberufe gehen wir jetzt einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung der Pflege. Noch nie hatten wir so viele Auszubildende in der Pflege wie heute. Das ist zugleich eine Verpflichtung, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Pflegekräfte ihren Beruf gerne und dauerhaft ausüben. Pflegefachfrauen und -männer bekommen künftig mehr Chancen, sich beruflich weiterzuentwickeln. Das nutzt allen: den Pflegekräften wie den Pflegebedürftigen.“

Quelle:

BMG
  • Rainer Hecht
    Nur durch eine Personalbemessung wird der Beruf wieder attraktiv! Auf Intensivstationen ein Pflegeschlüssel von 1 : 1, sonst 1 : 6.
  • Michael Schanz
    Übrigens: Historie und Intention der generalistischen Pflegeausbildung werden Schwarz auf Weiß in der aktuellen Rechtsdepesche beschrieben.
  • Anna Chmielorz
    Wie soll das gehen? Drei eigenständige Berufsbilder in eines pressen? Das kann die Qualität nicht verbessern. Sparmaßnahme, ja. Das ist es.
    • Christian Hübner
      Es geht eben gerade, weil es keine 3 eigenständigen Berufsbilder sind.
    • Anna Chmielorz
      Nun ja, der Altenpfleger ist nicht qualifiziert für die Kinderkrankenpflege, und andersherum. Beide lernen 3 Jahre und schließen mit einem Examen ab. Wie will man das alles in drei Jahre "Universalausbildung" unterbringen? Wie soll daran nicht die Qualität leiden?
  • Uta Schlei
    Ältere demente Menschen, Säuglinge und Kinder und dann wiederum kranke erwachsene Menschen sind überhaupt nicht zu vergleichen. Ich habe mit allen 3 Kategorien gearbeitet und da gibt es einfach keinen gemeinsamen Nenner. So etwas kann nur von Menschen beschlossen werden die noch nie in dem Beruf gearbeitet haben. Bessere Arbeitsbedingungen und endlich angemessene Löhne sollten das Problem schnell lösen. So wie es vorgesehen ist, werden eine Menge Leute durch die Ausbildung geschleust die am Ende nicht wirklich gut für irgendetwas qualifiziert sind. Echt super wenn es dann in manchen Situationen mal wirklich darauf ankommt. Was die versuchen wird in einer Katastrophe enden.
  • Toni Blum
    Ich frage mich woher die Information hat das so viele wie noch nie in Pflegeberufe einsteigen wollen???
    Eine Steigerung der Qualität der einzelnen Felder ergibt sich meiner Meinung nach nur durch Spezialisierung. Alleine am Gehalt könnte man anfangen das es keine Argumente gibt zwischen Altenheim und Krankenhaus abzuwegen...
    Die Ausbildung frei von Kosten zu stellen ist ein erster Schritt
    dann sollte noch
    1. Der verantwortlichen Praxisanleiter genügend Zeit für die betriebliche Ausbildung der Lehrlinge zu geben.
    2. Dem Schüler selbst mehr Zeit für die Ausbildung geben, ohne ihn zu verheizen weil er nie extra gezählt wird sondern immer voll im Dienst mit eingeplant ist.
    3. Wie meine Vorredner schon schrieben sollte der Pflegeschlüssel angehoben werden und festgesetzt werden 50:50 ist keine Angabe, weil dann 3 Fachkräfte und 3 Hilfskräfte für 100 Bewohner absolut ausreichend wären.
    4. sollten die Pflegekräfte leichter Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen, Förderprogramme und Freistellung vom Dienst müssen möglich sein. Heutzutage kann keiner mit ruhigen Gewissen eine Weiterbildung machen weil es nicht genug Personal gibt um ihn zu ersetzen, eher wird er von der Weiterbildung abdegradiert um zum Dienst zu kommen.
    Es ist noch ein Weiter Weg, aber da muss der Staat endlich mal die Taschen aufmachen...
  • Patrick Pfeufer
    Die "Generalisierung" ist doch bereits Realität, als Gesundheits- und Krankenpfleger kann ich im Altenheimen genauso arbeiten wie im Krankenhaus, und zwar in allen Abteilungen. Mittlerweile arbeiten Altenpflegekräfte in stationären geriatrischen Abteilungen. Also generalisiert arbeiten die Fachkräfte eh schon, nur das in Krankenhäusern ungern Altenpflegekräfte angestellt werden, weil diese weniger Kompetenz in der Behandlungspflege hätten, was so nicht haltbar ist. Die generalisierte Lehre ist schon seit Jahrzehnten ein Thema und es werden immer die gleichen Argumente gegen diese Form der Ausbildung geliefert auch wenn Modellprojekte zeigen, das diese Argumente nicht greifen.
    Deutschland hängt mit seiner Pflege vielen europäischen Ländern weit hinterher, nicht nur was die Ausbildung angeht, sondern auch die Autonomie und Anerkennung von Pflege. Die Niederlande sind ein Beispiel für arbeiten auf Augenhöhe von Ärzten und Pflegekräften, z.B eigenständige Auswahl von Verbandsmitteln, Beratung zu Diabetes in Tandem-Praxen etc.
    Die Generalisierung der Ausbildung muss natürlich entsprechend finanziert und mit fachlichem Inhalt gefüllt sein um zu bestehen, aber dies gilt für jede Ausbildung. An die Ausbildung soll sich noch eine Spezialisierung anschließen, was auch heute schon so ist. Nach den drei Jahren Ausbildung heute bin ich auch keine Intensivfachkraft. Also ist die generalisierte Lehre eine gute Chance die Fachlichkeit und vor allem die Einheitlichkeit fachlichen Wissen zu fördern, so das es weniger zu Grabenkämpfen zwischen Altenpflege, Krankenpflege und Kinder- und Krankenpflegekräften kommt.