Integration und Pflege Pflegehelferausbildung für Flüchtlinge als Aufenthaltssicherung

Der Baden-Württembergische Integrationsminister Manfred Lucha hat vorgeschlagen, Flüchtlingen, die eine einjährige Pflegehelferausbildung absolvieren, einen sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland zu verschaffen. Auf der Konferenz der Integrationsminister in Friedrichshafen wird derzeit darüber beraten.

Pflegehelferausbildung.
Flüchtlinge in der Pflege als Lösung für den Personalmangel und zur Förderung der Integration.Tommyandone/Dreamstime.com

Nach wie vor herrscht chronische Mangelware an Pflegepersonal. Obwohl die Ausbildungszahlen steigen, wird man der wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen nicht Herr. Einen – zugleich integrationsfördernden – Lösungsansatz sieht man darin, Flüchtlinge in der Pflege einzusetzen. Der Baden-Württembergische Integrationsminister Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen) hat nun am vergangenen Dienstag in Stuttgart den Vorschlag geäußert, dass Flüchtlinge, die eine einjährige Pflegehelferausbildung absolvieren, einen sicheren Aufenthaltsstatus bekommen sollen. Auszubildende in Helferberufen sollen während dieser Lehre und einer anschließenden Tätigkeit im Beruf und/ oder bei einer späteren Weiterqualifizierung nicht abgeschoben werden können.

Konferenz der Integrationsminister

Bei der seit gestern stattfindenden Konferenz der Integrationsminister in Friedrichshafen soll bereits ein entsprechender Antrag vorgelegt worden sein. Es wird darüber diskutiert, ob der Plan für alle 16 Bundesländer umgesetzt werden soll. Bislang gilt eine ähnliche Regelung nur für qualifizierte zwei- oder dreijährige Ausbildungsberufe, an die sich eine zweijährige Berufstätigkeit anschließt.

Der Arbeitgeberverband Pflege e.V. steht dem Vorhaben positiv gegenüber: „Endlich mal ein unbürokratischer Vorstoß, den man rundherum nur begrüßen kann. Für viele geeignete Flüchtlinge könnte das ein großer Anreiz sein, schnell in einen zukunftssicheren Beruf in der Altenpflege einzusteigen. Das wäre ein Baustein im Kampf gegen den stark wachsenden Personalbedarf. Und es wäre eine praxisnahe Hilfe beim drängenden Thema Integration von Flüchtlingen.“ Breits im Oktober vergangenen Jahres machte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den Vorschlag, Flüchtlinge in der Pflege einzusetzen. Laut Meinung des DBfK müssen die entsprechenden Qualifikationsanforderungen erfüllt werden – dann mache ein Einsatz von Flüchtlingen in der Pflege Sinn.

Quelle:

presseportal, Arbeitgeberverband Pflege
  • Julia Diemer
    Hilfskräfte bzw Pflegehelfer hat es schon genug.Das Problem es hat nicht genügend 3 jährig Ausgebildete.So profitieren Kliniken von billigeren Arbeitskräften. Ich sehe es etwas kritisch.
    • Dany Ge
      Im Krankenhaus arbeiten in der Regel keine Pflegehelfer
    • Julia Diemer
      So ein Unsinn.Ich arbeite im Krh und natürlich arbeiten dort Pflegehelfer
    • David Thomas Quilitz
      Natürlich arbeiten dort Pflegehelfer.Gut ist, dass z.B. In der Altenpflege durch das Absolvieren des 1. Lehrjahres der Zugang zum 2. Ausbildungsjahr zur Fachkraft geschaffen wird. Darüber kann man ganz gut 'ködern'.
    • Uwe Goldbach
      Dany Ge Können Sie das bitte erläutern?
  • Annette Re
    Wir brauchen examierte PK und keine Helfer, denen man dann Arbeiten der examierten aufdrückt, nur um Kosten zu sparen.
    • David Thomas Quilitz
      Mir wäre nicht bekannt, dass z.B. Behandlungspflegen oder die Planung eines Pflegeprozesses delegierbar sind.Die Fachkraft wird mehr und mehr zu einem Überwachungsorgan, das ist wesentlich kosteneffizienter und ist nichts Neues.
    • Kerstin Jungjohann
      Stimmt sie sind nicht deligierbar...aber nimm doch mal die rosarote Brille ab....es wird gemacht..Natürlich nicht offiziell...und die arme Hilfskraft definiert häufig ihren Wert über diese Tätigkeiten und geht damit ein erhebliches Haftungsrisiko ein!
  • Uwe Goldbach
    "Der Arbeitgeberverband Pflege e.V. steht dem Vorhaben positiv gegenüber: „Endlich mal ein unbürokratischer Vorstoß, den man rundherum nur begrüßen kann. Für viele geeignete Flüchtlinge könnte das ein großer Anreiz sein, schnell in einen zukunftssicheren Beruf in der Altenpflege einzusteigen".--Genau das ist es was die Leute aus der "GESUNDHEITSWIRTSCHAFT" möchten: viele niedrigqualifizierte schlechtbezahlte Mitarbeiter die über die Stationen hetzen- wenige besserverdienende Pflegefachkräfte die vom Schreibtisch aus kontrollieren was "dadraussen geschieht"- Alles in Allem: zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen:1. die Lohnkosten fallen insgesamt!2. der all seits bedrohliche Fachkräftemangel wird erfolgreich eingedämmt!
  • Steffi Bechtold
    Ich dachte viele Flüchtlinge sind traumatisiert?! Und die will man jetzt auf Hilfsbedürftige loslassen...mehr als fragwürdig.Für einen Hilfsbedürftigen ist es denke ich im übrigen schlimm sich mit Hilfspersonal herumzuschlagen anstatt mit gut ausgebildeten Fachkräften. Es kann ja nicht sein, dass auch noch die Kompetenz unter der Misere leidet...
    • Nadine Straßl
      Entschuldige, mal unabhängig von dem Artikel, aber ein Pflegehelfer ist nicht nur Hilfspersonal! Nicht nur DGKS sind was wert und wissen wie man Pflegt.
    • Steffi Bechtold
      Ich sagte nicht, dass sie nichts wert sind aber ich finde eine einjährige Ausbildung ist für eine umfangreiche und gute Versorgung nicht ausreichend. Es geht ja schließlich nicht nur ums pflegen, so wie es beim Putzen ist, das ist meine Meinung.
    • Evelyn Steininger
      Ich schliesse mich da Nadine Straßl an des kanns jetzt echt net sein die gesamte Pflege wär aufgeschmiessen ohne Pflegehelfer!!!!!!Sowas deaf doch net wahr sein!!!!
    • Steffi Bechtold
      Oh man...klar ihr verstehts nicht und steigert euch rein...viel Spass damit. Natürlich kann jeder Pflegehelfer/in eine examierte Krankenschwester ersetzen :-)
    • Nadine Straßl
      Als Pflegehelfer hat man sicher mehr und intensiveren Kontakt zum Klienten als eine DGKS, welche sich um das medizinische kümmert. Es gehört mehr als die Ausbildung dazu um auf jemanden eingehen zu können.
    • Nadine Straßl
      Und pflegen mit putzen zu vergleichen, was soll das. Vergiss den Menschen dahinter nicht, der nicht nur gut versorgt ist, wenn man weitreichendes medizinisches Wissen hat, da gehören noch viel mehr Faktoren dazu.
    • Steffi Bechtold
      jaja...alles gut...ich hab doch gesagt es ist nicht wie beim Putzen...ein-/ausatmen nicht vergessen. Das ist ja der Punkt...ich denke an den Menschen dahinter :-)
    • David Thomas Quilitz
      Dank vorgeschriebenem Fachkraftschlüssel mache ich mir da gar keine Gedanken.Ich habe schon sehr viele PflegehelferInnen kennengelernt, die weitaus mehr Durchblick haben als so manche Fachkraft. Man sollte den Menschen eine Chance geben, eine Sprache kann man lernen (z.B. 1 Jahr Deutschunterricht während der Ausbildung, das ist ausreichend für gute Grundkenntnisse). Ein Mensch der arbeiten will wird sich auch der Aufgabe der Sprachbarriere widmen. Man darf nicht vergessen, dass diese Menschen alle mal ein Leben vor dem Krieg hatten, teilweise mit ausgebildeten Berufen und gutem Schulabschluss!
    • Stephanie Fritsch
      Ich kenne viele junge SyrerInnen, die nach 1 Jahr sehr gut deutsch können, die gerne arbeiten wollen und sehr aufgeschlossen sind. Ich habe Kolleginnen die weitaus schlechter deutsch sprechen ;-) Im Pflegebereich werden Mitarbeiter händeringend gesucht. Und sollten die Menschen zurückkehren, haben sie hier Kompetenzen erworben, die sie in ihrer Heimat nutzen können.
    • Steffi Bechtold
      Wenn die, die gepflegt werden das genauso sehen, ist ja alles wunderbar.
    • Stephanie Fritsch
      Bisher habe ich noch nie erlebt, dass sich Bewohner ausländischen Mitarbeitern gegenüber negativ geäußert hätten. Wer auf Hilfe angewiesen ist, schaut wohl eher auf den Mensch statt auf die Herkunft.
  • Pat Rocka
    Mal wieder kann jeder in die Pflege!! Warum nicht auch mal ins Finanzamt,in die Politik, zur Polizei??? Aber DAHIN geht's wohl nicht,oder !? :-[
  • Kerstin Jungjohann
    Ich bin sprachlos.....und kann mich allem bisher geschriebenen anschliessen.Ich kann gerade alle das was mir durch den Kopf geht nicht in Worte fassen...Ein großer Teil der Flüchtlinge indem Männer in deren Land so was Frauenarbeit ist.....Wer dokumentiert... Haftungsrecht... und und und...Ich habe nicht gegen Flüchtlinge die sich entscheiden in diesmal Land zu leben und in der Pflege zu arbeiten...aber so...
    • David Thomas Quilitz
      Es gibt tatsächlich männliche Pflegekräfte aus dem nahen Osten. Wusstest du vor deiner Ausbildung irgendetwas über Dokumentationspflicht und Haftungsrecht?
    • Kerstin Jungjohann
      David Thomas Quilitz Nein ich wusste nicht wirklich was zu Dokumentation und Haftungsrecht...das war zu meiner Zeit auch nicht nicht so umfangreich...d.h. es gab noch keine Pflegedokumentation sondern lediglich die Kurve.Ich habe mich aber aus freien Stücken für diesen Beruf entschieden und nicht weil man mir versprochen hat das ich dann ein Aufenthaltsrecht in diesem Land bekomme....und ich bezweifle, das sich irgendwer aus der Politik und schon gar nicht aus den Arbeitgeberkreisen darum schert ob diese MA dann ihren Pflichten in Wort und Schrift nachkommen können ....ich sehe ja wie es schon heute teilweise mit MA geht die unserer Sprache nicht mächtig sind...die PFK (sog. Schichtleitung) dokumentiert und übernimmt damit die Verantwortung.Ich habe ja schon geschrieben, das ich nix gegen Ausländischen heute Kollegen..aber nicht so..du willst hier bleiben..okay dann geh hier in die Pflege..
    • David Thomas Quilitz
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so offeriert werden wird.Vor 10 Jahren gab es seitens der Schule einen Eignungstest. Grundzüge der deutschen Sprache, Mathematik, Politik und offene Fragestellungen zur eigenen Meinung. Dies wird heute nicht anders sein.Wie gesagt, man kann diesen Menschen in einem Jahr Ausbildung einiges bieten, z.B. Sprachkenntnisse. Das haben sehr viele migrationshintergründige Arbeitskräfte heute nicht.
    • Kerstin Jungjohann
      die Deutschkenntnisse brauchen sie VOR der Ausbildung!!!!
    • Kerstin Jungjohann
      ..und das man den Flüchtlingen das nicht so direkt anbietet ist mir auch klar...
    • David Thomas Quilitz
      Meinst du die Flüchtlinge kommen hier an und drehen Däumchen????Warum stellst du es dann so dar, wenn dir klar ist, dass dies nicht so direkt angeboten werden wird?
    • Kerstin Jungjohann
      Ich glaube du willst mich falsch verstehen....Ich halte es für beide Seiten einfach für schwierig so mir nichts dir nichts Flüchtlinge in der Pflege zu beschäftigen. und ich bin davon überzeugt, das es nicht nicht klappt ausreichende Deutschkenntnisse in kurzer Zeit zu erlangen....so etwas braucht Zeit für einen Aufgabe in der die Sprachkenntniss in Wort und Schrift unumgänglich ist.Das ist ein langfristiges Projekt, welches gut geplant werden muss...dann kann es sicher funktionieren.
    • Stephanie Fritsch
      Bevor sie arbeiten dürfen müssen sie doch sowieso den integrationskurs abschliessen
    • David Thomas Quilitz
      Und der beinhaltet einen Deutschkurs. Also sind Grundkenntnisse vorhanden.
    • Kerstin Jungjohann
      Ja...Ich wiederhole mich gerne...reichen diese Kenntnisse um eine Rechtssichere Dokumentation zu führen?
    • Stephanie Fritsch
      Das denke ich schon. Die Leute werden ja nicht ohne vorherige Überprüfung der Eignung blind eingestellt
    • David Thomas Quilitz
      Warum auch nicht?Würde ich 2 Jahre lang jeden Tag in Theorie und Praxis eine andere Sprache lernen, dann könnte ich das auch...
    • Kerstin Jungjohann
      Aha....Ich bin da skeptisch.....
  • Zeynep Okey
    Ohgott-.- wie sollen die sich verständigen? Ach ich merke schon ... bringt alles nichts
    • David Thomas Quilitz
      Im Moment stehen Hilfs- und Fachkräfte aus dem EU-Ausland hoch im Kurs. Immerhin würden diese Arbeitskräfte dann eine Schule besuchen, wo sie u.a. auch deutsch lernen können.
    • Kerstin Jungjohann
      Ja...aber gut genug um eine Rechtssichere Dokumentation zu führen?
    • David Thomas Quilitz
      Innerhalb eines Jahres kann es durchaus funktionieren die Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Die Menschen können zu Beginn der Ausbildung dank Integrationskurs bereits so viel deutsch, um sich verständigen zu können.
    • David Thomas Quilitz
      Innerhalb eines Jahres kann es durchaus funktionieren die Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Die Menschen können zu Beginn der Ausbildung dank Integrationskurs bereits so viel deutsch, um sich verständigen zu können.
  • Patrick Pfeufer
    Mit den entsprechenden Sprachkenntnissen ist das grundsätzlich möglich. Ich denke nur die meisten Flüchtlinge beherrschen kaum Deutsch in Wort und Schrift so gut, das eine Ausbildung ohne Probleme möglich ist. Ich sehe in diesem Vorschlag keine Hilfe für Flüchtlinge sondern nur den Stopfen für ein von der Politik verursachtes Loch in der Personalausstattung. Dahinter steht zudem die völlig unfachliche Meinung jeder kann Pflegen! Und warum sollte ein Flüchtling länger in der Pflege bleiben als ein anderer Arbeitnehmer. Die Bedingungen sind ja weiterhin schlecht und vertreiben die Pflegekräfte.
    • David Thomas Quilitz
      Ich hatte in meiner Ausbildung viele Migranten, die haben ihre Prüfungen alle <2,0, also besser, bestanden. Da waren die teilweise sehr einfältigen Deutschen mitunter nur halb so gut. Ich sehe da keinerlei Probleme, da die Schulen im Ausbildungsverlauf durchaus aussortieren, was sich nicht eignet.
  • Alexander Stritz
    Meine lieben Mitlesenden...Der Vorschlag, Arbeitsplätze für Pflegehelfer zu "schaffen", ist sicher eine feine Idee. Allerdings spielt es kaum eine Rolle, wer diese Stellen besetzt.Egal ob Ausländer oder Deutscher... Fakt ist doch folgendes: Diese Stellen werden schlicht und einfach katastrophal vergütet. Ein jeder wünscht sich Würde im Alter bzw. im Pflegefall. Tatsache ist jedoch: Dies ist kaum möglich. Die Pflegebedürftigen sind schlicht und einfach eine Zahl im System. Es geht hier nicht um adäquate Versorgung, sondern um schnöden Kapitalismus. Der tatsächliche Bedarf zählt überhaupt nicht. Es geht schlicht und einfach darum, möglichst wirtschaftlich effizient das "Klientel" abzuarbeiten. Und an dieser Stelle verlangt man von Pflegekräften hingebungsvolle Arbeit. Die Pflegekräfte sollen die Pflegebedürftigen versorgen... sie umziehen, lagern, waschen, füttern, an- & ausziehen, Windeln & Verbände wechseln ... Sogar beim Sterben begleiten und vieles mehr... Dabei wird den Pflegern körperliche Schwerstarbeit abverlangt, sowie eine psychische Belastbarkeit ohne gleichen erwartet und vorausgesetzt.Und was erwartet den Pflegehelfer im Gegenzug?- Bezahlung weit unter dem Bundesdurchschnittsverdienst- Schichtarbeit- Körperliche und psychische SchwerstarbeitBevor man also Flüchtlingen oder wem auch immer solch entsprechende Arbeitsstellen unterbreitet, sollte man viel eher die Attraktivität dieser Arbeit insgesamt steigern.Das bedeutet:- Bessere Bezahlung- Bessere ArbeitsbedingungenUnd das grundsätzlich und ohne Einschränkung für alle Pflegekräfte. Egal ob stationär oder ambulant...Denn eins dürfen wir niemals vergessen... Wir werden alle älter... Ohne Ausnahme.Und irgendwann benötigen wir alle Hilfe...