Laumann zieht Bilanz „Reformen haben Lage der Pflegedürftigen verbessert“

Laut Staatssekretär Laumann und den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung (MDK) könne hinsichtlich der Pflegestärkungsgesetze positive Bilanz gezogen werden: Mehr Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung und die neue Begutachtung komme bei den pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen gut an.

Pflege, Pflegereformen
Die jüngste Pflegereform ist laut Karl-Josef Laumann ein voller Erfolg: Mehr Betroffene erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung.Barabasa, Dreamstime.com

Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, blickt positiv auf die bisherigen Ergebnisse der Pflegestärkungsgesetze: „Ziel der Pflegestärkungsgesetze war und ist es, die Situation der Betroffenen spürbar zu verbessern. Nach den bislang vorliegenden Daten zur Begutachtung ist das offenbar gelungen. Mit einer guten organisatorischen Vorbereitung und großem Engagement haben die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) eine nahezu optimale Systemumstellung ermöglicht.“ Die bisherigen Anstrengungen sollten im Interesse der Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen weiter aufrechterhalten werden. „Die Verbesserungen müssen ganz konkret vor Ort in der familiären und ambulanten Pflege sowie in den Pflegeheimen ankommen“, so Laumann weiter.

Im ersten Quartal 2017 knapp 40.000 Gutachten zusätzlich

Ebenso zog Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS), für die Medizinischen Dienste ein positives Resümee: „Die Umstellung ist gut angelaufen und stößt bei allen Betroffenen auf eine gute Akzeptanz.“ Die Pflegereformen habe erwartungsgemäß zu einem hohen Anstieg der Auftragszahlen geführt: Im ersten Quartal 2017 lagen bei den MDK knapp ein Drittel (31 Prozent) mehr Begutachtungsaufträge vor als im Vorjahreszeitraum.

Der Auftragsanstieg zeichnete sich bereits Ende 2016 ab: Seinerzeit stiegen die Anträge im letzten Quartal um 17,2 Prozent an. Trotz Einarbeitung in das neue Begutachtungssystem konnten im ersten Quartal 2017 knapp 40.000 mehr Gutachten (plus 9,4 Prozent) erstellt werden. Mit einer Vielzahl von organisatorischen und personellen Maßnahmen haben sich die MDK rechtzeitig auf den vorhersehbaren Anstieg vorbereitet, um die Erledigungsdauer so kurz wie möglich zu halten.

Der Leistungsumfang nach den Pflegereformen hat zugenommen

In den ersten Monaten dieses Jahres stieg die Bearbeitungsdauer bei nicht fristgebundenen Gutachten auf 6 bis 8 Wochen an. Die Medizinischen Dienste gehen allerdings davon aus, dass sich die Erledigungsdauer bereits nach dem Sommer zunehmend wieder im normalen Rahmen bewegen wird.

Bezüglich der Zuordnung in die neuen Pflegegrade zeigt sich, dass mehr Menschen die neuen Pflegegrade 4 und 5 erhalten als dies bei der bisherigen Pflegestufe 3 der Fall war. Ferner sind deutliche Zuwächse im neuen Pflegegrad 1 zu verzeichnen, den es im alten System gar nicht gab. Es steige also nicht nur die Zahl der Leistungsberechtigten, sondern auch der ihnen zustehende Leistungsumfang – so das Fazit von Laumann und den Medizinischen Diensten.

Quelle:

patientenbeauftragter.de