Kampf gegen Krankenhauskeime Präventionsprojekt AHOI präsentiert Hygiene-Ergebnisse

Mit dem Projekt "AHOI - Patient im Boot" soll erzielt werden, dass die Hygieneprävention in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verbessert und die Infektion mit multiresistenten Keimen verhindert werden. Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU), Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, fördert seit rund einem Jahr das Projekt der Universitätsmedizin Greifswald und zieht erste Bilanz.

Laumann, AHOI
Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, würdigte das Infektionsschutzprogramm der Uni Greifswald.Olaf Kosinsky, Wikimedia Commons

Erste Ergebnisse wurden am 1. Juni in Berlin von den Projektpartnern vor Abgeordneten und Experten vorgestellt. Staatssekretär Laumann lobte den innovativen Ansatz von AHOI: „Bisher standen beim Kampf für mehr Hygiene vor allem die Mitarbeiter der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen im Fokus. Mit AHOI werden erstmals auch Patienten, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu aktiven Partnern bei der Vermeidung von Krankenhausinfektionen.“

Sie würden zum Beispiel über Hygienestandards aufgeklärt und ermuntert, sich an deren Umsetzung zu beteiligen, so Laumann. „Das Personal wiederum erhält spezielle Schulungen, wie Pflegebedürftige und Patienten mit den Hygienemaßnahmen vertraut gemacht werden können. Außerdem lernen die Beschäftigten, wie man konstruktiv mit Rückmeldungen umgeht. Dieser Ansatz ist aus meiner Sicht vielversprechend, um Infektionen mit multiresistenten Erregern zu verhindern und das Personal zu entlasten.“

Laut AHOI ist ein Drittel der Infektionen vermeidbar

Infektionen gehören zu den häufigsten Komplikationen medizinischer Behandlungen. Schätzungen zufolge sind in Deutschland jedes Jahr 400.000 bis 600.000 Menschen davon betroffen. Etwa 10.000 bis 15.000 Menschen verlieren dadurch ihr Leben. Infektionen mit multiresistenten Erregern sind dabei besonders schwer behandelbar. „Die Dimension des Problems zeigt, wie wichtig Hygiene und ein effektiver Infektionsschutz sind“, sagt Laumann.

„Experten gehen davon aus, dass ungefähr ein Drittel der Infektionen bei medizinischen Behandlungen vermeidbar wären. AHOI kann hier einen ganz wichtigen Beitrag leisten, den Menschen viel Leid und Schmerz zu ersparen. Darum unterstütze ich die Projektpartner aus voller Überzeugung“, so der Staatssekretär. Die beteiligten Partner am Projekt AHOI sind die Universitätsmedizin Greifswald, das Institut für Hygiene und Umweltmedizin, die Klinik und Poliklinik für Chirurgie gemeinsam mit der Paul-Leopold-Friedrich-Arbeitsgruppe und weiteren.

Quelle:

patientenbeauftragter.de