Serviceroboter als Unterstützung im Alltag.
Mit dem Projekt „RoPHa“ soll ein robotisches Hilfsmittel für ältere und pflegebedürftige Menschen entstehen.Mike_kiev/Dreamstime.com

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland ist die Unterstützung älterer und pflegebedürftiger Menschen ein wichtiges Einsatzfeld von Service- und Assistenzrobotern. Dafür ist es entscheidend, dass der Roboter nicht nur informatorisch, sondern auch aktiv bei alltäglichen Aufgaben im privaten Alltag unterstützen kann.

Im Forschungsinteresse stehen im neuen Projekt »RoPHa – Robuste Perzeption für die interaktive Unterstützung älterer Nutzer bei Handhabungsaufgaben im häuslichen Umfeld« deshalb Aufgaben, die aufgrund altersbedingter Krankheiten, Muskelschwäche oder unbeabsichtigter Bewegungen häufig schwerfallen. So soll ein auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnittenes robotisches Hilfsmittel entstehen, das die Selbstständigkeit im Alltag deutlich verbessert. Das Projekt steht unter der Koordination des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) mit den Partner Roboception, Artiminds und der Universität Bremen. Gefördert wird es von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Interaktive Informationsbereitstellung

Für gesunde Menschen ist das zielgerichtete Agieren im häuslichen Umfeld problemlos, weil sie ihre Umgebung umfassend wahrnehmen und deuten und ihre Handlungen auf beliebige geplante Aktionen hin ausrichten können. Für Serviceroboter hingegen ist dies eine Herausforderung. Die Informationen über private Lebensräume sind komplex und ändern sich oft dynamisch. Sie können unscharf, unvollständig oder gar widersprüchlich sein, was eine korrekte Aufgabenausführung erschwert. Deshalb verfolgen die Projektpartner den Ansatz, dass der Mensch mit dem Roboter interagiert und durch Sprachkommandos weitere Informationen bereitstellt. Diese soll der Serviceroboter verstehen und in angemessene Aktionen umsetzen können.

Serviceroboter unterstützt beim Essen

Die (weiter-)entwickelten Technologien zur Wahrnehmung und Handhabung bei Servicerobotern setzen die Projektpartner für ein Anwendungsszenario ein, bei dem der sogenannte Care-O-bot® 4 einer hilfsbedürftigen Person mundgerecht Speisen und Getränke bereitstellt. Dabei soll der Roboter das Essen zunächst aus der Küche an den Tisch bringen. Diesen sowie auch die dort sitzende Person und alle darauf befindlichen Objekte hat er kontinuierlich über seine Sensoren »im Blick«.

Die Person kann nun über Sprachkommandos oder ein Touchpad-Interface Aufforderungen mitteilen: wie »Reiche mir das Glas« oder »Führe die Gabel zu meinem Mund«. Sowohl über das Touchpad als auch über Zeigegesten erfährt der Roboter, welche Objekte oder Bissen die Person gerade wünscht. Fehlen ihm Informationen, erfragt er diese. Anhand dieses Szenarios möchten die Projektpartner zeigen, dass mit den entstehenden Technologien eine intuitive, sichere und robuste wahrnehmungsgesteuerte Ausführung auch von Manipulationsaufgaben möglich wird, die Menschen auf natürliche Art und möglicherweise auch vage formulieren.

Quelle:

idw