Allianz für Gesundheitskompetenz Unser Gesundheitswissen muss verbessert werden

Heute wurde von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und 14 weiteren Partner die Gründung der "Allianz für Gesundheitskompetenz" unterzeichnet. Ziel ist es, das Gesundheitswissen der Bevölkerung und von Menschen mit Gesundheitsberufen gezielt zu steigern, indem mehr Gesundheitsinformationen angeboten und die Gesundheitsbildung gefördert werden.

Die Unterzeichner der  "Allianz für Gesundheitskompetenz".
Die Unterzeichner der „Allianz für Gesundheitskompetenz“.BMG/Thomas Imo (photothek)

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (rund 54 Prozent) verfügen nur über eine „eingeschränkte Gesundheitskompetenz“, heißt es laut einer akutellen Studie. Damit verbunden sind Schwierigkeiten, gesundheitsbezogene Informationen ausfindig zu machen und sie richtig bewerten zu können, um sie für eine gesunde Lebensweise oder zur Krankheitsbewältigung nutzen zu können. Eine bessere Gesundheitskompetenz würde sich auch für das Gemeinwesen deutlich auszahlen: Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation entstehen drei bis fünf Prozent der Gesundheitsausgaben allein durch eine unzureichende Gesundheitskompetenz – für Deutschland bedeutet dies etwa 9 bis 15 Milliarden Euro.

Angestoßen durch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verpflichten sich die Partner der „Allianz für Gesundheitskompetenz“ mit einer gemeinsamen Erklärung, in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitswissens zu entwickeln und umzusetzen. Die wichtigsten Handlungsfelder sind die Verbesserung der Gesundheitsbildung, gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen, vor allem auch im Internet sowie mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch, aber auch in allen anderen Gesundheitsberufen. „Mit der gemeinsamen Erklärung geben wir heute den Startschuss für die Stärkung des Gesundheitswissens in Deutschland“, erklärt Gröhe.

Gesundheitskompetenz sollte schon im Kindesalter beginnen

Auch die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt das Vorhaben und erklärt, dass vor allem auch Patienten dazu beitragen können: „Gesundheitskompetenz ist mehr, als das Wissen über eine gesunde Lebensführung. Gesundheitskompetenz ist also der Beitrag, den Patienten leisten können, um dem Idealbild des Patient-Arzt-Verhältnis nahezukommen. Voraussetzung dafür ist, dass wir den Menschen die Möglichkeiten geben, sich diese Kompetenzen anzueignen. Wir unterstützen deshalb die heute vorgestellten Ziele der unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums gegründeten Allianz für Gesundheitskompetenz und bringen uns in die Umsetzung ein“, so der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery.

Laut ihm muss Gesundheitskompetenz schon früh ansetzen. Daher unterstützen schon jetzt mehrere Landesärztekammern den gesundheitlichen Unterricht und die damit verbundenen Programme in Schulen. „Wir müssen Gesundheit und gesundheitliche Kompetenzen im Kindes- und Jugendalter fördern, damit Kinder und Jugendliche körperliche und seelische Prozesse besser verstehen können und zu einer gesunden Lebensführung motiviert werden. Wir haben herausgearbeitet, was dafür notwendig ist“, so Montgomery weiter. So sollten beispielsweise gesundheitsrelevante Themen in die Ausbildung von Lehrern und in die schulischen Lehrpläne aufgenommen und etwa ein eigenes Schulfach „Gesundheit“ etabliert werden.

Neben dem Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit und der Bundesärztekammer sind auch der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR), die Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörige e.V., die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Bundeszahnärztekammer und viele weitere Vereinigungen unter den Partnern.

Quelle:

BMG, BÄK