Vereinbarungen des Entlassmanagements.
Für die Weiterversorgung des Patienten nach dem Klinikaufenthalt werden Entlasspläne erstellt.Olesia Bilkei/Dreamstime.com

Nach der stationären Behandlung im Krankenhaus mussten sich Patienten oftmals fragen, wie es mit der Weiterbehandlung weitergeht, wie sie zurecht kommen würden oder was sie tun sollen, wenn sie Schmerzen haben. Auch Arzneimittel durften nur zum Wochenende für bis zu drei Tagen mitgegeben werden, oftmals ohne Beipackzettel und lose. Gerade für ältere Patienten, die mehr als ein Medikament einnehmen, bestand das Risiko der falschen Einnahme. Derartige Versorgungslücken nach dem Klinikaufenthalt sowie der Drehtür-Effekt sollen nun mit dem Entlassmanagement der Vergangenheit angehören.

Reibungslose Anschlussversorgung nach Klinikaufenthalt

Seit gestern, dem 01. Oktober, gelten für alle deutschen Krankenhäuser die Vereinbarungen, die im Rahmen des Entlassmanagements geregelt werden. Zwar war ein strukturiertes Entlassmanagement für die meisten Krankenhäuser ohnehin schon selbstverständlich, betonte die Vorstandsvorsitzende des vdek Ulrike Elsner, doch nun ist die Umsetzung nach bestimmten Vorgaben für alle Krankenhäuser verbindlich.

Frühzeitig müssen die Kliniken bei Bedarf für eine Anschlussversorgung der Patienten sorgen und ggf. die Organisation und Koordination übernehmen. Dazu müssen sie Entlasspläne erstellen und können zudem Medikamente und häusliche Pflege verordnen. Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen bieten dazu Unterstützung an und können zwischen Klinik  und niedergelassenen Ärzten vermitteln. Zudem stellen sie Pflegeberater bereit. Auch Krankschreibungen für bis zu sieben Tage können Kliniken nun ausstellen, sodass der entlassene Klinikpatient nicht lediglich für eine AU-Bescheinigung zum Arzt gehen muss.

Langer Weg bis zur tatsächlichen Umsetzung

Mit dem Entlassmanagement werden die Vorgaben des GKV-Versorgungsstärkungsgesetz umgesetzt. Die Vereinbarungen finden zwischen dem GKV-Spitzenverband, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sowie der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) statt. Bevor das Entlassmanagement nun endgültig in Kraft getreten ist, gab es allerdings viel Streit um die Vereinbarungen. Nachdem das Entlassmanagement bereits im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes beschlossen wurde, mussten sich die Parteien zunächst über die genauen Vereinbarungen einig werden. Diese wurden mithilfe eines Bundesschiedsamtes im Oktober 2016 verabschiedet. Ursprünglich stand der geplanten Umsetzung im Juli 2017 also nichts mehr im Wege. Allerdings hatte die DKG Klage eingelegt, da sie einige Punkte der Vereinbarung für rechtswidrig hielt. Nachdem die Streitpunkte geklärt wurden, hat die DKG ihre Klage zurückgezogen und die endgültige Umsetzung des Entlassmangements wurde auf den 01.Oktober 2017 gesetzt.

Quelle:

vdek