Arbeitszeit als Schwerpunktthema.
Die Hauptversammlung fordert, das Thema Arbeitszeit im Krankenhaus als Schwerpunktthema auf die Agenda der Gewerbeaufsicht nehmen.George Hodan

Am Samstag fand die 132. Hauptversammlung des Marburger Bundes (MB) in Berlin statt. Dabei kam das Thema Höchstarbeitszeitgrenzen und Ruhezeiten für Ärzte auf den Tisch – Forderungen seitens der Arbeitgeberverbände diesbezügliche Regelungen aufzuweichen, wurden von dem Marburger Bund kritisiert.

Verstöße gegen Arbeitsschutz ahnden

Rudolf Henke, erster Vorsitzende des Verbandes der angestellten und beamteten Ärzte und Ärztinnen, erklärte dazu: „Wer die Unterbrechung von Ruhezeiten über das bestehende gesetzlich geregelte Maß hinaus für zulässig erachtet, kennt die einschlägigen arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen nicht – oder will sie ignorieren.“ Die tariflichen Regelungen dienen dem Schutz der Ärzte und dürften daher nicht aufgeweicht werden.

Der Marburger Bund fordert vielmehr Gegenteiliges: Es sei notwendig, die Einhaltung der Arbeitsbedingungen für Ärzte und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen zu überwachen. Derartige Kontrollen seien bisher in den Kliniken nicht vorhanden: „Wir fordern deshalb ein konkretes Interventionsrecht für Arbeitnehmerkoalitionen, um staatliche Stellen auch formell über besonders drastische, systematische Verstöße gegen gesetzliche Arbeitszeitbestimmungen in Kenntnis setzen zu können“, so Henke weiter.

Auf der Hauptversammlung appellierte der Verband an die zuständigen Aufsichtsbehörden, dass sie das Thema Arbeitszeit im Krankenhaus als Schwerpunktthema auf die Agenda der Gewerbeaufsicht nehmen und festgestellte Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz ahnden sollen. Auch die Einhaltung des § 5 Arbeitsschutzgesetz sollten die Aufsichtsbehörden in den Blick nehmen und überprüfen, ob die physischen und psychischen Gefährdungsbeurteilungen befolgt werden. „Es ist zwingend erforderlich, dass die Gewerbeaufsicht wieder verstärkt ein Auge auf die Arbeitszeiten im Krankenhaus richtet“, heißt es daher in dem Beschluss der Delegierten.

Quelle:

MB