Das Berufsbild "Physician Assistant" in der Diskussion.
Seit einigen Jahren bildet sich modellhaft das Berufsbild „Physician Assistant“ heraus und soll der ärztlichen Unterstützung und Entlastung dienen.Stokkete, Dreamstime.com

Im Mai 2017 wurden auf dem 120. Deutschen Ärztetag Beschlüsse für die Herausbildung des Berufsbildes „Physician Assistant“ gefasst, welches der Arztentlastung und –unterstützung dienen soll. Befürworter sehen in dem Berufsbild des „Physician Assistant“ eine Weiterentwicklung für die Pflege. Außerdem seien gute Perspektiven für die Berufsentwicklung gegeben und es bestehe die Möglichkeit ein Weiterbildungsstudium anzuschließen.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) schließt sich dieser Meinung nicht an und hat ein Positionspapier herausgebracht, in dem unter anderem folgende Gründe für die Ablehnung des „Physician Assistant“ aufgezählt werden:

  • Die Probleme in der ärztlichen Versorgung liegen überwiegend im ambulanten Bereich und zeigen sich eher als Verteilungsproblem denn als Ärztemangel. Hier sind schon Modelle wie ‚AGnES‘ et al.gescheitert, da sie zu kurz greifen.
  • Die Gleichsetzung des Heilberufes Pflege mit dem eher betriebswirtschaftlich orientierten Beruf Medizinische Fachassistenz bei den Zugangsvoraussetzungen zum Studium zeigt die inhärente Widersprüchlichkeit des Konzeptes. Zudem haben wir bereits jetzt einen bedeutsamen Mangel an Pflegefachpersonen. Der wird sich vermutlich noch verstärken. Es ist deshalb kontraproduktiv, hochqualifizierte Pflegeexperten zu Arztassistenten umzuqualifizieren. Dies ist eine Vergeudung pflegerischer Kompetenz und eine Geringschätzung der Profession Pflege.
  • Zudem könnten etliche der den Physician Assistants zugeordneten Aufgaben bereits heute durch Pflegefachpersonen ausgeführt werden – wenn die Personalausstattung entsprechend angepasst wird.
  • Der vorgeschlagene Bildungsweg lässt die bildungssystemische vertikale und horizontale Anschlussfähigkeit vermissen. Sollten Ärztinnen und Ärzte tatsächlich einen akademisch qualifizierten Assistenzberuf benötigen, wäre ein Studium Bachelor of Medicine, dessen Abschluss anschlussfähig zur Arztausbildung ist, zielführender.

 

 

Quelle:

DBfK