Beson­ders vie­le Ver­dachts­fäl­le ver­zeich­net die Kran­ken­kas­se im chir­ur­gi­schen Bereich. Hier wur­den der Kran­ken­kas­se 1.204 Fäl­le gemel­det. Auf Platz zwei lan­de­ten die Zahn­me­di­zi­ner mit 387 Ver­dachts­fäl­len, gefolgt von den Ortho­pä­den (194 Ver­dachts­fäl­le) und den All­ge­mein­me­di­zi­nern (192 Ver­dachts­fäl­le). Im ver­gan­ge­nen Jahr hat die 14 Mil­lio­nen Euro für die Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft von Ärz­ten und Kli­ni­ken für die Fol­ge­kos­ten von Falsch­be­hand­lun­gen zurückgefordert.

Schicksal oder ?

„Längst nicht jeder Ver­dachts­fall ent­puppt sich tat­säch­lich als Feh­ler. Oft­mals han­delt es sich um einen schick­sal­haf­ten Ver­lauf, wobei der Unter­schied für den Pati­en­ten nur schwer erkenn­bar ist“, so Chris­ti­an Sol­tau, Medi­zin­rechts­ex­per­te bei der . „Gleich­zei­tig gehen wir davon aus, dass hin­ter den gemel­de­ten Fäl­len auch noch eine Dun­kel­zif­fer liegt. Etwa weil vie­le nicht wis­sen, an wen sie sich wen­den können.“

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Pati­en­ten, die ver­mu­ten, dass ihrem Arzt Feh­ler unter­lau­fen sind, soll­ten ihn zunächst direkt dar­auf anspre­chen. Soll­te sich der Ver­dacht erhär­ten, kann die Kran­ken­kas­se medi­zi­ni­sche Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten erstel­len las­sen. Die­se sind für die Ver­si­cher­ten in der Regel kos­ten­frei und kön­nen von ihnen auch für Scha­dens­er­satz-Ver­hand­lun­gen mit dem Arzt, dem Kran­ken­haus, der zustän­di­gen Haft­pflicht­ver­si­che­rung oder vor Gericht genutzt wer­den. Beschrei­tet die TK den Kla­ge­weg, über­nimmt sie für den Ver­si­cher­ten die Vor­rei­ter­rol­le im gericht­li­chen Ver­fah­ren. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat die TK in 1460 Fäl­len Gut­ach­ten­auf­trä­ge erstellt. 68 Fäl­le wur­den vor Gericht verhandelt.

TK: Die Gerichtsverfahren müssen schneller abgewickelt werden

„Lei­der ist die Ver­fah­rens­dau­er in der Regel viel zu lang. In schwe­ren Fäl­len kön­nen Ver­si­cher­te nach einem nicht mehr arbei­ten und sind in ihrer finan­zi­el­len Exis­tenz bedroht“, erklärt Sol­tau. Den­noch müss­ten die Betrof­fe­nen häu­fig meh­re­re Jah­re war­ten, bis klar ist, ob sie Scha­dens­er­satz erhal­ten. Teil­wei­se dau­er­ten die Ver­fah­ren zehn Jah­re oder län­ger. „Sie müs­sen viel schnel­ler abge­wi­ckelt und die Betrof­fe­nen früh­zei­tig ent­schä­digt wer­den. Dafür müss­ten die Land­ge­rich­te mehr Spe­zi­al­kam­mern für arzt­haf­tungs­recht­li­che Fra­gen ein­rich­ten“, so der Medi­zin­rechts­ex­per­te. Zudem müss­ten Ver­zö­ge­rungs­tak­ti­ken sei­tens der Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen ver­hin­dert werden.