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Adipositas
Hier wäre sicher noch Platz für lecker Essen!?Bild: kalhh / Pixabay

Fakt 1: Überge­wicht wächst sich nicht aus

Nach einer Studie des Robert-Koch-Insti­tuts von 2017 sind in Deutsch­land 1 Prozent der Jungen und 3,2 Prozent der Mädchen im Alter zwischen drei und sechs Jahren adipös. Im Schul­al­ter steigt der Anteil auf 8,7 Prozent der Jungen und 7,2 Prozent der Mädchen. Adipo­si­tas hat bereits im Kindes­al­ter negative Auswir­kun­gen auf die Gesund­heit und kann viele Krank­hei­ten nach sich ziehen:

  • Diabe­tes Typ 2
  • Bluthoch­druck
  • Herzin­farkt
  • Hüft‑, Knie- und Rückenbeschwerden
  • Fettstoff­wech­sel­stö­run­gen
  • Leber­ver­fet­tung
  • Atemnot
  • Störun­gen des Hormonhaushalts

Abgese­hen davon werden überge­wich­tige und Kinder mit Adipo­si­tas häufig zur Zielscheibe für Hänse­leien und Vorur­teile. Diese Art der Ausgren­zung ist sehr belas­tend und kann zu Depres­sio­nen und Essstö­run­gen führen.

Natür­lich ist nicht jedes Kind mit leich­tem Überge­wicht direkt auf dem Weg zur Adipo­si­tas. Es kann aber sinnvoll sein, das Gespräch mit einem Kinder­arzt suchen. Dieser kann mit Hilfe des für Kinder angepass­ten BMIs Überge­wicht oder Adipo­si­tas diagnos­ti­zie­ren und geeig­nete Thera­pie­mög­lich­kei­ten empfehlen.

Fakt 2: Gewohn­hei­ten werden in der Kindheit geschaffen

Ob Bewegungs- oder Ernäh­rungs­ver­hal­ten: Beides wird selten bewusst entschie­den, sondern ist eine Frage von Gewohn­hei­ten. Deshalb ist es am einfachs­ten, bereits in der Kindheit gute Gewohn­hei­ten aufzu­bauen – umso leich­ter lassen sie sich für den Rest des Lebens aufrechterhalten.

Die Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion empfiehlt für Kinder und Jugend­li­che mindes­tens 60 Minuten leichte bis anstren­gende körper­li­che Aktivi­tät – das können Schwim­men oder Radfah­ren sein, aber auch Zufußgehen.

Viele Kinder haben Spaß an Sport in der Gruppe. Manche brauchen etwas länger, um eine Aktivi­tät zu finden, die ihnen Spaß macht – am besten möglichst viel ausprobieren.

Ernäh­rungs­vor­lie­ben sind zum Teil genetisch bestimmt. Manche Menschen lieben Schoko­lade, andere Pizza, wieder andere sind Salat­fans. Für Kinder mit einer angebo­re­nen Vorliebe für Fetti­ges und Süßes heißt das aber nicht, dass sie unwei­ger­lich überge­wich­tig werden und unter Adipo­si­tas leiden müssen.

Durch gute Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten kann man dem Einfluss der Gene entge­gen­wir­ken. Die Deutsche Gesell­schaft für Ernäh­rung (DGE) empfiehlt täglich mindes­tens fünf Portio­nen Gemüse sowie wenig Zucker und Salz. https://www.dge.de/index.php?id=52

Fakt 3: Eltern sind Vorbilder

Eltern können viel tun, um ihren Kindern von Anfang an gesunde Gewohn­hei­ten vorzu­le­ben. Freizeit­ak­ti­vi­tä­ten wie gemein­same Wande­run­gen, Radtou­ren oder Ballspiele bringen spiele­risch mehr Bewegung ins Wochen­ende. Auch im Alltag sollte man versu­chen – falls möglich – Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen.

Bei der Ernäh­rung können Eltern ebenfalls Vorbild sein. Wählen Sie öfter frische Lebens­mit­tel, kochen Sie selbst gemein­sam mit den Kindern und etablie­ren Sie gemein­same Mahlzei­ten ohne Fernse­her oder Handy. Snacks müssen nicht immer Chips oder Schoko­lade sein: Auch Obst wie Manda­ri­nen, Trauben oder Kirschen sind süß und eignen sich als Nasche­rei zwischendurch.

Medien­kon­sum, sei es Fernse­hen, Handy oder Compu­ter, stehen im Zusam­men­hang mit Überge­wicht bei Kindern: Der häufige Konsum von elektro­ni­schen Medien ersetzt soziale Kontakte und blockiert Zeit, die sonst mit bewegungs­in­ten­si­ve­ren Freizeit­ak­ti­vi­tä­ten gefüllt werden könnte.

Es kann sinnvoll sein, mit den Kindern Obergren­zen für Fernse­hen oder Inter­net festzu­le­gen. Die Einhal­tung dieser Regeln funktio­niert natür­lich am besten, wenn alle Famili­en­mit­glie­der sich danach richten.

Fakt 4: Emotio­na­les Essen ist gefährlich

Die Tafel Schoko­lade für das traurige Kind, das süße Obstmus für ein weinen­des Baby – so gut das auch gemeint ist, so schlecht ist es langfris­tig. Denn so schafft man für das Kind die Verbin­dung zwischen schlech­ten Gefüh­len und Süßigkeiten.

Kinder, die von Anfang an lernen, unange­nehme Gefühle mit Essen zu kontrol­lie­ren, haben im Erwach­se­nen­al­ter Probleme, sich das emotio­nale Essen wieder abzuge­wöh­nen. Nach Angaben der Kranken­kasse IKK classic sind bis zu 30 Prozent der Deutschen emotio­nale Esser.

Das Problem dabei: Einmal etabliert ist dieses Verhal­tens­mus­ter nur sehr schwer zu ändern. So kommt es nicht nur zu Überge­wicht, sondern oft auch zu Schuld­ge­füh­len, da die Betrof­fe­nen sich oft vorneh­men, anders zu essen, dies aber aufgrund des psycho­lo­gi­schen Drucks nicht schaffen.

Am besten ist es daher, das Muster gar nicht erst entste­hen zu lassen. Essen darf Genuss sein, sollte aber nicht als Trost oder Beloh­nung etabliert werden. Auch Rituale wie „einmal in der Woche ein Stück Kuchen“ machen Süßig­keit zu etwas ganz Besonderem.

Eltern sollten beson­ders darauf achten, auch Gewohn­hei­ten wie Nikotin- und Alkohol­kon­sum zum Stress­ab­bau nicht vorzuleben.

Fakt 5: Das Umfeld ist entscheidend

Nicht nur das Eltern­haus spielt eine Rolle, auch das Umfeld. Ein großer Faktor ist die Werbung. Viele Lebens­mit­tel werden spezi­ell für Kinder konzi­piert und vermark­tet. Oft werden in der Werbung die wertvol­len Inhalts­stoffe hervor­ge­ho­ben oder die gute Qualität.

So versu­chen Herstel­ler davon abzulen­ken, dass es sich bei ihren Produk­ten eben nicht um Grund­nah­rungs­mit­tel, sondern um Süßig­kei­ten handelt.

So wurde zum Beispiel ein Kinder­jo­ghurt mit sehr hohem Zucker­an­teil in den 80er Jahren mit dem Slogan „So wertvoll wie ein kleines Steak“ angepriesen.

Weitere Takti­ken sind ein vernied­li­chen­des Produkt­de­sign wie Wurst in Tierform oder eine kindge­rechte Darstel­lung des Lebens­mit­tels in der Werbung, zum Beispiel tanzende Bonbons mit Armen und Beinen.

Für viele Familien ist jedoch auch Conve­ni­ence ein Faktor. Viele Artikel – so auch dieser – empfeh­len selbst zuberei­te­tes Essen aus frischen Zutaten. Das dauert jedoch länger als ein Fertig­ge­richt aus der Mikro­welle. Wer Kochen als aufwän­dig empfin­det, sollte sich langsam umstel­len: Schon ein oder zwei selbst gekochte Gerichte pro Woche helfen der Gesund­heit – und Übung macht den Meister. Adipo­si­tas – adé!