Fakt #1 – Symptome

Keuch­hus­ten nennt man auch Per­tus­sis, latei­nisch für „star­ker Hus­ten“. Im Ver­lauf der Krank­heit kommt es zu typi­schen stak­ka­to­ar­ti­gen Hus­ten­at­ta­cken, daher der Name Keuch­hus­ten. Die Krank­heit durch­läuft klas­si­scher­wei­se drei Sta­di­en. Im ers­ten Sta­di­um, das eine bis zwei Wochen dau­ert, hat man grip­pe­ähn­li­che Sym­pto­me. Erst im zwei­ten Sta­di­um fol­gen die cha­rak­te­ris­ti­schen Hus­ten­an­fäl­le mit her­aus­ge­streck­ter Zun­ge und gla­si­gem Schleim. Die­se Pha­se kann zwei bis sechs Wochen dau­ern. Im drit­ten Sta­di­um neh­men die Hus­ten­an­fäl­le lang­sam ab, es kann drei bis sechs Wochen dau­ern. Wegen der lan­gen Krank­heits­dau­er spricht man auch von „100-Tage-Hus­ten“. Säug­lin­ge sind von Keuch­hus­ten beson­ders gefähr­det, bei ihnen kann der Hus­ten zu Atem­still­stand füh­ren.

Fakt #2 – Diagnose

Der Arzt muss bei sei­ner Dia­gno­se klä­ren, ob es sich wirk­lich um Keuch­hus­ten und nicht etwa um Tuber­ku­lo­se oder Bron­chi­al­asth­ma han­delt. Meist wird Keuch­hus­ten erst im zwei­ten Sta­di­um der Krank­heit erkannt, wenn der typi­sche Hus­ten ein­setzt. Der Nach­weis des Erre­gers erfolgt durch einen Abstrich aus dem Nasen-Rachen­raum. Für Keuch­hus­ten ver­ant­wort­lich ist das Bak­te­ri­um Bor­de­tel­la per­tus­sis, des­sen Züch­tung zwecks Nach­weis aber meh­re­re Tage dau­ert. Mit­hil­fe der Poly­me­ra­se-Ket­ten­re­ak­ti­on kann über die DNA des Erre­gers der Nach­weis eben­falls geführt wer­den, was aber erheb­lich teu­rer ist.

Fakt #3 – Therapie

Keuch­hus­ten kann mit Anti­bio­ti­ka behan­delt wer­den, und zwar am bes­ten im ers­ten Sta­di­um. Aber auch im frü­hen zwei­ten Sta­di­um ist die Behand­lung mög­lich. Die Behand­lung mit Anti­bio­ti­ka soll­te län­ger andau­ern als fünf Tage, da die Anste­ckungs­fä­hig­keit auch im zwei­ten Sta­di­um der Krank­heit noch hoch ist. Die Krank­heit wird durch Hus­ten, Nie­sen oder beim Spre­chen über­tra­gen.

Fakt #4 – Impfung

Zur bes­se­ren Pro­phy­la­xe emp­fiehlt die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on beim Robert Koch-Insti­tut (STIKO), sich gegen Keuch­hus­ten imp­fen zu las­sen. Und das mög­lichst schon im Klein­kind­al­ter, aber auch für Erwach­se­ne. Regel­mä­ßi­ge Auf­fri­schun­gen sind ange­ra­ten. Als Reak­ti­on auf die Imp­fung sind grip­pe­ähn­li­che Sym­pto­me mög­lich. Eine Auf­fri­schung alle 10 Jah­re reicht nach neu­es­ten Erkennt­nis­sen nicht aus. In der ehe­ma­li­gen DDR war die Imp­fung gegen Keuch­hus­ten Pflicht.

Fakt #5 – Statistik

Frü­her ver­lief Keuch­hus­ten oft töd­lich für die Betrof­fe­nen, vor allem für Säug­lin­ge. Bevor es die Imp­fung im Jahr 1933 gab, star­ben rund 10.000 Säug­lin­ge in Deutsch­land pro Jahr an Keuch­hus­ten. Die neu­es­ten Zah­len des Robert Koch-Insti­tuts für 2016 sind beun­ru­hi­gend: 22.142 Fäl­le von Keuch­hus­ten ver­zeich­ne­te das Insti­tut für das abge­lau­fe­ne Jahr. Noch im Jahr 2013 – mit Beginn der Mel­de­pflicht – waren es 12.600 Pati­en­ten.