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Blick auf die durch Strahlung verseuchte Stadt Hiroshima 1946.
Die Zerstörungen in Hiroshima, wie sie sich den Soldaten der USS Appalachian am 27.11.1945 darboten.USDOE/Wikimedia Commons

Fakt #1

Die Strahlenbelastung – und zugleich auch Maß für das Strahlenrisiko – wird gemessen in Sievert (Sv). Durch natürliche Strahlung erhält ein Mensch in Deutschland eine Dosis von 2,4 Millisievert pro Jahr. Laut Strahlenschutzverordnung darf noch die Dosis von 1 Millisievert dazu kommen, z.B. durch Röntgen oder durch das Wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Atomkraftwerk. In Notfallsituationen und für Menschen in strahlenexponierten Berufen gelten andere Regeln.

Fakt #2

Die Strahlenkrankheit hängt stark von der empfangenen Strahlendosis ab: Bei geringen Dosen an Strahlung kann es dazu führen, dass man nur geringe Langzeitschäden davonträgt, während eine höhere Strahlendosis den sofortigen Tod herbeiführen kann. Bei mittleren Strahlendosen zeigen sich Symptome nach Stunden oder Tagen, darunter Hautschäden, innere Blutungen und Veränderungen des Blutbilds. Besonders empfindlich auf ionisierende Strahlung reagieren Organe mit einer hohen Zellaustauschrate, wie z.B. die Haut und die Schleimhäute.

Fakt #3

Röntgenstrahlen sind so energiereich, dass sie in der Lage sind, chemische Bindungen aufzubrechen. Wird ein Körper bestrahlt, geht ein geringer Teil der Strahlungsenergie in diesen über. Es kann zu Schäden an der DNA von Zellen kommen, die aber vom Körper meist selbst repariert werden. Eine Höchstanzahl an Röntgenuntersuchungen pro Jahr gibt es nicht, aber es ist dringend angeraten, die Untersuchungen auf das allernötigste Mindestmaß zu beschränken. Zum Festhalten der bisherigen Untersuchungen, ist das Ausfüllen eines Röntgenpasses ratsam.

Fakt #4

Bei der Detonation einer Atombombe wie in Hiroshima (1946) oder bei einer Kraftwerkskatastrophe wie in Tschernobyl (1986) oder Fukushima (2011) werden sogenannte radioaktive Nuklide freigesetzt. Diese zerfallen exponentiell, bei der Halbwertszeit haben sie die Hälfte des anfänglichen Wertes erreicht. Je geringer die Halbwertszeit, umso höher ist die Strahlenaktivität des Stoffes, wie z.B. bei Iod-Isotopen. In Tschernobyl hat das Cäsium-Isotop die Halbwertszeit von 30 Jahren erreicht.

Fakt #5

Eine offizielle Statistik über weltweite Strahlenopfer gibt es nicht. Die diesbezüglichen Angaben schwanken deshalb sehr stark, je nachdem welche Quelle man heranzieht. In Hiroshima wurden nach offiziellen Quellen 140.000 Menschen sofort getötet, viele weitere im späteren Verlauf. In Tschernobyl gehen optimistische Schätzungen von 9.000 Krebstoten aus, während bspw. Greenpeace die Krebstoten auf 93.000 beziffert. Laut Schätzungen der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW sind von den 800.000 Personen, die während und nach der Katastrophe an der Eindämmung des Unglücks beteiligt waren, mittlerweile rund 112.000 gestorben. Bis 2056 müsste mit zusätzlichen 240.000 Krebsfällen gerechnet werden.