Ulcus cruris
Ulcus crurisBild: iStock / Jeronimo Saravia

Meistens liegt dem „offenen Bein“ eine chroni­sche Venen­in­suf­fi­zi­enz zugrunde (Ulcus cruris venosum, CVI). Eine weitere Ursache kann die periphere arteri­elle Verschluss­krank­heit (pAVK) sein, zum Beispiel als Folge einer Arterio­skle­rose (Ulcus cruris arteriosum).

Die Misch­form arteri­el­ler und venöser Grund­er­kran­kun­gen heißt Ulcus cruris mixtum. Auch der diabe­ti­sche Fuß gilt als Form des Ulcus cruris (lat. Ulcus: Geschwür und crus: Unter­schen­kel). Eine konse­quente Thera­pie und Nachbe­hand­lung ist entschei­dend, um Ulcus cruris zu heilen und Rückfäl­len vorzubeugen.

Fakt #1: Nach acht Wochen ist es chronisch!

Ulcus cruris ist eine chroni­sche Wunde. Wunden werden als chronisch bezeich­net, wenn sie auch nach acht Wochen noch keine Heilung zeigen.

Fakt #2: Stelle bekannt, Ursache oft schon erkannt!

Am häufigs­ten tritt die Erkran­kung im Bereich des Unter­schen­kels und des Fußes auf: ein venöses Ulcus typischer­weise an der Innen­seite des Unter­schen­kels oder am äußeren Sprung­ge­lenk, ein arteri­el­les Ulcus meist am Fuß, an der Ferse oder an den Zehen. Ausnah­men sind möglich.

Fakt #3: Gesun­der Lebens­stil ist die beste Vorbeugung!

Ein gesun­der Lebens­stil, Vermei­dung von Überge­wicht und Rauchen und regel­mä­ßige Bewegung ist – wie bei so vielen Erkran­kun­gen – der Schlüs­sel zur Vorbeu­gung. Menschen mit chroni­scher Venen­schwä­che sollten ihre Kompres­si­ons­strümpfe tragen und der S‑L-Regel folgen: „Lieber Liegen und Laufen als Sitzen und Stehen.“

Fakt #4: Warnzei­chen werden nicht ernst genug genommen!

Gefäß­pro­bleme entwi­ckeln sich langsam und werden oft nicht ernst genom­men. Die chroni­sche Wunde entsteht, weil das Gewebe nicht mehr ausrei­chend mit Blut und damit mit Sauer­stoff und Nährstof­fen versorgt wird. Oft werden die Wunden am Anfang vernach­läs­sigt, weil auch die senso­ri­schen Nerven­enden geschä­digt sind und keinen Schmerz melden.

Fakt #5: Optimale Wundver­sor­gung ist die Grund­lage der Therapie!

Heilung von Ulcus cruris ist langwie­rig, aber möglich. Medizi­ne­rIn­nen kombi­nie­ren häufig Behand­lungs­me­tho­den wie Kompres­si­ons­the­ra­pie, Medika­mente und Opera­tion. Grund­lage für den Wundhei­lungs­pro­zess ist eine optimale phasen­ge­rechte Wundver­sor­gung. Sie verläuft in vier Stufen:

Wundspü­lung und Reini­gung, Débri­de­ment (Entfer­nung von abgestor­be­nem oder infizier­tem Gewebe), Wundrand­be­hand­lung und Auswahl des geeig­ne­ten Wundver­ban­des. Spezi­elle Wundauf­la­gen bei Ulcus cruris sorgen für die wichtige Feuch­tig­keits­ba­lance in der Wunde und schüt­zen gleich­zei­tig die umgebene Haut vor Mazerationen.

Jede Wunde hat eine Chance auf Heilung: Online-Seminar

Wissen­schaft und Indus­trie entwi­ckeln stetig fortschritt­li­che Produkte, um den Heilungs­pro­zess chroni­scher oder schwer heilen­der Wunden zu unter­stüt­zen. Von zentra­ler Bedeu­tung ist hier das „Exsud­at­ma­nage­ment“, also das Einstel­len eines optima­len Gehalts an Wundse­kret (Exsudat).

Stark exsudie­rende Wunden müssen mit Wundver­bän­den versorgt werden, die viel überschüs­sige Flüssig­keit aufneh­men, ohne auszu­trock­nen, etwa spezi­elle Super­ab­sor­ber oder Schaumverbände.

Bei tiefen Wunden sorgen Hydro­fa­ser-Wundauf­la­gen durch ihre Gelbil­dung für einen ausge­wo­ge­nen Feuch­tig­keits­ge­halt in der Wunde. Sie schaf­fen somit eine optimale Umgebung für das Abhei­len von Wunden. Silber­io­nen­hal­tige Formu­lie­run­gen bekämp­fen Infek­tio­nen und Biofilm.

Mehr zu den Prinzi­pien einer hydro­ak­ti­ven, phasen­ge­rech­ten Wundver­sor­gung erfah­ren Sie im On Demand Online-Seminar: „Leben mit Wunden – Modul II: Ulcus cruris – erken­nen, behan­deln, vorbeu­gen“ mit Daniel Baum.

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