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Hirntumor
Gehirn­tu­mor im FokusBild: © Dragoscondrea | Dreamstime.com

1. Bösar­tige Tumore kommen selten vor

Rund zwei Drittel aller Tumore im Kopf sind gutar­tig (benigne). Bösar­tige (maligne) Tumore – also krebs­ar­tige – kommen demnach eher selten vor. Es gibt eine Reihe von Klassi­fi­ka­tio­nen, nach denen Tumor­ar­ten einge­ord­net werden können. Die inter­na­tio­nal anerkann­ten Krite­rien zur Bewer­tung von Hirntu­mo­ren wird von der Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) heraus­ge­ge­ben. So lässt sich neben der Art des Tumors (unter­schie­den wird hier die Zellart, aus denen der Tumor erwächst) auch ein WHO-Schwe­re­grad zuordnen:

  • WHO-Grad I: gutar­tig, langsa­mes Tumor­wachs­tum, sehr gut Prognose
  • WHO-Grad II: mögli­che Rezidiv­bil­dung, noch gutar­tig aber Übergang in bösar­tige Tumore möglich
  • WHO-Grad III: bösar­tig, nach der Opera­tion sind Strah­len- und/oder Chemo­the­ra­pie notwendig
  • WHO-Grad IV: sehr bösar­tig, rasches Tumor­wachs­tum, schlechte Prognose

Welchen Schwe­re­grad ein Tumor hat, entschei­det maßgeb­lich über die Behand­lung und die Heilungs­chan­cen. Je bösar­ti­ger und schnel­ler das Tumor­wachs­tum also ist, desto schlech­ter sind die Überle­bens­chan­cen. Zum Grad IV zählt beispiels­weise das Glioblas­tom (siehe unten). Nur ein Drittel der Betrof­fe­nen überle­ben das erste Jahr nach der Diagnose.

2. Die verschie­de­nen Klassen von Hirntumoren

Hirntu­more sind Tumore, die im Bereich des Gehirns oder der Hirnhäute entste­hen. Es handelt sich demnach um eine Erkran­kung des zentra­len Nerven­sys­tems. Zu 95 Prozent betref­fen Krebs­er­kran­kun­gen des zentra­len Nerven­sys­tems das Gehirn. Die restli­chen fünf Prozent entste­hen in den Hirn- und Rücken­marks­häu­ten, Hirnner­ven und dem Rückenmark.

Das Glioblas­tom ist die aggres­sivste Form des Hirntu­mors. Es macht ungefähr die Hälfte aller bösar­ti­gen Hirntu­more aus. Die Tumor­zel­len wachsen extrem schnell und unkon­trol­liert in gesun­des Hirnge­webe hinein. Bis deutli­che Symptome bemerk­bar werden, verge­hen in der Regel nur wenige Wochen.

Das Glioblas­tom zählt zu den primä­ren Hirntu­mo­ren. Sie heißen so, weil sie direkt aus den Zellen des Gehirns entstehen.

Daneben gibt es die sekun­dä­ren Hirntu­more. Sie haben ihren Ursprung in anderen Körper­tei­len und breiten sich über den Blutweg auf das Gehirn aus. Bei ihnen handelt es sich um Metasta­sen anderer Krebs­ar­ten (zum Beispiel Lungen­krebs, Hautkrebs oder Brust­krebs), die somit immer bösar­tig sind.

3. Hirntu­mor = Druck­ge­fühl im Kopf?

Nicht nur bösar­tige Tumore im Kopf können zu schwer­wie­gen­den Proble­men führen. Denn auch gutar­tige Wuche­run­gen wachsen und haben im Schädel keinen Platz, um sich auszubreiten.

Sie üben somit Druck auf das Gehirn aus. Je nach dem wo die Geschwülste im Kopf entste­hen, drücken sie auf unter­schied­li­che Berei­che des Hirns und können so mitun­ter auch lebens­not­wen­dige Körper­funk­tio­nen beeinträchtigen.

Die Reihe an mögli­chen Sympto­men ist deshalb lang. Um nur einige zu nennen:

  • Koordi­na­ti­ons­schwie­rig­kei­ten,
  • Krampf­an­fälle,
  • ungewöhn­li­cher Gleichgewichtsverlust,
  • Konzen­tra­ti­ons­stö­run­gen,
  • Depres­sio­nen,
  • Angst­zu­stände,
  • Hemmungs­lo­sig­keit,
  • Schwä­che­ge­fühl
  • und Einschrän­kun­gen der kogni­ti­ven Fähigkeiten.

4. Diagnose eines Hirntumors

Es gibt verschie­dene Möglich­kei­ten, um Tumore im Kopf zu diagnos­ti­zie­ren. Die Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie (MRT) stellt hierbei die wichtigste und verläss­lichste Art und Weise zur Entde­ckung eines Tumor dar. Andere Möglich­kei­ten zur Diagnose bieten die Compu­ter­to­mo­gra­fie (CT), die Elektro­en­ze­pha­logra­fie (EEG) sowie eine Nervenwasseruntersuchung.

Bei Letzte­rer wird die Flüssig­keit unter­sucht, die das Gehirn und Rücken­mark umgibt. Um die Diagnose zu sichern, entnimmt die Ärztin oder der Arzt meist opera­tiv kleine Proben des vermu­te­ten Krebs­ge­we­bes (Biopsie), die dann labor­dia­gnos­tisch auf verän­derte Zellen unter­sucht werden.

5. Opera­tion oder Strahlen?

Je nach Art und Lage des Tumors bieten sich verschie­dene Behand­lungs­mög­lich­kei­ten an. Wenn die Möglich­keit besteht, kann ein Hirntu­mor chirur­gisch entfernt werden. Das funktio­niert aller­dings nicht, wenn der Tumor in lebens­wich­tige Struk­tu­ren des Hirns vorge­drun­gen ist.

Sollte eine Opera­tion keine Option sein, kann eine Strah­len­the­ra­pie helfen. Eine Art der Strah­len­the­ra­pie ist die sogenannte Radio­chir­ur­gie, die vor allem dann zum Einsatz kommt, wenn herkömm­li­che chirur­gi­sche Eingriffe nicht möglich sind. Bei ihr wird stark fokus­sierte Strah­lung einge­setzt, um den Tumor zu zerstö­ren und gleich­zei­tig angren­zen­des gesun­des Gewebe möglichst nicht zu verletzen.

Um die Zellen eines Hirntu­mors vollstän­dig abzutö­ten und das fortschrei­tende Wachs­tum des Krebs­ge­we­bes zu stoppen, wird regel­mä­ßig eine Chemo­the­ra­pie durch­ge­führt. Hierbei kommen spezi­elle Krebs­me­di­ka­mente zum Einsatz (Chemo­the­ra­peu­tika), die aber mitun­ter die Hirnfunk­tion beein­träch­ti­gen können. Je nach Art und Beschaf­fen­heit des Hirntu­mors werden deshalb jeweils andere Medika­mente ausge­sucht, um unnötige Schäden zu vermeiden.

Während bei gutar­ti­gen und kleinen Tumoren – abhän­gig von der Lokali­sa­tion – auch ein chirur­gi­scher Eingriff reichen kann, kommt es gerade bei bösar­ti­gen Tumoren meist zu einer Kombi­na­tion der verschie­de­nen Behandlungsmöglichkeiten.

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