Blutungen
, oder umgangs­sprach­lich Blu­ter­krank­heit genannt, kann schnell gefähr­lich wer­den – auch schon bei klei­nen Wun­den.

Fakt #1

(von alt­gr. hai­ma „Blut“ und phi­lia „Nei­gung“) ist der Fach­be­griff für die soge­nann­te Blu­ter­krank­heit. Sie ist eine Erb­krank­heit, bei der die Blut­ge­rin­nung gestört ist. Das Blut aus Wun­den gerinnt nicht oder nur lang­sam. Auch spon­ta­ne Blu­tun­gen, die man nicht sieht, sind mög­lich. kommt haupt­säch­lich bei Män­nern vor. Man unter­schei­det zwei zen­tra­le For­men von und wei­te­re Krank­hei­ten, die unter die­sem Sam­mel­be­griff ver­eint wer­den.

Fakt #2

Wer an Hämo­phi­lie erkrankt ist, blu­tet leich­ter und län­ger als gesun­de Men­schen. Auch soge­nann­te Spon­tan­blu­tun­gen sind mög­lich, die bei gesun­den Men­schen auch vor­kom­men, aber unbe­merkt abhei­len. Bestimm­te Orte am Kör­per für Blu­tun­gen sind typisch für Hämo­phi­lie-Pati­en­ten, so z.B. Gelenk­ein­blu­tun­gen an den gro­ßen Gelen­ken. Hier setzt sich ein Kreis­lauf von Blu­tun­gen und Ent­zün­dun­gen in Gang. Schnitt‑, Riss- und Schürf­wun­den füh­ren zunächst nicht zu stär­ke­rem Blut­ver­lust als bei gesun­den Men­schen, aber die ver­zö­ger­te Blut­ge­rin­nung sorgt dafür, dass die­se Wun­den immer wie­der auf­bre­chen. Auch inne­re Blu­tun­gen sind mög­lich, so etwa Nie­ren­blu­tun­gen oder ein Ver­schluss der Harn­we­ge durch Throm­ben.

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Fakt #3

Bis in die 1970er Jah­re war es üblich, Hämo­phi­lie-Pati­en­ten mit Blut­kon­ser­ven zu behan­deln. Heut­zu­ta­ge setzt man pro­phy­lak­tisch die­je­ni­gen Blut­ge­rin­nungs­fak­to­ren ein, die dem Pati­en­ten feh­len. Die Fak­to­ren wur­den aus mensch­li­chem Blut­plas­ma gewon­nen, das öfters mit HIV, Hepa­ti­tis B und C infi­ziert war – der soge­nann­te „Blut­skan­dal“. Seit Ende der 1980er Jah­re kann eine Infek­ti­on aus­ge­schlos­sen wer­den, weil das ver­ab­reich­te Blut auf­wän­dig gerei­nigt wird. Bei der Behand­lung mit Fak­to­ren kön­nen Kom­pli­ka­tio­nen auf­tre­ten, wenn sich Anti­kör­per gegen die Fak­to­ren bil­den.

Fakt #4

Eine wich­ti­ge Rol­le bei der Hämo­phi­lie spielt die Ver­er­bung. Die Erkran­kung wird gono­so­mal-X-rezes­siv ver­erbt. Ent­schei­dend ist das kran­ke X‑Chromosom. Frau­en kön­nen Trä­ger der Krank­heit sein ohne selbst an ihr zu erkran­ken. Bekommt eine sol­che Frau Söh­ne, so liegt die Wahr­schein­lich­keit bei 50 Pro­zent, dass die­se an Hämo­phi­lie erkran­ken. Ver­mut­lich kann die Krank­heit auch meh­re­re Genera­tio­nen über­sprin­gen. Bei Frau­en ist die Krank­heit ver­gleichs­wei­se sel­ten.

Fakt #5

Die his­to­risch frü­hes­te Erwäh­nung der Hämo­phi­lie stammt aus dem jüdi­schen Tal­mud. Hier wird der­je­ni­ge Kna­be von der ritu­el­len Beschnei­dung befreit, des­sen zwei Brü­der bei der vor­he­ri­gen Beschnei­dung gestor­ben waren. Spä­ter mach­ten Mit­glie­der des euro­päi­schen Hoch­adels von sich reden, die an Hämo­phi­lie, der „Krank­heit der Köni­ge“, lit­ten. Aus­gangs­punkt soll Queen Vic­to­ria von Groß­bri­tan­ni­en gewe­sen sein, deren Enke­lin den rus­si­schen Zaren Niko­laus II. hei­ra­te­te und die Krank­heit damit auf den gemein­sa­men Sohn Ale­xei über­trug.