Nicht alle Hygiene-Artikel müssen Einwegprodukte sein. Mehrwegartikel werden den Hygieneanforderungen bei richtiger Aufbereitung mehr als gerecht und fallen der Umwelt nicht zur Last.
Nicht alle -Arti­kel müs­sen sein. Mehr­weg­ar­ti­kel wer­den den Hygie­ne­an­for­de­run­gen bei rich­ti­ger Auf­be­rei­tung mehr als gerecht und fal­len der Umwelt nicht zur Last. © Anna Sta­sia | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

leis­ten hin­sicht­lich ihrer pri­mä­ren Funk­ti­on das­sel­be wie , haben aber – betrach­tet man das Gesamt­pa­ket – ent­schei­den­de Vor­tei­le:

Fakt # 1 – geht nicht nur mit Wegwerfen

Bei der Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie ist Hygie­ne das A und O. Aktu­ell ent­steht dabei der Ein­druck, als lie­ße sich Hygie­ne nur mit Ein­weg- bzw. Weg­werf­ar­ti­keln erzie­len, die in Groß­raum­flug­zeu­gen aus Asi­en ein­ge­flo­gen wer­den müs­sen. Die Illu­si­on ist, dass „Ein­weg“ auto­ma­tisch auch hygie­nisch bedeu­tet. Mit der Auf­be­rei­tung wie­der­ver­wend­ba­rer Tex­ti­li­en durch pro­fes­sio­nel­le Tex­til­dienst­leis­ter ist das Hygie­ne­ni­veau von Mehr­weg-Arti­keln dem Hygie­ne­ni­veau von Weg­werf­pro­duk­ten jedoch sogar über­le­gen. Pro­fes­sio­nel­le Tex­til­dienst­leis­ter hel­fen mit ihren hygie­ni­schen Auf­be­rei­tungs­pro­zes­sen, die Pan­de­mie ein­zu­däm­men. Aus­ge­bil­de­te und qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter ori­en­tie­ren sich dabei an stan­dar­di­sier­ten Hygie­neleit­fä­den (RKI, VAH, DGUV) und ach­ten, von der Abho­lung bis zur Lie­fe­rung der sau­be­ren Tex­ti­li­en, auf eine hygie­ni­sche Behand­lung.

Fakt # 2 – In der Pandemie gehen die Artikel aus?

Die welt­wei­ten ekla­tan­ten Ver­sor­gungs­eng­päs­se an medi­zi­ni­scher im Zuge der COVID-19-Pan­de­mie haben deut­lich gezeigt, wie anfäl­lig Ein­mal­pro­duk­te im Pan­de­mie-Fall sind. Für Kran­ken­häu­ser, Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und die ambu­lan­te ärzt­li­che Ver­sor­gung, die im Zen­trum der Pan­de­mie ste­hen, stel­len die­se Ver­sor­gungs­eng­päs­se eine zusätz­li­che Belas­tung bei der Bewäl­ti­gung der Coro­na-Pan­de­mie, aber auch bei der Ver­sor­gung von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten dar. Anstatt Weg­werf-Pro­duk­te aus der Fer­ne zu impor­tie­ren, kön­nen wie­der­ver­wend­ba­re Tex­ti­li­en über regio­na­le Dienst­leis­ter beschafft und immer wie­der auf­be­rei­tet wer­den. Weit gereis­te und unnö­tig ver­pack­te Ein­weg­pro­duk­te mit Lie­fer­ket­ten quer durch die gan­ze Welt sind anfäl­lig für Lie­fer­un­ter­bre­chun­gen in Pan­de­mie­si­tua­tio­nen. Regio­nal auf­ge­stell­te Tex­til­dienst­leis­ter gewähr­leis­ten kur­ze Trans­port­we­ge, sor­gen für weni­ger Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al und sichern die kon­ti­nu­ier­li­che Ver­sor­gung auch im Pan­de­mie­fall.

Fakt # 3 – 100 x oder 100 x Aufbereitung?

Aus Grün­den der ein­fa­che­ren Hand­ha­bung und falsch ver­stan­de­nen Hygie­ne-Anfor­de­run­gen steigt der Anteil der in Kran­ken­häu­sern mehr­heit­lich ver­wen­de­ten Ein­weg­pro­duk­te kon­ti­nu­ier­lich an, bei­spiels­wei­se Schutz­kit­tel oder Ein­weg­kis­sen und Decken. sind selbst­ver­ständ­lich eben­so ste­ril wie Ein­weg­pro­duk­te und wei­sen vor der Ste­ri­li­sa­ti­on sogar eine kei­mär­me­re Beschaf­fen­heit auf.  Die resul­tie­ren­de Abfall­last liegt pro Pfle­ge­tag und Pati­ent bei etwa 3,2 kg fach­ge­recht zu ent­sor­gen­den Ein­mal­pro­duk­ten. Man mag sich ein­mal nur den vor­stel­len, der so allein in einer Ein­rich­tung täg­lich ent­ste­hen kann. Die­ser Berg ent­steht gar nicht erst bei der Ver­wen­dung von Mehr­weg­tex­ti­li­en. Das Mehr­weg­prin­zip von Tex­til­dienst­leis­tern steht für ein moder­nes Kreis­lauf­mo­dell: Wie­der­ver­wen­den, repa­rie­ren, recy­celn und wie­der zurück in den Kreis­lauf. Wie­der­ver­wend­ba­re Tex­til­pro­duk­te kön­nen so, statt nur ein­mal, bis zu 100 mal ein­ge­setzt und auf­be­rei­tet wer­den. Bei Aus­schrei­bun­gen und in der Beschaf­fung, aber auch in Hygie­ne­plä­nen und Arbeits­schutz­stan­dards muss daher neben der zwin­gend not­wen­di­gen Hygie­ne auch die Nach­hal­tig­keit obers­tes Gebot sein.

Fakt # 4 – Mitarbeiter wollen sich wohlfühlen

Bei der Anschaf­fung von Schutz­tex­ti­li­en wird lei­der oft ein wich­ti­ger Aspekt ver­ges­sen: Der phy­sio­lo­gi­sche Tra­ge­kom­fort. Gemeint ist damit die Fähig­keit eines Tex­tils, die phy­sio­lo­gi­schen Vor­gän­ge im Kör­per und hier beson­ders die Tem­pe­ra­tur­re­ge­lung in Abhän­gig­keit vom Umge­bungs­kli­ma und der Tätig­keit zu unter­stüt­zen. Ein hoher Tra­ge­kom­fort und die opti­ma­le Beweg­lich­keit stei­gern das Wohl­be­fin­den und somit auch die phy­si­sche und psy­chi­sche Leis­tungs­fä­hig­keit der Mit­ar­bei­ten­den, aber auch von Pati­en­ten und Ange­hö­ri­gen. Beson­ders der Tra­ge­kom­fort von Mehr­weg­schutz­tex­ti­li­en ist das, was sie neben ihrer Ver­füg­bar­keit und Umwelt­freund­lich­keit von Ein­weg­tex­ti­li­en posi­tiv abgrenzt. Dass der Tra­ge­kom­fort von Schutz­tex­ti­li­en einen hohen Stel­len­wert hat, wird auch aus einer Stu­die von TÜRLER et al. deut­lich.

Fakt # 5 – Berufskleidung – aber bitte ohne Keime!

Ein oft unter­schätz­tes Hygie­ne­ri­si­ko geht auch von der Berufs­be­klei­dung der Mit­ar­bei­ter aus, die zu Hau­se in der Wasch­ma­schi­ne waschen müs­sen. Dies ist beson­ders kri­tisch, wenn man sich vor­stellt, dass mit hoher Wahr­schein­lich­keit kei­ne Rein-/Un­rein-Tren­nung, kei­ne des­in­fi­zie­ren­de Pfle­ge und kei­ne Infek­ti­ons­pro­hy­la­xe beach­tet wer­den kön­nen. Mög­li­che Kon­ta­mi­na­tio­nen wer­den in den Pri­vat­be­reich ver­schleppt und gefähr­den beson­ders Kin­der und älte­re Men­schen. Kei­me gelan­gen aus dem Pri­vat­be­reich wie­der in die Ein­rich­tung. Haus­halts­üb­li­che Wasch­ma­schi­nen errei­chen zudem die zur Inak­ti­vie­rung des Coro­na­vi­rus not­wen­di­ge Tem­pe­ra­tur von 60° C nur kur­ze Zeit oder gar nicht. Um all das zu ver­hin­dern, gibt es klar for­mu­lier­te Vor­ga­ben von Sei­ten der Gesetz­ge­ber, der medi­zi­ni­schen Diens­te und Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten. Regel­mä­ßi­ge Inspek­tio­nen bezüg­lich ihrer Ein­hal­tung gehö­ren mitt­ler­wei­le zum All­tag im Gesund­heits­we­sen.

Die Tex­til­dienst­leis­ter waren schon vor Coro­na zuver­läs­si­ge Exper­ten für Hygie­ne. Durch die Auf­be­rei­tung von pro­fes­sio­nel­len Tex­til­rei­ni­gern ist die Hygie­ne in höhe­rem Maße sicher­ge­stellt als bei Ein­weg­pro­duk­ten. Tex­til­dienst­leis­ter tra­gen mit wie­der­ver­wend­ba­ren und repa­rier­ba­ren Tex­til­pro­duk­ten einen wesent­li­chen Bei­trag zur Res­sour­cen­scho­nung und Umwelt­schutz bei. Wenn wir also die Wahl haben zwi­schen hygie­ni­schen Kreis­lauf­pro­duk­ten und kurz­le­bi­gen Weg­werf­pro­duk­ten: Wie soll­te dann die Wahl aus­se­hen?