Positionspapier zum Pflegenotstand.
Im Bereich der Pflege herrscht akuter Personalmangel.Viktor Levi/Dreamstime.com [Dreamstime RF]

In einem gemeinsamen Positionspapier haben der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) konkrete Maßnahmen formuliert, die für eine Abwendung des Pflegenotstands in der Akutpflege notwendig sind. Die Versorgung der Patienten im Krankenhaus ist aufgrund der desolaten Personalsituation zunehmend gefährdet, wegen mangelnder pflegerischer Versorgungsmöglichkeiten müssen Operationen abgesagt werden oder gar ganze Betten bzw. Stationen gesperrt werden, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Auch die Qualität leidet darunter, weil beispielsweise für die nötige Händehygiene die Zeit fehlt.

Vier gezielte von einem „ganzen Bündel“ an Maßnahmen formulieren DPR und die Chirurgen daher in ihrem Positionspapier, die für eine spürbare Verbesserung notwendig seien und die Personalausstattung, die Rahmenbedingungen pflegerischer Arbeit, die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Attraktivität des Pflegeberufs betreffen.

Umfassender Maßnahmenkatalog gegen den Pflegenotstand

50.000 Stellen für Pflegefachpersonen benötige es ihnen zufolge, die mittels eines steuerfinanzierten Sofortprogramms geschaffen werden müssen. Zudem sei es wichtig, dass sich die Personaluntergrenzen am Versorgungsbedarf der Patienten ausrichten und die Personalschlüssel für alle Klinikbereiche gelten und zugleich flexibel gestaltet sein müssen.

Bezüglich der Rahmenbedingung pflegerischer Arbeit wird der Appell an die Krankenhausleitung gerichtet – hier sei ein Umdenken in der Personalgestaltung nötig, eine bessere Vergütung sowie ein verlässlicher Dienstplan müssen zudem gegeben sein.

Weiterhin müssen die Kompetenzen der Pflegefachpersonen mehr anerkannt werden und die Kooperation sowie die Zusammenarbeit von Pflegenden und Ärzten gestärkt werden. Nur so kann eine qualitative Patientenversorgung gewährleistet werden. Zuletzt wird betont, dass der Pflegeberuf und die Ausbildungsbedingungen attraktiver gestaltet werden müssen, um für ausreichenden Nachwuchs an Pflegekräften zu sorgen.

Positionspapier_DPR_DGCH.pdf

Quelle:

DPR, DGCH