Telemedizin, Fernbehandlungen
Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Bran­den­burg möch­te Fern­be­hand­lun­gen nur unter bestimm­ten Bedin­gun­gen geneh­mi­gen.Bialasiewicz/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Aus der Sicht der Lan­des­ärz­te­kam­mer Bran­den­burg ist die aktu­el­le Rege­lung in der Berufs­ord­nung für Ärz­te bezüg­lich der Fern­be­hand­lung von Pati­en­ten aus­ge­wo­gen und bedarf kei­ner Ände­rung. Sie erlaubt eine Fern­be­hand­lung dann, wenn sicher­ge­stellt ist, dass wenigs­tens ein ein­ma­li­ger Arzt-Pati­ent-Kon­takt statt­ge­fun­den hat. Die Rege­lung sichert eine Min­dest­qua­li­tät der Behand­lung, sie ver­hin­dert Fehl­be­ur­tei­lun­gen und schützt Pati­ent und Arzt glei­cher­ma­ßen. In Not­fäl­len sind außer­dem schon Fern­be­hand­lun­gen ohne die­se Ein­schrän­kung mög­lich.

Die Über­le­gung, Fern­be­hand­lun­gen nun auch bei gänz­lich unbe­kann­ten Pati­en­ten in der Regel­ver­sor­gung zuzu­las­sen bzw. eine Bera­tung zu gewäh­ren, ohne dass der Pati­ent direkt unter­sucht wird, birgt nicht ver­tret­ba­re Risi­ken für die Gesund­heit des Pati­en­ten, die völ­lig unnö­tig ein­ge­gan­gen wer­den. Dem Arzt wer­den durch die aus­schließ­li­che Behand­lung per Medi­um wich­ti­ge Sin­nes­wahr­neh­mun­gen genom­men, die er für eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Unter­su­chung drin­gend benö­tigt.

Gefährliche Fehldiagnosen sind möglich

Auch grund­le­gen­de Unter­su­chun­gen, die zu einer gesi­cher­ten Dia­gno­se füh­ren kön­nen, wie Blut­ab­nah­men oder Urin­pro­ben, sind nicht mög­lich. Dies kann zu gefähr­li­chen Fehl­dia­gno­sen füh­ren. Die gegen­wär­ti­ge Rege­lung in der Berufs­ord­nung gleicht die­ses Defi­zit bei Fern­be­hand­lun­gen aus, indem sie min­des­tens eine ein­ma­li­ge Begeg­nung des Pati­en­ten mit einem „rea­len“ Arzt vor­aus­setzt. Zudem sind die Haf­tungs­ri­si­ken für den Arzt ent­spre­chend hoch, lässt er sich auf eine der­ar­ti­ge ver­kürz­te Wahr­neh­mung bei der Ana­mne­se ein.

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Bran­den­burg steht einer Moder­ni­sie­rung der ärzt­li­chen Ver­sor­gung offen gegen­über, die sich auch in Fern­be­hand­lun­gen aus­drückt. Die Mög­lich­keit der Fern­be­hand­lung weit­ge­hend vor­aus­set­zungs­los ein­zu­räu­men, ist aus Sicht der Lan­des­ärz­te­kam­mer Bran­den­burg jedoch nicht der rich­ti­ge Weg.