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Über ein üppiges Weihnachtsgeld freut sich jeder Arbeitnehmer. Doch nur etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland erhält ein Weihnachtsgeld.
Über ein üppi­ges Weih­nachts­geld freut sich jeder Arbeit­neh­mer. Doch nur etwa die Hälf­te aller Arbeit­neh­mer und Arbeit­neh­me­rin­nen in Deutsch­land erhält ein Weih­nachts­geld.Bild: © Chris Bri­g­nell | Dreamstime.com

Der Dezem­ber ist bekannt­lich der teu­ers­te Monat im Jahr. Das Kau­fen von Geschen­ken und die Auf­wen­dun­gen für das Weih­nachts- und Neu­jahrs­fest belas­ten das Kon­to schließ­lich zusätz­lich. Weni­ger belas­tend ist die­ser Umstand für die­je­ni­gen, die ein soge­nann­tes Weih­nachts­geld von ihrem Arbeit­ge­ber erhal­ten. Laut einer aktu­el­len Stu­die der Hans-Böck­ler-Stif­tung dür­fen sich jedoch nur 53 Pro­zent aller Arbeit­neh­mer und Arbeit­neh­me­rin­nen in Deutsch­land über eine sol­che Son­der­zah­lung freu­en. Zwi­schen Anfang 2018 und Okto­ber 2019 haben sich mehr als 139.000 Beschäf­tig­te an der Online-Befra­gung betei­ligt, die vom Wirt­schafts- und Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tut (WSI) der Hans-Böck­ler-Stif­tung betreut wird.

Für Mit­ar­bei­ter bedeu­tet das Weih­nachts­geld eine zusätz­lich Moti­va­ti­on oder ein Zei­chen der Aner­ken­nung, etwa für eine lang­jäh­ri­ge Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit. Einen grund­sätz­li­chen Anspruch auf ein Weih­nachts­geld haben Arbeit­neh­mer jedoch nicht. Wonach rich­tet sich es also, ob jemand eine zusätz­li­che Aus­zah­lung erhält oder nicht?

Wodurch entsteht der Anspruch auf Zahlung eines Weihnachtsgeldes?

Ob es eine Son­der­zah­lung in Form eines Weih­nachts­gel­des gibt, wird per Arbeits- bzw. Tarif­ver­trag oder durch eine Betriebs­ver­ein­ba­rung gere­gelt. Es han­delt sich zwar um eine Son­der­zah­lung, die sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Abga­ben ent­fal­len aller­dings nicht. Der Betrag wird jedoch nicht auf den jewei­li­gen Monat der Aus­zah­lung zuge­rech­net, son­dern auf das gesam­te Jahr.

Auf­ge­passt: Neben der ver­trag­li­chen Eini­gung auf Aus­zah­lung eines Weih­nachts­gel­des, kann auch ein Anspruch auf die Son­der­zah­lung durch eine betrieb­li­che Übung ent­ste­hen. Betrieb­li­che Übung meint ein wie­der­hol­tes, gleich­för­mi­ges Ver­hal­ten des Arbeit­ge­bers, wor­aus der Arbeit­neh­mer schlie­ßen kann, dass die­ses Ver­hal­ten auch in Zukunft bei­be­hal­ten wird. Zahlt der Arbeit­ge­ber also regel­mä­ßig – min­des­tens seit drei Jah­ren – ein Weih­nachts­geld, so darf der Arbeit­neh­mer davon aus­ge­hen, dass er auch in den Fol­ge­jah­ren eine ent­spre­chen­de Aus­zah­lung bekommt.

Will der Arbeit­ge­ber ver­hin­dern, dass ein sol­cher Anspruch dau­er­haft besteht, kann er dies schrift­lich durch die For­mu­lie­rung eines Frei­wil­lig­keits­vor­be­halts bewirken.

Können Teilzeitkräfte vom Weihnachtsgeld ausgeschlossen werden?

Teil­zeit­kräf­te kön­nen nicht von der Aus­zah­lung eines Weih­nachts­gel­des aus­ge­schlos­sen wer­den. Dies wür­de gegen den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz verstoßen.

Grund­sätz­lich muss ein sach­li­cher Grund vor­lie­gen, wenn bestimm­te Arbeit­neh­mer vom Weih­nachts­geld unbe­rück­sich­tigt blei­ben sol­len. Es ist aber mög­lich, die Zah­lung des Weih­nachts­gel­des bzw. des­sen Höhe nach bestimm­ten Arbeit­neh­mer­grup­pen auszurichten.

Bei­spiels­wei­se kann eine bestimm­te Dau­er der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit als Vor­aus­set­zung für die Son­der­zah­lung fest­ge­setzt wer­den. Dann müs­sen alle Mit­ar­bei­ter, die von ent­spre­chen­der Dau­er im Betrieb sind, ein Weih­nachts­geld erhal­ten. Ein Ein­zel­ner, der die­ser Grup­pe zuge­ord­net wird, darf jedoch nicht davon aus­ge­schlos­sen werden.