Anzei­ge
PWG-Seminare
Was müssen ambulante Pflegekräfte beachten, wenn Bewohner oder Patienten ihnen den Schlüssel zu ihrem privaten Wohnsitz überlassen?
Haus­be­such bei einer Pati­en­tin.© Miri­am Doerr | Dreamstime.com

Möch­te eine pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son nicht ins Heim, so muss die­se bei sich Zuhau­se ver­sorgt wer­den. Älte­re, schwä­che­re oder bett­lä­ge­ri­ge Per­so­nen über­ge­ben dafür gern auch mal ihre Woh­nungs- oder Haus­tür­schlüs­sel an die ambu­lan­te Pfle­ge­kraft, damit die­se auch dann zur Bewoh­ne­rin gelan­gen kann, wenn die­se nicht in der Lage ist, die Tür eigen­stän­dig zu öff­nen. Bei der Über­ga­be eines pri­va­ten Schlüs­sels brin­gen die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen dem Pfle­ge­per­so­nal gro­ßes Ver­trau­en ent­ge­gen – belas­ten sie aber auch mit einer hohen Ver­ant­wor­tung. Als häus­li­che Pfle­ge­kraft soll­te man daher wis­sen, wie man mit frem­den Schlüs­seln umzu­ge­hen hat.

Was ist zu beachten?

Zunächst ein­mal ist von Sei­ten des Pfle­ge­diens­tes zu gewährleisten, dass des­sen gesam­tes Per­so­nal weiß, wie es mit den Schlüsseln umzu­ge­hen hat und wel­che arbeits- bzw. haf­tungs­recht­li­chen Fol­gen an eine Ver­let­zung der Schlüsselordnung geknüpft sind. Es emp­fiehlt sich, die Sorg­falts­pflich­ten für den Umgang mit Schlüsseln bereits im Arbeits­ver­trag fest­zu­le­gen. Alter­na­tiv können die­se Pflich­ten auch über eine Dienst­an­wei­sung ver­bind­lich an die Mit­ar­bei­ter her­an­ge­tra­gen werden.

Als Grund­re­gel soll­te zunächst ein­mal die Übergabe der Schlüssel in einem Übergabeprotokoll (in zwei­fa­cher Aus­fer­ti­gung) für den Pflegebedürftigen und den Pfle­ge­dienst fest­ge­hal­ten wer­den. Dane­ben soll­te den Mit­ar­bei­tern auf­ge­ge­ben wer­den, nur die­je­ni­gen Schlüssel mit auf die Tour zu neh­men, die sie tatsächlich auch zu ver­wen­den haben. Die nicht benötigten Schlüssel soll­ten in der siche­ren Obhut in einem fest ver­schließ­ba­ren Schlüsselkasten in den Räumlichkeiten des Pfle­ge­diens­tes ver­blei­ben. Die mit­ge­nom­me­nen Schlüssel müssen im Tou­ren­plan doku­men­tiert werden.

Bei der Mar­kie­rung der Schlüssel ist dar­auf zu ach­ten, dass die Eti­ket­tie­run­gen immer nach dem glei­chen Mus­ter erfol­gen und für Außen­ste­hen­de kei­ne geo­gra­fi­sche Zuord­nung ent­hal­ten. Es emp­fiehlt sich auf dem Schlüsselanhänger die Not­ruf­num­mer des Pfle­ge­diens­tes zu ver­mer­ken. Für den Fall des Schlüsselverlustes soll­te ver­bind­lich fest­ge­hal­ten wer­den, dass die Ein­rich­tungs­lei­tung unverzüglich zu infor­mie­ren ist.

Schließ­lich soll­te mit dem pflegebedürftigen Ver­trags­part­ner oder des­sen Ver­tre­ter ver­bind­lich geklärt wer­den, ob die Wohnungstüre beim Ver­las­sen ledig­lich ins Schloss gezo­gen oder (bestimmungsgemäß) ver­rie­gelt wer­den soll. Wird auf das Abschlie­ßen der Haustüre sei­tens der Berech­tig­ten ver­zich­tet, soll­te mit die­sen zugleich auch ein Haf­tungs­aus­schluss für hier­aus resul­tie­ren­de Schäden ver­ein­bart wer­den. Die Ent­schei­dung über das „ob“ des Ver­rie­gelns ist dann auch ver­bind­lich in der Aus­ge­stal­tung des Innenverhältnisses zwi­schen dem Pfle­ge­dienst und sei­nen Ange­stell­ten zu übernehmen.