Karl-Josef Laumann
Pfle­ge­be­auf­tra­ger Karl-Josef Lau­mann spricht sich in einem Rund­brief für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen von Pfle­ge­kräf­ten aus.Hol­ger Groß [CC BY-SA 4.0]

Dazu gehö­ren für Lau­mann vor allem flä­chen­de­ckend fai­re Löh­ne, weni­ger unfrei­wil­li­ge Teil­zeit­be­schäf­ti­gun­gen und die Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung der Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on. Bei der Umset­zung die­ser Zie­le sei man natür­lich auf die Unter­stüt­zung der Ein­rich­tungs­be­trei­ber und der Pfle­ge­kräf­te ange­wie­sen, wofür Lau­mann die­sen aus­drück­lich sei­nen Dank aus­spricht.

Der Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­te weist in dem Schrei­ben dar­auf hin, dass mit den Pfle­ge­stär­kungs­ge­set­zen ein wich­ti­ger Grund­stein für eine bes­se­re Bezah­lung der Alten­pfle­ge­kräf­te geschaf­fen wor­den ist. Bereits seit 2015 gilt: Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, die nach Tarif bezah­len, bekom­men die Gehäl­ter von den Pfle­ge­kas­sen und den Sozi­al­hil­fe­trä­gern in der Pfle­ge­ver­gü­tung finan­ziert. Die Kos­ten­trä­ger haben auf der ande­ren Sei­te das Recht erhal­ten, sich nach­wei­sen zu las­sen und zu prü­fen, ob das Geld auch tat­säch­lich bei den Pfle­ge­kräf­ten ankommt. Seit dem 1. Janu­ar 2017 gilt die­se Rege­lung bei der Bezah­lung von Gehäl­tern bis zur Höhe von Tarif­löh­nen auch für nicht-tarif­ge­bun­de­ne Pfle­ge­ein­rich­tun­gen.

Der Deutsche Pflegerat unterstützt die Initiative von Laumann

Um dem Pro­blem unfrei­wil­li­ger Teil­zeit zu begeg­nen, betont der Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit in sei­nem Schrei­ben auch die Chan­cen, die sich aus dem Abschluss von Gesamt­ver­sor­gungs­ver­trä­gen erge­ben kön­nen. „Gera­de in den ost­deut­schen Bun­des­län­dern arbei­ten vie­le Pfle­ge­kräf­te nur des­halb in Teil­zeit, weil sie kei­ne Voll­zeit­stel­le fin­den. Mit dem Drit­ten Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz haben wir des­halb klar­ge­stellt, dass Ein­rich­tungs- und Kos­ten­trä­ger auch Gesamt­ver­sor­gungs­ver­trä­ge abschlie­ßen kön­nen. Dadurch kön­nen Mit­ar­bei­ter eines Trä­gers fle­xi­bler in meh­re­ren Ver­sor­gungs­be­rei­chen ein­ge­setzt wer­den – etwa auch in der Tages- und Kurz­zeit­pfle­ge“, erklärt Lau­mann.

„Der Deut­sche Pfle­gerat unter­stützt die Initia­ti­ve des Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­ten der Bun­des­re­gie­rung für attrak­ti­ve­re Arbeits­be­din­gun­gen des Pfle­ge­per­so­nals voll und ganz“, beton­te Andre­as Wes­ter­fell­haus, Prä­si­dent des Deut­schen Pfle­gerats e. V. (), in Ber­lin. „Herr Staats­se­kre­tär Karl-Josef Lau­mann greift dabei mit den The­men ‚flä­chen­de­ckend fai­re Löh­ne, weni­ger unfrei­wil­li­ge Teil­zeit­be­schäf­ti­gun­gen und Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung der Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on‘ wich­ti­ge Punk­te auf.“

„Wir brauchen einen einheitlichen Personalschlüssel, der auch finanziell abgesichert ist“

Wes­ter­fell­haus betont wei­ter: „Ent­schei­dend für die Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen für die pro­fes­sio­nell Pfle­gen­den ist es jedoch auch, dass ‚Mehr Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen’ da sind. Eine Ver­bes­se­rung der Per­so­nal­aus­stat­tung in den Pfle­ge­ein­rich­tun­gen ist drin­gend gebo­ten. Der seit dem 1. Janu­ar 2017 gel­ten­de neue Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griff sorgt für höhe­re Leis­tungs­an­sprü­che der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen. Leist­bar sind die­se nur mit deut­lich mehr Per­so­nal.

Als Deut­scher Pfle­gerat hät­ten wir uns gewünscht, dass der Gesetz­ge­ber in den letz­ten Jah­ren auf die Per­so­nal­fra­ge ein stär­ke­res Augen­merk gelegt hät­te. Das für das Jahr 2020 geplan­te, recht unver­bind­li­che Per­so­nal­be­mes­sungs­sys­tem kommt ein­deu­tig zu spät. Die sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen benö­ti­gen schnellst­mög­lich einen ein­heit­li­chen Per­so­nal­schlüs­sel, der auch finan­zi­ell abge­si­chert ist.“