Der Streit um die Ausbildungsreform der Pflegeberufe wurde lange ausgetragen. Im Juli 2017 hat der Bundesrat dann mit eindeutiger Mehrheit entschieden: Ja, die Pflegeausbildungsreform soll in Kraft treten, sodass es ab 2020 eine neue Form der Pflegeausbildung geben wird.

Seither hat sich der „Wirbelwind“ um das Thema etwas gelegt, von Verbänden wird der Referentenentwurf der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung begrüßt. Auch der Deutsche Pflegerat (DPR) äußerte sich jüngst positiv zu der geplanten Reform: „Damit wird ein wichtiger weiterer Schritt in Richtung der Ausbildungsreform in der Pflege eingeleitet. Die Linie und das Niveau des Verordnungsentwurfes sind insgesamt für die Anforderungen an den Heilberuf Pflege adäquat festgelegt“, betont Franz Wagner, Präsident des DPR.

DPR und DBfK drängen auf zügige Umsetzung

Zugleich drängt er auf eine rasche Umsetzung im Deutschen Bundestag und im Bundesrat, damit man mit den Vorbereitungen für den geplanten Start der Reform beginnen könne. „Setzen Sie die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung im Sinne der Neuausrichtung der Pflegeausbildung zeitnah um! Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, so der deutliche Appell des DPR an die Bundesregierung. Es dürfe keine weiteren Verzögerungen mehr geben, schließlich würden jetzt auch Ausbildungsträger und Schulen auf eine klare Entscheidung warten und bereiten sich bereits auf die neuen Strukturen vor.

Darüber hinaus sieht der DPR in einzelnen Bereichen des Referentenentwurfs Ergänzungsbedarf, beispielsweise bezüglich der Regelungen zur Zwischenprüfung sowie der Prüfungsumsetzung. Dem stimmte auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zu. Dem Verband zufolge falle die Zwischenprüfung „überdimensioniert“ aus. Abgesehen davon begrüße der Verband den Referentenentwurf ausdrücklich und weist Einschätzungen zurück, dass die inhaltlichen Anforderungen überzogen seien. Von solchen Aussagen solle sich die Bundesregierung, der Bundestag und Bundesrat in ihrer Entscheidung beirren lassen. Der DBfK bekräftigte wie der DPR, dass nun zügig weitere Schritte eingeleitet werden müssen.

Quelle:

DPR, DBfK