MolecuLight im Detail
Das MolecuLight i:X.

Bei der Wundversorgung von Patienten müssen sich Wundexperten, Pflegekräfte oder Ärzte eine Reihe von Fragen stellen, die nicht immer leicht zu beantworten sind: Ist die Wundreinigung ausreichend und sind wirklich alle Bakterien entfernt worden, sodass der Verband angelegt werden kann? Wie viel Debridement ist angemessen? Und: Verbessert sich die Wundheilung oder sind Bakterien in der Wunde, die die Wundheilung verzögern?

Visualisierung der Bakterien in unterschiedlichen Farben

Mit MolecuLight i:X – ein Assessmentinstrument von dem Hersteller smith&nephew, welches im Rahmen eines Workshops auf dem 10. Interdisziplinären WundCongress in Köln vorgestellt wurde – lassen sich diese Fragen leichter klären und auf diese Weise fundierte Behandlungsentscheidungen treffen. Das innovative Gerät ermöglicht eine schnelle und einfache Visualisierung fluoreszierender Bakterien sowie die genaue Messung der Wundgröße. Indem, für die Wunde ungefährliches, violettes Licht mit präziser Wellenlänge emittiert wird, beginnen Bakterien mit mehr als 104 KbE/g (koloniebildende Einheit) zu fluoreszieren und werden in verschiedenen Farben bildlich dargestellt. Die Wundgrenzen können genau markiert und eingezeichnet werden, um sie anschließend von dem Gerät ausmessen zu lassen. „Mit dem Lineal würde man die Messung der Wundgröße oft überschätzen und man kann Veränderungen über den Zeitraum nicht verfolgen“, erklärten die Hersteller von smith&nephew und fanden Zustimmung bei den Workshop-Teilnehmern.

Teilnehmer des Workshops
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Interdisziplinären WundCongresses konnten sich selbst ein Bild vom MolecuLight i:X machen.

Auch eine Unterscheidung der Bakteriengruppen ist möglich. Eine rote Fluoreszenz weist beispielsweise auf verschiedene Staphylokokkenarten (MRSA, Staphylococcus aureus) sowie auf Enterobacter cloacae, Escherichia coli und 5 weitere Bakterienarten hin, in cyan-Farben wird das Bakterium Pseudomonas aeruginosa dargestellt. Sie werden dabei bis zu 1-1,5 mm unter der Oberfläche sichtbar und Wunden von einer Größe bis zu 8 cm können erfasst werden, bei größeren Wunden kann abschnittsweise vorgegangen werden. Der Einsatz ist in allen Phasen der Wundversorgung möglich und durch die schnelle Speicherung lässt sich die Dokumentation über den gesamten Zeitraum einfach umsetzen. Auf diese Weise kann auch der Patient aktiver einbezogen werden.

Die Teilnehmer des Workshops von smith&nephew haben sich nach Vorstellung von MolecuLight i:X in kleinen Gruppen zusammengefunden und konnten das Tool selbst ausprobieren und den Herstellern individuelle Fragen stellen. Dieser und weitere Workshops sowie Symposien und informative Vorträge unter dem Motto „Wundversorgung im Wandel“ wurden auf dem Interdisziplinären WundCongress (IWC) in den Kölner Sartory-Sälen angeboten, der mit über 1.000 Teilnehmern sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert hat.

Interdisziplinärer WundCongress
So ähnlich wird es wohl auch am kommenden Donnerstag in den Sartory Sälen aussehen: Bild von der letztjährigen Veranstaltung.

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Kongress – für den Veranstalter PWG-Seminare ist er jetzt schon Erfolg: Wie bereits in den vorherigen Jahren ist auch die Jubiläumsauflage des Interdisziplinären WundCongressen (IWC) wieder restlos ausverkauft. Konkret bedeutet das, dass am kommenden Donnerstag rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet nach Köln in die Sartory Säle, dem Veranstaltungsort, strömen werden.

Und das erwartet die Besucherinnen und Besucher: Da ist zum einen der Hauptkongress, der in diesem Jahr unter dem Motto „Wundversorgung im Wandel steht“. Hierunter summerieren sich verschiedene Vorträge bekannter Referentinnen und Referenten, wie beispielsweise Veronika Gerber von der Initiative Chronische Wunden, Dr. Angela Sauerwald vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) oder Dr. Dirk Hochlenert vom Netzwerk Diabetischer Fuß Köln, die das Thema aus der Sicht ihrer jeweiligen Profession betrachten.

Daneben finden mit Unterstützung der Industrie auch in diesem Jahr wieder vier Satellitensymposien sowie zwei Workshops statt: In diesen werden u.a. Themen behandelt wie beispielsweise bewegungsorientierte Kompression, Unterdrucktherapie, Hautschutz sowie die Behandlung von Ulcera. Fall- und Erfahrungsberichte aus der Praxis sowie die Vorstellung eines neuen Wundassessment-Instruments werden hier ebenfalls behandelt.

Fachmesse
Rund 50 Aussteller werden ihre Stände aufstellen.

Abschließend sei noch die begleitende Fachmesse erwähnt: Verteilt auf zwei Ebenen und einem angrenzenden Saal, werden rund 50 Aussteller aus dem Bereich der Wundversorgung sich und ihre Produkte bzw. Dienstleistungen präsentieren.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich zu der Veranstaltung haben anmelden können, wünschen wir schon jetzt eine spannenden und erfolgreichen Kongress. Für alle anderen bleibt die Gewissheit, dass es im kommenden Jahr wieder einen Interdisziplinären WundCongress geben wird.

Wundbehandlung, Unfall, Akut
Bei einer Blutung, die nicht gerinnt, muss schnell gehandelt werden. Ein Druckverband sollte die Blutung stillen, bis die verletzte Person medizinisch weiter behandelt wird. Overcrew55/Dreamstime.com

Die verletzte Person in eine sichere Position bringen

Bei einem erheblichen Blutverlust droht die Gefahr zu kollabieren. Die verletzte Person könnte zusammenbrechen und je nach Ort des Geschehens sich noch weitere Verletzungen hinzuziehen, wenn sie zu Boden fällt oder auf hartes und unsicheres Gelände aufprallt. Am besten bringen Sie die Person dazu, sich auf einem Stuhl oder den Boden zu setzen, bevor es zur Ohnmacht kommt. Die Person kann sich auch hinlegen, sofern keine Möglichkeit sich anzulehnen besteht. Anschließend ist es wichtig, die blutende Stelle hoch zu halten. Bei einem aufgeschnittenen Arm, oder einem Bein müssen diese hochgelegt werden; kann die Unfallperson dies nicht aus eigener Kraft, müssen Sie nachhelfen oder eine Tasche unter das verletzte Glied schieben. Selbstverständlich sollten Sie den Notruf (kostenlos unter 112) kontaktieren. Ist die Person in einer stabilisierten Lage, geht es an die Wundversorgung.

Erste Hilfe Rettung
Sollten Sie keinen Verbandskasten oder sterilen Verbandsmittel haben, müssen Sie kreativ werden.Pixabay

Wundversorgung: Wie lege ich einen Druckverband an?

Die zwei Grundsatzregeln beim Anlegen eines Verbands lauten:

Legen Sie als erstes eine Wundkompresse auf die betroffene Stelle an, anschließend verwenden Sie Mullbinden bzw. Bandagen und umwickeln Sie den Arm oder das Bein mit der Wundkompresse. Anschließend legen Sie ein Druckmittel auf die Stelle, (dafür eignet sich eine ungeöffnete Mullbinde) dieses wird dann ebenfalls mit Mull umwickelt. Achten Sie darauf, dass der Druckverband relativ stark sitzt, allerdings sollte dieser auch nicht zu fest sein: wenn die Hand oder der Fuß dick wird, oder gar sich blau verfärbt, ist der Verband zu fest und dies kann zur fatalen Folgen führen. Bewegungsfreiheit für Zehen und Finger muss gewährleistet sein.

Sollten Sie keinen Verbandskasten oder steriles Verbandszeug in unmittelbarer Nähe haben, müssen Sie auf alltägliche Mittel zurückgreifen, wie ein T-Shirt, Handtuch, Schal, Hemd etc. Gleiches gilt für das Druckmittel. Sie können dafür Handschuhe, eine Zigarettenschachtel, eine Geldbörse, eine Krawatte oder eine geschlossene Packung Taschentücher dafür verwenden. Achten Sie darauf, dass der Verband fest sitzt und nicht runterrutscht.

Was soll ich tun, wenn in der Wunde sich weiterhin ein Fremdkörper befindet? (Messer, Splitter, Glasscherbe) Darf ich besagtes herausziehen?

Vermeiden Sie es unter allen Umständen einen, sich in der Wunde befindlichen Fremdkörper zu entfernen. Auch wenn es für die Person schmerzvoll ist, der Fremdkörper kann beim Eindringen eventuell eine Arterie getroffen haben, beim herausziehen würden Sie lediglich die Blutung vehement verstärken und die verwundete Person könnte innerhalb von Sekunden verbluten.

Stattdessen versuchen Sie den Fremdkörper zu stabilisieren, in dem Sie die Glasscherbe oder sonstiges mit Mullbinden und Bandagen polstern.

Weitere nützliche Informationen erhalten Sie unter dem Webportal des DRK e.V. und auf dem Nachrichtenportal Nordbayern.

Wenn Sie sich für moderne Behandlungstechniken im Gesundheitswesen interessieren oder Ihnen die Wundversorgung und die Behandlung chronischer Wunden aus persönlichen oder beruflichen Gründen am Herzen liegt, verweisen wir an dieser Stelle auf den Interdisziplinären WundCongress, welcher sich mit der Thematik detailliert auseinander setzt. Sie können sich bereits mit wenigen Klicks hier anmelden.

In der Vergangenheit gab es jedoch Unstimmigkeiten, welche Wundversorgungsprodukte überhaupt als Verbandmittel gelten und somit auch erstattungsfähig sind. Mit der Inkraftsetzung des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) erfolgt nunmehr eine Legaldefintion des Begriffs Verbandmittel.

Prof. Dr. Volker Großkopf erläutert im folgenden Videostatement, welchen Änderungen sich durch diese Neuregelung ergeben:

Weitere Informationen zum Thema erfahren Sie auf dem diesjährigen Interdisziplinären WundCongress. Dort wird dann Dr. Angela Sauerwald vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) zum hochaktuellen Thema der Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Verbandmitteln unter Berücksichtigung der aktuellen sozialversicherungsrechtlichen Entwicklungen Stellung nehmen.

e-health, moderne Gesundheitsversorgung
Der technologische Fortschritt hat längst Einzug im Gesundheitswesen gefunden, dennoch geht die Entwicklung an manchen Stellen nur langsam voran.Putilich/Dreamstime.com

Wir stellen fest, dass heutzutage viele innovative Hilfsmittel stärker in den Fokus geraten, welche vor wenigen Jahren noch keine starke Präsenz auf dem Markt hatten. Auch werden Produkte wie Notruf- und sogenannten Out-Of-Bed-Alarmsysteme immer populärer und rücken stärker ins Bewusstsein.

Ein weiteres Beispiel für technischen Fortschritt im Gesundheitswesen, stellt die sehr umstrittene Entbürokratisierung der Pflegedokumentation dar. Mit den sich auf dem Markt befindenden Softwarelösungen kann im Pflegealltag enorm Zeit gespart werden und somit Arbeitsprozesse optimiert werden. So ist zumindest die Theorie, in der Praxis lässt sich solches Vorhaben nicht  so leicht umsetzen.  Wie soll eine Pflegekraft, die unter Umständen schon über 20 Jahre in dem Pflegesektor arbeitet und bisher nur die händische Dokumentation gewohnt ist, sich so schnell in die neue digitale Abwicklung einarbeiten? Die ältere Generation der Pflegekräfte hat oftmals im privaten Bereich keine Affinität zu innovativen Technologien und Produkten wie Tablets und Co. Viele Arbeitnehmer sind damit schnell überfordert. Letztendlich verbringt das Personal teilweise sogar mehr Zeit damit, sich mit den neuen Produkten auseinander zu setzen, anstatt sich mit der reinen Pflege zu beschäftigen. Wertvolle Arbeitszeit, die in Fortbildungsmaßnahmen investiert werden, fehlt dafür an anderer Stelle und ist somit verschwendet.

Und auch die Wundversorgung befindet sich in einem Wandel. Klassische Methoden werden teilweise als nicht ausreichend wahrgenommen, der Trend entwickelt sich zu neuen Wundversorgungsmethoden und -materialien. Auch hier wird die Produktbreite immer größer. Wundversorger haben mittlerweile nicht mehr nur die Wahl zwischen klassischen Schaumverbänden und dem beliebten Honig, sondern können auch hydroaktive Wundauflagen oder innovative Materialien wie Fischhaut mit in ihre Wahl beziehen.

Sowohl das Personal als auch die Industrie sind sich in einem Punkt einig: Die Arbeit muss effizienter und vor allem ressourcenschonend gestaltet werden. Aus diesem Grund sollten Hilfsmittel jeglicher Art in den täglichen Arbeitsablauf mit einfließen.

Ein Beispiel für ein innovatives Hilfsmittel bietet eine mobile Videokonferenz-Lösung auf Basis von Datenbrillen, die seit kurzem auf dem Markt zu finden ist, wie sie von Unternehmen AMA Xpert Eye angeboten wird. Anhand der Datenbrillen kann im Bereich der Telemedizin und bei Rettungsdiensten eine live Übertragung, eines medizinischen Einsatzes gewährleistet werden. So wird es zum Beispiel einem Arzt in Ausbildung ermöglicht, während seinem Eingriff an einem Patienten, sein Sichtfeld mit einem Kollegen aus einer anderen Stadt oder sogar aus einem anderen Land zu teilen. Während der Videokonferenz hat der behandelnde Arzt, dank der Datenbrille keine Einschränkung in seiner Bewegung, anders als es beim Einsatz eines Mobiltelefons der Fall wäre und kann mit seinem Kollegen nicht nur sprechen, sondern auch gleichzeitig praktizieren. Dies fördert nicht nur den Wissensaustausch, sondern kommt vor allem dem zu behandelnden Patienten zu Gute.

Fazit

Abschließend kann man festhalten, dass es jetzt bereits zahlreiche, zukunftsweisende Produkte und Technologien auf dem Gesundheitsmarkt gibt, welche dem Patienten, dem Personal und der Industrie einen mehrwertigen Nutzen bieten können. Aufgrund des andauernden Fachkräftemangels in der Pflegebranche und dem Mangel an Ärzten, sollte die allerdings oberste Priorität sein, mit dem Einsatz von entsprechenden Hilfsmitteln eine optimale Versorgung und Behandlung der Bewohner und Patienten zu gewährleisten und zeitlich effektiv zu arbeiten.

Die Realität sieht jedoch noch anders aus. Oftmals erfolgt keine oder lediglich eine mangelnde Einweisung in die Handhabung und den Umgang mit neuen Hilfsmitteln. Daher greifen viele Pflegekräfte immer wieder auf die bereits bekannten Produkte zurück.

Findet jedoch eine ausreichende Einarbeit statt, wird der Patient nicht nur nach neustem Stand versorgt und ressourcenschonend gearbeitet, sondern es steigert auch die Zufriedenheit und Effizient der Mitarbeiter, da diese in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

Informieren Sie sich über die neusten Entwicklungen im Bereich der Wundversorgung auf dem Interdisziplinären WundCongress 2017.

Winterakdemie 2013
Gruppenbild mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer der vergangenen Winterakademien.

„Beim nächsten Mal wird alles anders“ lautet das Motto der nunmehr 11. Winterakademie des G&S Verlages auf Gran Canaria in der Zeit vom 20. bis 27. Januar 2018. Informationen und Anmeldemöglichkeit finden Sie auf: www.winterakademie.org

Change Management ist etwas, worüber alle nachdenken, auch Ihre Mitarbeiter. Deshalb ist Change Management der Themenschwerpunkt 2018 des Erfolgsformates der von Prof. Dr. Volker Großkopf geleiteten Winterakademie auf Gran Canaria.

Der Wandel der Arbeitswelt ist allgegenwärtig. Veränderte Machtverhältnisse auf dem Pflegemarkt führen zu neuen Anforderungen an die Leitungskräfte. Der Generationenwechsel der Mitarbeiter bringt neue Prioritäten in die Unternehmen. Durch die Pflegestärkungsgesetze werden in allen Bundesländern die Rahmenverträge und Vergütungsvereinbarungen neu verhandelt. Legislative Initiativen werden zu neuen Personalrichtwerten führen. Genau diesen Themen stellt sich die Winterakademie. Dabei werden den Teilnehmern konkrete, handlungspraktische Impulse vermittelt. Der Blick wird daneben auf die neuen MDK-Prüfrichtlinien, den Einsatz von akademisiertem und ausländischem Personal sowie die durch mehrere wichtige Gesetzesänderungen geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen in Pflege und Medizin gerichtet.

Natürlich besteht auch im kommenden Jahr wieder die Möglichkeit, sich nach den Workshops im Open Space mit allen Teilnehmern und Referenten auszutauschen und so von der interdisziplinären Expertise der Mitreisenden zu schöpfen. Darüber hinaus ist auch wieder eine Exkursion geplant. Dieses Mal steht ein Besuch der medizinisch-pflegewissenschaftlichen Fakultät der Universität Las Palmas an.

Überzeugen Sie sich selbst von der einzigartigen Atmosphäre des Fortbildungsformates:

Blick in das Haupplenum des letztjährigen IWC.

Sowohl die Potenziale als auch die Probleme des Gesundheitswesens – in kaum einem Versorgungszweig zeichnen sie sich so deutlich ab, wie im Bereich der Wundbehandlung. Zu diesem Schluss kam vor über zehn Jahren der Kölner Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Volker Großkopf. Großkopf, der an Katholischen Fachhochschule NRW im Fachbereich Gesundheitswesen lehrt, erkannte darin zugleich ein komplexes Aufgabengebiet, dass nicht von einer Profession allein bewältigt werden kann.

„Mitunter müssen in der Wundversorgung nicht nur Ärzte verschiedener Fachdisziplinen zusammenarbeiten. Auch sind regelmäßig Angehörige anderer Gesundheitsberufe, wie beispielsweise Medizinische Fachangestellte, Altenpflegekräfte sowie Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, beteiligt“, so Großkopf. Des Weiteren müsse man auch an Physiotherapeuten, Podologen, orthophädische Schuhmacher oder Diätberater denken, um nur einige zu nennen. „Und natürlich auch an den Juristen. Aber nach Möglichkeit, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist,“ so der Kölner Rechtswissenschaftler.

Alle Beteiligten zusammenzubringen, den Austausch untereinander anzuregen, unterschiedlichste Wissensstände zu synchronisieren und zu aktualisieren – das war dann auch die Intention für den Start des „Interdisziplinären WundCongresses“ (IWC).

Klein aber oho

Damals, im Jahre 2007, war natürlich alles eine Nummer kleiner: Die Teilnehmerzahl lag gerade etwas über 400 und die Fachmesse bestand aus nur 15 Ständen. Begleitveranstaltungen gab es keine, dafür aber eine hochkarätige Hauptrednerin: Prof. Dr. Eva-Maria Panfil stellte den damals brandneuen „Expertenstandard zur Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ vor.

Zwei Jahre später – auf dem IWC 2009 – verkündeten Prof. Dr. Christel Bienstein (UW/H) und Dr. Nils Lahmann (Charité Berlin), dass „Dekubituseinschätzung keine Skala benötige“ und damit eine Abkehr von der bisherigen Praxis.

Im dritten Jahr nach Einführung des IWC hatten sich die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits nahezu verdoppelt, die Zahl der Aussteller sogar verdreifacht. Konstant blieb hingegen der Veranstaltungsort – die traditionsreichen Sartory-Säle in Köln – und der Veranstaltungstermin, nämlich immer der letzte Donnerstag im November. Ebenfalls von Anfang an als Unterstützter dabei: Die Universitätsklinik Köln.

Prof. Dr. Volker Großkopf (li.) und Vera Lux (re.), Pflegedirektorin der Uniklinik Köln, werden auch in diesem Jahr den Kongress eröffnen.

Dier IWC wird größer

Ein weitere Neuerung ergab sich durch die Einführung der Satellitensymposien im Jahre 2010. Dabei handelt es sich um zusätzliche, von der Industrie ausgerichtete, Fachveranstaltungen, die im Rahmen des IWC durchgeführt werden. Besucher des IWC haben die Möglichkeit an diesen kostenfrei teilzunehmen. „Leider steht vor Ort nur ein begrenzte Zahl an Sitzplätzen für die Symposien zur Verfügung. An diesem Umstand können wir leider nichts ändern“, erklärt Kongressinititator Großkopf. Man habe sich deshalb früh dazu entschlossen, die Teilnahme nach dem Windhundprinzip zu gestalten.

Die Referentinnen und Referenten der Satellitensymposien sind dabei nicht minder bekannt wie die des Hauptprogramms: Unter anderem gaben sich hier schon der Versorgungsforscher Prof. Dr. Matthias Augustin, der spätere Träger des Deutschen Pflegepreises Prof. Dr. Michael Isfort, der ebenfalls ausgezeichnete Diabetologe Dr. Alexander Risse oder die Expertin für Gesundheitsinformatik, Prof. Dr. Ursula Hübner, die Klinke – um nur einige wenige zu nennen.

Auch in diesem Jahr wird es wieder mehrere Satellitensymposien geben: Insgesamt sind vier Veranstaltungen vorgesehen, in denen Themen wie Hautschutz, bewegungsorientierte Kompression, Unterdruck-Wundtherapie oder Debridement diskutiert werden. Nach Angaben des Veranstalters PWG-Seminare sind darüber hinaus erstmalig zwei zusätzliche Workshops geplant – zur Ulcustherapie und zum Wundassessment.

Auf der Erfolgsspur

Inzwischen strömen alljährlich rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet sowie den angrenzenden deutschsprachigen Raum zum Interdisziplinären WundCongress nach Köln. Dadurch darf sich der IWC zu den erfolgreichsten Fachveranstaltungen seiner Art zählen.

Eine, die auch abseits des Fachdiskursus immer wieder mit einem besonderen Bonbon aufwartet. Wie beispielsweise 2014, als der bekannte Popmusiker Purple Schulz ein kleines Abschlusskonzert gab. Oder man denke nur an die inzwischen traditionelle Verlosung eines Platzes zur Teilnahme an einer einwöchigen Fortbildungsreise nach Gran Canaria. „Vielleicht fällt uns zum Zehnjährigen auch noch was ein“, so Prof. Großkopf. Und weiter: „Eine Anmeldung lohnt sich in jeden Fall. Ich freue mich auf jeden, den ich in unserer schönen Domstadt begrüßen kann.“

Mehr Informationen zur Veranstaltung unter www.wundcongress.de

Prof. Dr. Volker Großkopf, Jurist und Professor für Rechtswissenschaften an der Katholischen Hochschule NRW – Fachbereich Gesundheitswesen -, wurde am Rande eines Workshops zum Thema „Entbürokratisierung der Pflegedokumentation“ zu einer kleinen Stellungnahme gebeten. „Grundsätzlich finde ich die Entbürokratisierung sehr gut“, so Großkopf. Denn so würden Ressourcen geschaffen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das Beispiel der stationären Altenpflege, in der es hierdurch nicht mehr notwendig sein soll, minuziös alle erbrachten Leistungen festzuhalten.

Bedenken äußert der Jurist hingegen, wenn es um die Einbindung der Expertenstandards in der Pflege – und damit verbunden auch um den Umgang mit und der Absicherung von haftungsrechtlich relevanten Risiken – geht.

Weitere Workshops zum Thema finden übrigens am 9.6. in Hamburg, 20.10. in München und 1.12. in Berlin statt. Bezieher von Bezahl-Abos der Rechtsdepesche haben die Möglichkeit zu einer vergünstigten Teilnahme. Weitere Informationen beim Veranstalter.

Die Dokumentation ist ein probates Mittel pflegerisches Handeln nachvollziehen zu können. Sie dient sowohl der Therapie- als auch der Qualitätssicherung. Im Schadensfall erlangt sie eine hohe haftungsrechtliche Relevanz, weil häufig nur über die Dokumentation das Behandlungs- und Pflegegeschehen nachvollzogen werden kann.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass viele Haftungsprozesse verloren werden, weil lückenhaft, unvollständig, widersprüchlich oder gar manipuliert dokumentiert wurde. Die Angst vor einer haftungsrechtlichen Inanspruchnahme führt häufig dazu, dass der Dokumentationsumfang stetig steigt und kostbare Zeit – die in der direkten Pflege verloren geht – in Anspruch nimmt.

Mit dem Strukturmodell gegen den Dokumentationswust

Die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation (Strukturmodell) versucht diesem Trend entgegenzutreten. Dieser äußerst begrüßenswerte Ansatz wirft jedoch viele tatsächliche sowie haftungsrechtliche Fragen auf.

Auch eine entbürokratisierte Dokumentation muss die wesentlichen Inhalte des Pflegeprozesses wiedergeben sowie geeignet, lückenlos und sachgerecht sein. Die Frage „was darf ich weglassen und wie sieht die richtige Formulierung aus“ stellt viele Anwender immer wieder vor große Herausforderungen.

Praxisworkshop soll helfen

Abhilfe schafft ein interdisziplinärer Praxisworkshop, der von dem Kölner Forbildungsinstitut PWG-Seminaren angeboten wird. In diesem erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unentbehrliche Informationen für die Erstellung einer rechtlich einwandfreien sowie den pflegewissenschaftlichen Grundsätzen entsprechenden Dokumentation. Durch praxisbezogene Fallvignetten sowie ausgewählte Handlungsempfehlungen und dem praxisorientierten Abwägen von Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Lösungen wird das Problembewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschärft und ein nachhaltiger Wissens- und Informationstransfer ermöglicht.

Der kostenpflichtige Workshop findet in Köln (16.3.), Hamburg (9.6.), München (20.10.) und Berlin (1.12.) statt. Bezieher von Bezahl-Abos der Rechtsdepesche haben die Möglichkeit zu einer vergünstigten Teilnahme. Weitere Informationen beim Veranstalter.

Der WundCongress ist eine Erfolgsgeschichte.
So oder so ähnlich wird das Plenum des IWC wohl auch wieder in diesem Jahr aussehen: Über 1000 Besucherinnen und Besucher haben sich zum Kongress angemeldet.

Am Ende ist es richtig schnell gegangen: Eine Flut an Anmeldungen sorgte dafür, dass seit dem 10. November nichts mehr geht – der 9. Interdisziplinäre WundCongress (IWC) 2016, der in diesem Jahr unter dem Motto „Wundbehandlung 2020: Chronische Wunden heilen doch!?“ steht, ist restlos ausgebucht.

Wer sich also erst jetzt zu einer Teilnahme entschlossen hat, wird kein Glück mehr bei der Anmeldung haben. Freuen dürfen sich hingegen diejenigen, die sich eine Teilnahme schon früh sichern konnten: Denn auf die Besucherinnen und Besucher wartet nicht nur ein mit spannenden Themen randvoll gespickter Kongress. Wie im Vorjahr werden darüber hinaus auch vier zusätzliche Satellitensymposien sowie ein Inselworkshop stattfinden. Außerdem wird es wieder eine Fachmesse mit über 50 Ausstellern aus der Gesundheitswirtschaft geben.

Es gibt etwas zu gewinnen

Als fast schon eine Tradition kann man inzwischen auch die verschiedenen Möglichkeiten beschreiben, bei denen die Besucherinnen und Besucher des IWC etwas gewinnen können. So verlost der Veranstalter PWG-Seminare einen Teilnehmerplatz für die Winterakademie 2017 auf Gran Canaria, die vom 21. bis 28. Januar 2017 stattfinden wird. Dieser Gewinn wird zur Verfügung gestellt zum einen von der Hotelgruppe Lopesan – sie übernimmt die Kosten für die Übernachtung in dem 4-Sterne-Hotel IFA Dunamar – und den PWG-Seminaren, die neben dem Teilnahmebeitrag auch die Flugkosten übernimmt.

Daneben verlost die medi GmbH & Co. KG im Zuge Ihres Inselworkshops zwei Tablets von Apple inklusive eines E-Paper-Abonnements der „Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen“. Mehr Information zur Teilnahme gibt es am Stand von medi im oberen Foyer (B08). Bei beiden Verlosungen wünschen wir schon jetzt viel Glück.

Hinweise zum Einlass

Um lange Schlangen und Wartezeiten bei der Teilnehmerregistrierung zu vermeiden, empfiehlt der Veranstalter PWG-Seminare seinen Gäste etwas früher anzureisen. „Viele unterschätzen den Andrang bei einer Veranstaltung dieser Größe – immerhin erwarten wir 1000 Besucherinnen und Besucher. Andere wiederum die frühmorgendlich angepannte Verkehrslage in Köln“, erklärt Prof. Dr. Volker Großkopf, Initiator des IWC. Wer die Möglichkeit hat auf eine Anreise per Auto zu verzichten, sollte dies tun und stattdessen den öffentlichen Nahverkehr nutzen, so sein Ratschlag.

Wir berichten auf Facebook

Für die, die es dieses Jahr nicht zum IWC geschafft haben, wird die Redaktion der „Rechtsdepesche“ wieder live auf ihrem Facebook-Kanal aus dem Hauptprogramm berichten. Die einzelnen Posts werden ersetzen zwar keinen Kongressbesuch, liefern jedoch einige gute Eindrücke von einer Veranstaltung, die inzwischen zu den bundesweit Größten zum Thema Wundversorgung zu zählen ist.

Der 9. Interdisziplinäre WundCongress findet am 24. November 2016 von 9.00 Uhr bis voraussichtlich 17.30 Uhr in den Kölner Sartory-Sälen statt. Begleitveranstaltungen finden sowohl vormittags als auch nachmittags statt. Achten Sie bitte vor Ort auf Hinweise des Veranstalters.