Begleithunde.
Begleit­hun­de im Ein­satz an Schu­len, in Pfle­ge­hei­men und Kran­ken­häu­sern.lepale/Pixabay.com [CC0 1.0]

In Schu­len, Alten- und Pfle­ge­hei­men sowie Kran­ken­häu­sern haben die vier­bei­ni­gen Hel­fer schon seit Jah­ren zuneh­mend Kon­junk­tur – und sind meist die Lieb­lin­ge des gan­zen Hau­ses: Besuchs- oder Begleit­hun­de ver­bes­sern die Stim­mung in Ein­rich­tun­gen und för­dern das Sozi­al­ver­hal­ten sowie das Mit­ein­an­der der Bewoh­ner oder Besu­cher. Allei­ne an Schu­len gibt es, Schät­zun­gen zufol­ge, bun­des­weit schon meh­re­re hun­dert „Schul­hun­de“. Die meist spe­zi­ell hier­für aus­ge­bil­de­ten Hun­de kom­men vor­mit­tags mit ihrer Begleit­per­son in die Schu­le, je nach Kon­zep­ti­on sind sie auch wäh­rend des Unter­richts in den Klas­sen prä­sent.

Doch die Hal­ter der Begleit­hun­de kön­nen die Kos­ten für sie nicht von der Steu­er abset­zen. Da sie in ers­ter Linie pri­vat gehal­ten wer­den, sei­en sie kein „Arbeits­mit­tel“, für das man Kos­ten steu­er­lich gel­tend machen kön­ne. Das ent­schied nun das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Neu­stadt an der Wein­stra­ße (Az.: 5 K 2345/15 vom 12. März).

Rund 450 Euro steuerlich geltend gemacht

Geklagt hat­te eine Leh­re­rin. Sie hält pri­vat einen Hund und nimmt ihn drei Mal pro Woche in ihre Schu­le mit. Für ihre Ein­kom­men­steu­er-Erklä­rung von 2013 hat­te sie rund 900 Euro Kos­ten – dar­un­ter Hun­de­fut­ter, Spiel­zeug, Hals­band und Lei­nen, Tier­hal­ter-Haft­pflicht und die Hun­de­steu­er – zusam­men­ge­tra­gen. 50 Pro­zent davon mach­te sie als Wer­bungs­kos­ten gel­tend, da ihr Hund die Funk­ti­on eines „Schul­hun­des“ habe. Sie leg­te auch das Päd­ago­gi­sche Kon­zept, eine Schul­be­schei­ni­gung bei sowie Info­ma­te­ri­al des Lan­des Rhein­land-Pfalz über das dort lau­fen­de Pro­gramm zur tier­ge­stütz­ten Päd­ago­gik an Schu­len.

Das Finanz­amt erkann­te jene Kos­ten jedoch nicht an, weil der Hund kein Arbeits­mit­tel im steu­er­recht­li­chen Sin­ne sei.  Zudem wür­de er in nicht unwe­sent­li­chem Umfang pri­vat genutzt. Der Ansicht schloss sich das Finanz­ge­richt an, das die Kla­ge der Leh­re­rin abwies. Zwar wür­de der Hund im Unter­richt ein­ge­setzt, aller­dings über­wie­ge die pri­va­te Nut­zung deut­lich – sodass eine Tren­nung zwi­schen beruf­li­chen und pri­va­ten Zwe­cken nicht mög­lich sei. Auch sei ihre Lehr­tä­tig­keit nicht pri­mär vom Ein­satz des Hun­des abhän­gig. Eben­so wenig kön­ne man den Sach­ver­halt mit einem Poli­zei­hund ver­glei­chen. Ein Poli­zei­hund ste­he schließ­lich im Eigen­tum des Dienst­herrn, die­ser kom­me für sämt­li­che Kos­ten auf.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.