Die Versorgung chronisch kranker Menschen.
Das Natio­na­le For­schungs­pro­gramm will für eine ange­mes­se­ne Ver­sor­gung chro­nisch kran­ker Men­schen sor­gen.

Rund 80 Pro­zent der Ver­sor­gungs­kos­ten fal­len in den Bereich der Behand­lung und Pfle­ge von chro­nisch kran­ken Men­schen. Um die Wis­sens- und Daten­grund­la­gen zur Ver­sor­gung chro­nisch kran­ker Men­schen zu ver­bes­sern, inno­va­ti­ve Ansät­ze zu för­dern und die Ver­sor­gungs­for­schung in der zu stär­ken, wird das Natio­na­le For­schungs­pro­gramm 74 „“ (NFP 74) gestar­tet.

Wissenstransfer fördern und Forschung stärken

Die Ver­sor­gungs­for­schung in der wur­de in den letz­ten fünf Jah­ren von einer pri­va­ten Stif­tung im Rah­men eines För­der­pro­gramms der Schwei­ze­ri­schen Aka­de­mie der Medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaf­ten (SAMW) unter­stützt. Ab die­sem Jahr wird das NFP 74 die Finan­zie­rung der Ver­sor­gungs­for­schung in der fort­füh­ren und den Auf­bau einer inter­na­tio­nal ver­netz­ten For­scher­ge­mein­schaft för­dern. „Das NFP soll Ent­schei­dungs­grund­la­gen für eine all­fäl­li­ge Anpas­sung der Ver­sor­gung lie­fern“, sagt Milo Puhan, Prä­si­dent der Lei­tungs­grup­pe des NFP 74. „Die Poli­tik, die Anbie­ter und die Pati­en­ten sol­len ganz kon­kret von den For­schungs­re­sul­ta­ten pro­fi­tie­ren.“

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Die richtige Versorgung für unterschiedliche Bedürfnisse

Ein wich­ti­ges Ziel des NFP 74 ist es, die Über­ver­sor­gung von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zu ver­rin­gern. „Zur Über­ver­sor­gung zäh­len Behand­lun­gen, die nicht unbe­dingt einen Gesund­heits­ge­winn brin­gen oder der Gesund­heit sogar scha­den kön­nen“, sagt Milo Puhan.

Dazu gehö­ren die Ver­ab­rei­chung von zu vie­len oder unge­eig­ne­ten Medi­ka­men­ten oder die Durch­füh­rung von medi­zi­nisch nicht zwin­gend not­wen­di­gen Ope­ra­tio­nen. Das NFP 74 fokus­siert auch die Unter­ver­sor­gung ein­zel­ner Bevöl­ke­rungs­grup­pen. Dies ist bei­spiels­wei­se der Fall, wenn im länd­li­chen Gebiet die Haus­arzt­pra­xis schließt und der Zugang zur Grund­ver­sor­gung erschwert wird.

Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsfachpersonen stärken

Die Pro­jek­te des NFP 74 sol­len dazu bei­tra­gen, neue Model­le der Behand­lung und Betreu­ung chro­nisch kran­ker Men­schen zu ent­wi­ckeln. „Unser Sys­tem ist sehr auf Ärz­te zen­triert, ins­be­son­de­re wenn es um die Ver­gü­tung von Leis­tun­gen geht. In der Betreu­ung chro­nisch Kran­ker braucht es aber nicht in jedem Fall einen Arzt. Auch ande­re Berufs­bil­der sind für eine gute Ver­sor­gung wich­tig“, sagt Milo Puhan. Unter­sucht wer­den im NFP dar­um einer­seits die Schnitt­stel­len zwi­schen sta­tio­nä­rer und ambu­lan­ter Ver­sor­gung sowie bei der Pfle­ge kran­ker Men­schen zu Hau­se. Ande­rer­seits wird die Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Fach­per­so­nen mit unter­schied­li­chen Gesund­heits­be­ru­fen erforscht. Außer­dem tra­gen die Pro­jek­te des NFP 74 dazu bei, die Daten­la­ge im Ver­sor­gungs­be­reich zu ver­bes­sern. „Das ist heu­te noch nicht der Fall, da Spi­tä­ler und Arzt­pra­xen eige­ne Sys­te­me haben, und es eine Rei­he von Regis­tern und Gesund­heits­da­ten­ban­ken gibt, die nicht mit­ein­an­der ver­linkt sind“, erklärt Milo Puhan.

Der Schwei­zer Natio­nal­fonds hat bis­her 29 Pro­jek­te von ins­ge­samt 173 ein­ge­gan­ge­nen Vor­schlä­gen bewil­ligt. Die Pro­jek­te star­ten ab 2017 schweiz­weit an zehn For­schungs­in­sti­tu­tio­nen, ers­te For­schungs­re­sul­ta­te sind ab 2020 zu erwar­te­ten.