Gera­de von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und Men­schen mit Behin­de­run­gen ist der Zustand der und Mund­hy­gie­ne deut­lich schlech­ter als bei der übri­gen Bevöl­ke­rung. Nach § 22a SGB V haben Men­schen mit ent­spre­chen­der Pfle­ge­stu­fe bereits Anspruch auf zahn­ärzt­li­che Leis­tun­gen zwecks Ver­hü­tung von Zahnerkran­kun­gen.

Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) wur­de beauf­tragt die­se Rege­lung zu kon­kre­ti­sie­ren, was jetzt im Rah­men einer neu­en Richt­li­nie gesche­hen ist. Um also das über­durch­schnitt­lich hohe Risi­ko für Karies‑, Par­odon­tal- und Mund­schleim­hauter­kran­kun­gen für die Betrof­fe­nen zu sen­ken, wur­de nun fest­ge­legt, dass unab­hän­gig von ihrem Mund­ge­sund­heits­sta­tus vor­beu­gen­de Maß­nah­men im Rah­men der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung () getrof­fen wer­den kön­nen.

Art und Umfang der neuen Leistungen

Nach der neu­en Richt­li­nie haben Betrof­fe­ne erst­mals Anspruch auf prä­ven­ti­ve Maß­nah­men in Betreu­ung durch Zahn­ärz­te. Ein­mal im Jahr erfolgt eine zahn­ärzt­li­che Erhe­bung des Mund­ge­sund­heits­sta­tus, um so den Pfle­ge­zu­stand beur­tei­len zu kön­nen. Dar­über hin­aus wird ein indi­vi­du­el­ler Plan für die Mund­pfle­ge erstellt und über und Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men auf­ge­klärt. Zuletzt besteht Anspruch auf die Ent­fer­nung har­ter Zahn­be­lä­ge.

Beschluss tritt 2018 in Kraft

Harald Deis­ler, unpar­tei­isches Mit­gleid im G‑BA und vor­sit­zen­der des Unter­aus­schus­ses Zahn­ärzt­li­che Behand­lung, ist erfreut über die neu­en Ver­ein­ba­run­gen zuguns­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­ger und Men­schen mit Behin­de­run­gen: „Es ist sehr zu begrü­ßen, dass der Gesetz­ge­ber dem beson­de­ren Bedarf an vor­beu­gen­den Leis­tun­gen von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und Men­schen mit Behin­de­run­gen einen eige­nen Stel­len­wert ein­ge­räumt hat.

Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und Men­schen mit Behin­de­run­gen sind in vie­len Fäl­len nur ein­ge­schränkt dazu in der Lage, die für den Erhalt der Mund­ge­sund­heit erfor­der­li­che täg­li­che Mund­pfle­ge durch­zu­füh­ren. Mit der neu­en Richt­li­nie hat der G‑BA nun klar gere­gelt, auf wel­che kon­kre­ten zahn­ärzt­li­chen Leis­tun­gen regel­mä­ßig ein Anspruch besteht.“ Der Beschluss wird nun dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit (BMG) vor­ge­legt und tritt am 1. Juli 2018 in Kraft, sofern kei­ne Bean­stan­dun­gen gemacht wer­den.