Der Umgang mit einem Betäubungsmittel ist reglementiert.
Für , die nach der -Ver­schrei­bungs­ver­ord­nung ver­schrie­ben wer­den, gel­ten beson­de­re Vor­ga­ben.jarmoluk/Pixabay.com [CC0 1.0]

Ele­na Peren­ski fragt: Auch Schmerz­pa­ti­en­ten haben Rei­se­wün­sche. Was muss ein Pati­ent, der sich in einer Opio­id-The­ra­pie befin­det beach­ten, wenn er eine Aus­lands­rei­se plant?

Ant­wort der Redak­ti­on: Wer auf­grund ärzt­li­cher Ver­schrei­bung auf betäu­bungs­mit­tel­hal­ti­ge Arz­nei­mit­tel der Anla­ge III des Betäu­bungs­mit­tel­ge­set­zes (BtMG) ange­wie­sen ist, darf die­se grund­sätz­lich auch auf Aus­lands­rei­sen mit­neh­men, um sei­ne medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung sicher­zu­stel­len. Die Pati­en­ten müs­sen aber eini­ge Regeln beach­ten. Sonst kommt es bei der Ein­rei­se oder am Urlaubs­ort zu Pro­ble­men mit dem Zoll oder der Poli­zei.

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Grund­sätz­lich gilt: Betäu­bungs­mit­tel, die nach der Betäu­bungs­mit­tel-Ver­schrei­bungs­ver­ord­nung von einem Arzt ver­schrie­ben wur­den, kön­nen in einer der Dau­er der Rei­se ange­mes­se­nen Men­ge als per­sön­li­cher Rei­se­be­darf für 30 Tage mit­ge­führt wer­den. Bei Rei­sen in Mit­glied­staa­ten des Schen­gen-Raums soll­te beach­tet wer­den, dass dazu ein Form­blatt des behan­deln­den Arz­tes erfor­der­lich ist. Die­se Beschei­ni­gung gemäß Art. 75 des Schen­ge­ner Abkom­mens muss von der zustän­di­gen Lan­des­ge­sund­heits­be­hör­de im Vor­feld der geplan­ten Rei­se (gebüh­ren­pflich­tig) beglau­bigt wer­den.

Bei Rei­sen in ande­re Län­der wird von der Bun­des­o­pi­umstel­le gera­ten, sich vom Arzt eine mehr­spra­chi­ge Beschei­ni­gung gemäß dem „Leit­fa­den für Rei­sen­de“ des Inter­na­tio­nal Nar­co­tics Con­trol Board (INCB) aus­stel­len zu las­sen, die Anga­ben zu Ein­zel- und Tages­do­sie­run­gen, Wirk­stoff­be­zeich­nung, Wirk­stoff­men­ge und Dau­er der Rei­se ent­hält. Die­se Beschei­ni­gung ist eben­falls von der zustän­di­gen Lan­des­ge­sund­heits­be­hör­de zu beglau­bi­gen und bei der Rei­se mit­zu­füh­ren. Jedoch besteht kei­ne inter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te Bestim­mung für die Mit­nah­me von Betäu­bungs­mit­teln als medi­zi­ni­scher Bedarf der Rei­sen­den. Eini­ge Län­der ver­lan­gen zusätz­lich Import­ge­neh­mi­gun­gen, schrän­ken die Men­ge ein oder ver­bie­ten die Mit­nah­me von Betäu­bungs­mit­teln sogar gene­rell. Um Pro­ble­me zu ver­mei­den, emp­fiehlt die Bun­des­o­pi­umstel­le, sich bereits wäh­rend der Rei­se­vor­be­rei­tung bei der jeweils zustän­di­gen diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tung des Rei­se­lan­des in Deutsch­land nach den gel­ten­den recht­li­chen Bestim­mun­gen zu erkun­di­gen.