BGH bestätigt Urteil gegen Hebamme.
Bun­des­ge­richts­hof () in Karls­ru­he.ComQuat/Wikimedia Com­mons [CC BY-SA 3.0]

Sie war frus­triert und fühl­te sich von ihren Vor­ge­setz­ten nicht genug wert­ge­schätzt. Aus die­sem Grund spiel­te die mehr­mals mit dem Leben von wer­den­den Müt­tern. Heim­lich ver­ab­reich­te sie ihnen im Kreiß­saal vor ihren Ent­bin­dun­gen Hepa­rin, ein blut­ver­dün­nen­des und gerin­nungs­hem­men­des Mit­tel. Bei den Gebur­ten, die per Kai­ser­schnitt erfolgt waren, setz­ten dar­auf­hin schwe­re, lebens­ge­fähr­li­che Blu­tun­gen bei den Frau­en ein; nur durch das recht­zei­ti­ge Ein­grei­fen der Ärz­te­teams, die jeweils Not­fall-Ope­ra­tio­nen ver­an­lass­ten, und letzt­lich durch sehr viel Glück kam kei­ne von ihnen zu Tode.

Auf­grund die­ser Taten hat­te das Land­ge­richt I die Heb­am­me im Okto­ber 2016 zu 15 Jah­ren Haft wegen sie­ben­fa­chem ver­such­ten Mor­des ver­ur­teilt und dar­über hin­aus ein lebens­lan­ges Berufs­ver­bot erteilt. Nun wies auch der Bun­des­ge­richts­hof () die Revi­si­on gegen das Urteil der heu­te 36-Jäh­ri­gen ab (Az.: 1 StR 412/17). Ein Rechts­feh­ler im Urteil des Land­ge­richts lie­ge nicht vor, so die Auf­fas­sung der Karls­ru­her Rich­ter. Damit ist der Rich­ter­spruch end­gül­tig rechts­kräf­tig.

Klinik fiel Häufung der Fälle auf

Die Taten hat­ten sich in einem Kli­ni­kum im hes­si­schen Bad Soden sowie im Münch­ner Uni­kli­ni­kum Groß­ha­dern, wohin sie im Jahr 2012 gewech­selt war, ereig­net. Ihr Vor­ge­hen war im Juni 2014 auf­ge­flo­gen, weil das Ärz­te­team in durch die Häu­fung der­ar­ti­ger Kom­pli­ka­tio­nen bei Gebur­ten miss­trau­isch gewor­den war und den Fall schließ­lich unter­su­chen ließ.

Nach­dem ein Labor die Gaben von Hepa­rin bestä­tigt hat­te, erstat­te­te das Kran­ken­haus Straf­an­zei­ge gegen die Heb­am­me. Im Pro­zess hat­te das Land­ge­richt die Mord­merk­ma­le der Heim­tü­cke erfüllt gese­hen. Schließ­lich hät­ten die Taten die ent­bin­den­den Müt­ter völ­lig unvor­be­rei­tet und arg­los getrof­fen. Zudem habe sie wegen ihres ver­letz­ten Stol­zes sowie der ihrer Auf­fas­sung nach man­geln­den Wert­schät­zung und somit aus nie­de­ren Beweg­grün­den gehan­delt. Weil eini­ge Frau­en infol­ge der Taten – und durch die erfor­der­li­chen Not­ope­ra­tio­nen – auch ihre Fort­pflan­zungs­fä­hig­keit ver­lo­ren haben, sahen die Rich­ter auch die Tat­ein­heit mit voll­ende­ter gefähr­li­cher und schwe­rer Kör­per­ver­let­zung gege­ben.