Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um hat einen Ent­wurf für das -Stär­kungs-Gesetz (PpSG) vor­ge­legt, mit dem die Finan­zie­rung neu­er Pfle­ge­stel­len gere­gelt wer­den soll. Ziel ist es, „spür­ba­re Ver­bes­se­run­gen im All­tag der Pfle­ge­kräf­te durch einen bes­se­re Per­so­nal­aus­stat­tung und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in der Kran­ken- und Alten­pfle­ge“ zu errei­chen, heißt es in dem Refe­ren­ten­ent­wurf.

Dazu soll künf­tig jede zusätz­li­che und jede auf­ge­stock­te Pfle­ge­stel­le für Kran­ken­häu­ser finan­ziert wer­den. Tarif­stei­ge­run­gen für die Pfle­ge­kräf­te wer­den bereits ab 2018 von den Kos­ten­trä­gern voll­stän­dig refi­nan­ziert. Zudem will man ab 2020 die Pfle­ge­per­so­nal­kos­ten der Kran­ken­häu­ser auf eine indi­vi­du­el­le und von den Fall­pau­scha­len unab­hän­gi­ge Ver­gü­tung umstel­len.

Für den Bereich der Alten­pfle­ge ist vor­ge­se­hen, dass jede voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge­ein­rich­tung zusätz­li­ches Per­so­nal erhält, das von der Kran­ken­ver­si­che­rung finan­ziert wird. Die Per­so­nal­men­ge ist dabei gestaf­felt und rich­tet sich nach der Anzahl der Bewoh­ner. Die Spann­wei­te reicht von einer zusätz­li­chen hal­ben Stel­le bis hin zu zwei zusätz­li­chen Stel­len.

Auch den Aus­bil­dungs­nach­wuchs möch­te man för­dern: Um für Kran­ken­häu­ser einen Anreiz zu schaf­fen, mehr Gesund­heits­per­so­nal aus­zu­bil­den, sol­len die Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen für das ers­te Aus­bil­dungs­jahr voll­stän­dig von den Kran­ken­kas­sen refi­nan­ziert wer­den.

Zuletzt sieht der Refe­ren­ten­ent­wurf Maß­nah­men vor, mit denen man die betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung für Pfle­ge­kräf­te in der Kran­ken- und Alten­pfle­ge stär­ken will. Dazu wer­den Maß­nah­men finan­zi­ell unter­stützt, die zur bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Pfle­ge, Fami­lie und Beruf für Pfle­ge­kräf­te bei­tra­gen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßt den Entwurf

„Mit dem Gesetz wer­den den Kran­ken­häu­sern Instru­men­te an die Hand gege­ben, die Pfle­ge zu sichern und per­spek­ti­visch wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und gleich­zei­tig die Rah­men- und Arbeits­be­din­gun­gen des Pfle­ge­per­so­nals grund­le­gend zu ver­bes­sern“, so der Prä­si­dent der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG), Dr. Gerald Gaß zu dem Geset­zes­ent­wurf zur Stär­kung des Pfle­ge­per­so­nals, das daher aus­drück­lich von der DKG begrüßt wer­de. Vor allem bewer­te­te Gaß auch die Aus­glie­de­rung der Per­so­nal­kos­ten aus dem DRG-Sys­tem posi­tiv.

Marburger Bund: DRG-unabhängige Vergütung auch für ärztlichen Dienst

Auch der Mar­bur­ger Bund (MB) steht dem Refe­ren­ten­ent­wurf grund­sätz­lich posi­tiv gegen­über, ver­merkt aber zugleich Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men. Laut Haupt­ge­schäfts­füh­rer Armin Ehl müss­ten alle – also auch die ärzt­li­chen – Per­so­nal­kos­ten aus dem DRG-Sys­tem her­aus­ge­nom­men wer­den. Schließ­lich gebe es auch im ärzt­li­chen Dienst in vie­len Kran­ken­häu­sern eine unzu­rei­chen­de Stel­len­be­set­zung, die zulas­ten der Pati­en­ten­ver­sor­gung gehe.