Bundesgesundheitsministerium
Sein Minis­te­ri­um legt kon­kre­te Vor­schlä­ge vor: Jens Spahn (CDU)Bild: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesundheit

Die Neu­re­ge­lung könn­te am 1. Janu­ar 2022 in Kraft tre­ten. Per­so­nen, die in Kli­ni­ken, Pfle­ge­hei­men oder ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten tätig sind, müss­ten dann einen Nach­weis vor­le­gen, dass sie geimpft oder gene­sen sind. Falls das nicht der Fall wäre, hät­ten sie Gele­gen­heit, es bis zum 31. März nach­zu­ho­len. Arbeit­ge­ber sol­len damit den Impf- oder Gene­se­nen­sta­tus ihrer Beschäf­tig­ten prü­fen und die Nach­wei­se auf Ver­lan­gen auch dem Gesund­heits­amt vor­le­gen können.

Mit der Geset­zes­än­de­rung sol­len vor allem älte­re und vor­er­krank­te Men­schen bes­ser vor einer Anste­ckung mit dem Coro­na­vi­rus geschützt wer­den. Vor allem in Pfle­ge­hei­men ist es in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der zu Covid-19-Aus­brü­chen gekom­men – zum Teil mit fata­len Fol­gen: In einem Heim in Bran­den­burg star­ben meh­re­re Senio­ren, das Per­so­nal soll nur zur Hälf­te geimpft gewe­sen sein.

Die For­mu­lie­rungs­hil­fe des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums dient als Vor­la­ge für die Bera­tun­gen der ange­hen­den Ampel­ko­ali­ti­on. Auch die Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz hat­te am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag beschlos­sen, „dass ein­rich­tungs­be­zo­gen alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in Kran­ken­häu­sern und Ein­rich­tun­gen der Ein­glie­de­rungs­hil­fe sowie in Alten- und Pfle­ge­hei­men und bei mobi­len Pfle­ge­diens­ten bei Kon­takt zu vul­nerablen Per­so­nen ver­pflich­tet wer­den, sich gegen das Coro­na­vi­rus imp­fen zu las­sen“. Sie hat­te die Bun­des­re­gie­rung auf­ge­for­dert, dies schnellst­mög­lich umzusetzen.

Der geschäfts­füh­ren­de Res­sort­chef Jens Spahn (CDU) selbst hat­te sich bis­lang eher ableh­nend zu einer Impf­pflicht in der Pfle­ge geäu­ßert. Der Uni­ons­po­li­ti­ker hat­te dar­auf ver­wie­sen, dass er zwar eine mora­li­sche Pflicht sehe, dass Beschäf­tig­te sich imp­fen las­sen. Eine juris­ti­sche Vor­ga­be sah er jedoch kri­tisch. Vor allem aus Sor­ge, mit zu viel Druck zu vie­le Pfle­ge­kräf­te zu ver­lie­ren. In der Bran­che herrscht ohne­hin ein zuneh­men­der Per­so­nal­man­gel.

Auf Nach­fra­ge der Rechts­de­pe­sche gibt sich das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um etwas wort­karg: In die­ser Pha­se der Regie­rungs­bil­dung sei das Minis­te­ri­um nur Dienst­leis­ter einer neu­en Mehr­heit im Par­la­ment. Zu den Inhal­ten von Geset­zes­vor­ha­ben ver­weist man dort an die Ampel-Frak­tio­nen. Und von dort ist ja auch schon eini­ges durch­ge­si­ckert. Die Impf­pflicht wird also kom­men. Fort­set­zung folgt.