Bundestag, Pflegebildungsreform
Die Pfle­ge­bil­dungs­re­form kommt im Bun­des­tag nicht vor­an.karlherl/Pixabay.com [CC0 1.0]

Es ist ein Trau­er­spiel, das der Bun­des­tag – bzw. die Regie­rungs­frak­tio­nen – sich mit dem Pfle­ge­be­rufs­ge­setz leis­ten, und es trägt wesent­lich zur Poli­tik­ver­dros­sen­heit zumin­dest bei den Pfle­gen­den bei. Der Bun­des­tag scheint auch nach der Som­mer­pau­se unfä­hig, eine Ent­schei­dung zur Pfle­ge­bil­dungs­re­form zu tref­fen. Zumin­dest ist den Sit­zungs­plä­nen in Aus­schüs­sen und Ple­num kei­ne Bera­tung des Gesetz­ent­wur­fes zu ent­neh­men. Es ist frus­trie­rend genug, dass es schon lan­ge nicht mehr um eine sach­li­che Abwä­gung, son­dern anschei­nend nur noch um tak­ti­sche Über­le­gun­gen geht. Dabei ste­hen laut Regie­rungs­pro­gramm sowohl Bun­des­re­gie­rung als auch SPD und Uni­on im Bun­des­tag im Wort für eine Ausbildungsreform.

Ein paar alte Zöpfe abschneiden und ein paar Arbeitgebern auf die Zehen treten

In der Zwi­schen­zeit nimmt das Anse­hen des Beru­fes täg­lich wei­ter Scha­den und die Pfle­ge­fach­per­so­nen wer­den buch­stäb­lich aus dem Beruf ver­trie­ben. Denn die Arbeits­be­din­gun­gen sind viel­fach inak­zep­ta­bel, stän­dig wer­den neue, häu­fig unge­eig­ne­te Vor­schlä­ge dis­ku­tiert, die sowie­so kei­ner umsetzt, und die Wert­schät­zung für pfle­ge­ri­sche Arbeit taucht allen­falls in den Sonn­tags­re­den auf – beklagt der .

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Dabei ist die Fra­ge­stel­lung ganz ein­fach, fin­det der : Braucht Deutsch­land eine zeit­ge­mä­ße und für die Anfor­de­run­gen kon­zi­pier­te , um eine bedarfs­ge­rech­te pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung der Men­schen sicher­zu­stel­len? Auch wenn das bedeu­tet, ein paar alte Zöp­fe abzu­schnei­den und ein paar Arbeit­ge­bern auf die Zehen zu tre­ten? Oder macht sich Fata­lis­mus breit im Sin­ne von ‚Wir wer­den das quan­ti­ta­tiv sowie­so nicht bewäl­ti­gen, des­halb wurs­teln wir wei­ter wie bisher!‘?

Österreich und die Schweiz haben viel umfassender reformiert

Die Aus­bil­dungs­re­form ist nur ein – wenn auch wich­ti­ger – Bau­stein der Reform der pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gung in Deutsch­land. Es wird neben der Reform der Aus­bil­dung auf der Ebe­ne Heil­be­ruf eine bun­des­ein­heit­li­che Rege­lung der Pfle­ge­as­sis­tenz benö­tigt. Zudem wer­den bedarfs­ge­rech­te Per­so­nal­be­mes­sungs­ver­fah­ren gebraucht, die einen adäqua­ten Skill-Mix berück­sich­ti­gen, eine bes­se­re Per­so­nal­aus­stat­tung, mehr und bes­se­re Füh­rung und effi­zi­en­te­re Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren, mehr geleb­te Aner­ken­nung sowie eine kla­re Zuwei­sung von Auf­ga­ben, die der vor­han­de­nen Kom­pe­tenz ent­spricht. „Gelingt dies nicht“, betont der DBfK, „dann wehe den Kran­ken und Pfle­ge­be­dürf­ti­gen von mor­gen – das sind übri­gens wir alle.“

Öster­reich (und weni­ge Jah­re vor­her die Schweiz) hat aktu­ell die deut­lich umfas­sen­der refor­miert. „Im Ver­gleich dazu backen wir klei­ne Bröt­chen. Das soll nicht mög­lich sein?“ äußert sich der DBfK und for­dert des­halb vom Deut­schen Bun­des­tag, den Gesetz­ent­wurf zum Pfle­ge­be­rufs­ge­setz in sei­ner jet­zi­gen Form zur Abstim­mung zu bringen.