Bei der Zubereitung von Sondenkost sind bestimmte Sorgfaltsmaßnahmen einzuhalten.
Bei der Zube­rei­tung von Son­den­kost sind bestimm­te Sorg­falts­maß­nah­men ein­zu­hal­ten.© Sudok1 | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Es stellt sich die Fra­ge, ob die Zube­rei­tung der Son­den­kost auch von Schü­lern über­nom­men wer­den kann:

Unab­hän­gig von den beson­de­ren Bedin­gun­gen, die im Rah­men von Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen in den Pfle­ge­be­ru­fen zu beach­ten sind, bedarf die Zube­rei­tung und Ver­ab­rei­chung von Son­den­kost beson­de­rer hygie­ni­scher Sorg­falt. Gera­de bei alten und kran­ken Men­schen ist es unab­ding­bar, dass es zu kei­ner bak­te­ri­el­len Kon­ta­mi­nie­rung der Nah­rung kommt, da ansons­ten schwer­wie­gen­de gastro­in­tes­ti­na­le Infek­tio­nen ent­ste­hen kön­nen. Auch wenn in ande­ren Berei­chen der Kos­ten­druck im Haf­tungs­recht ansatz­wei­se Berück­sich­ti­gung fin­den kann, gilt die­se Aus­nah­me im Bereich der Nah­rungs­zu­fuhr nicht. Sorg­falts­pflicht­ver­stö­ße wir­ken sich hier unmit­tel­bar gegen die Han­deln­den und die Ein­rich­tung aus. Die­ser Maß­stab gilt auch für die Aus­wahl des hier­bei ein­zu­set­zen­den Per­so­nals. In dem Ver­pfle­gungs­be­reich „Son­den­nah­rung“ muss das Per­so­nal vor allem die all­ge­mei­ne Per­so­nal­hy­gie­ne (zum Bei­spiel hygie­ni­sches Hän­de­wa­schen, Tren­nung der Zivil- von der Arbeits­klei­dung), die infek­ti­ons­schutz­recht­li­chen Gebo­te (§ 6 IfSG) und Ver­bo­te (zum Bei­spiel § 42 IfSG) und die beson­de­ren Anfor­de­run­gen der Lebens­mit­tel­hy­gie­ne­vor­schrif­ten beach­ten.

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Für den Ein­satz von Pfle­ge­schü­lern gilt der all­ge­mei­ne Grund­satz, dass die­se aus­schließ­lich nur unter Auf­sicht und Anlei­tung arbei­ten dür­fen. Auch bei der Zube­rei­tung von Son­den­nah­rung dür­fen hier­von kei­ne Abstri­che gemacht wer­den. Unpro­ble­ma­tisch sind die Fäl­le, in denen ein Schü­ler unter unmit­tel­ba­rer Über­wa­chung des Aus­bil­ders die Son­den­nah­rung zube­rei­tet. Hier wird ein even­tu­el­les Ver­säum­nis dem Über­wa­chen­den zuge­rech­net, ohne dass der Schü­ler von dem Geschä­dig­ten bean­sprucht wer­den könn­te. Je fer­ner jedoch die räum­li­che Tren­nung des Aus­bil­ders vom Aus­zu­bil­den­den ist, des­to stär­ker rückt die Eigen­haf­tung des Aus­zu­bil­den­den in den Vor­der­grund. Abzu­gren­zen hier­von ist zudem die Ein­stands­pflicht des Aus­bil­ders für even­tu­el­le Ver­säum­nis­se bei der Über­wa­chung des Aus­zu­bil­den­den. Wird ein Aus­zu­bil­den­der sogar eigen­in­itia­tiv und unkon­trol­liert tätig, so hat er die vol­le Ver­ant­wort­lich­keit für sein feh­ler­haf­tes Han­deln zu über­neh­men.