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Körperfett, Analyse
Dass manche Perso­nen­grup­pen aktive­res braunes Fett haben oder insge­samt mehr, dies konnten die Wissen­schaft­ler Tobias Fromme (l.) und Carlos Gerngroß durch die Analyse der PET-Scans belegen.Bild: TUM/ Astrid Eckert

Von neuen Adipo­si­tas- und Diabe­tes-Medika­men­ten, die das braune Fettge­webe aktivie­ren, ist deshalb eine stärkere Wirkung zu erwar­ten. Für die Studie, die im „Journal of Nuclear Medicine“ veröf­fent­licht wurde, sind knapp 3000 PET-Scans von 1644 Patien­tin­nen und Patien­ten ausge­wer­tet worden. PET steht als Abkür­zung für eine Positro­nen-Emissi­ons-Tomogra­phie, welche in der Krebs­me­di­zin einge­setzt wird. Mit ihrer Hilfe werden Stoff­wech­sel­vor­gänge im Körper sicht­bar. Da ein Tumor häufig einen anderen Energie­stoff­wech­sel als gesun­des Gewebe aufweist, können über solche PET-Scans Metasta­sen festge­stellt werden.

Mit dem braunen Fett überschüs­sige Pfunde wegschmelzen

„Als Neben­pro­dukt dieser PET-Scans wird für uns aktives braunes Fettge­webe sicht­bar“, erklärt Dr. Tobias Fromme vom Else-Kröner-Frese­nius Zentrum der TU München – „das braune Fettge­webe nimmt viel Zucker auf und diese Aktivi­tät können wir über die Scans nachvoll­zie­hen.“ Es wäre beispiels­weise vorstell­bar, dass bei Diabe­ti­kern mithilfe der hohen Aktivi­tät des braunen Fettes über ein Medika­ment der überschüs­sige Zucker­an­teil im Blut reduziert wird.

Ebenso wäre es denkbar, bei Patien­tin­nen und Patien­ten mit Adipo­si­tas die hohe Energie­ver­bren­nung durch das braune Fett zu nutzen, um überschüs­sige Pfunde zum Schmel­zen zu bringen – zumin­dest teilweise. „Jeden­falls ist die Prognose für die Wirkung von Medika­men­ten im braunen Fettge­webe nach oben korri­gier­bar“, sagt der Wissenschaftler.

Manche aktivie­ren braunes Körper­fett stärker als andere

Dass manche Perso­nen­grup­pen es stärker als andere vermö­gen, ihr braunes Fett zu aktivie­ren oder gar insge­samt mehr davon besit­zen, dies kam durch die Analyse der PET-Scans ebenfalls zutage. Zudem war das Ergeb­nis verschie­de­ner Vorläu­fer­stu­dien, dass Frauen häufi­ger aktive­res braunes Fett haben als Männer. Ebenso haben schlanke und jüngere Menschen mehr Anteile von braunem Fett. Bei Beleib­te­ren wiederum reagiert das braune Fett nicht so aktiv und bei älteren Perso­nen auch nicht. „Jedoch bei etwa fünf Prozent der Patien­tin­nen und Patien­ten kommt aktives braunes Fett weitaus häufi­ger vor als bei der allge­mei­nen Bevöl­ke­rung“, sagt Fromme – „bei Ihnen zeigten 50 % der Scans diese aktiven Fettgewebeanteile.“

Für den Wissen­schaft­ler steckt darin eine mögli­che Erklä­rung für das Phäno­men, warum die Einen bei einem zusätz­li­chen Stück Torte schon zuneh­men, während anderen die süße Schlem­me­rei nichts anhaben kann: Unter­schied­li­che Körper­ge­wichte bei gleicher Ernäh­rung. „Schluss­end­lich muss bei Medika­men­ten, die das aktive braune Fettge­webe nutzen, darauf geach­tet werden, dass manche Perso­nen­grup­pen von einer zusätz­li­chen Aktivie­rung des braunen Fetts stärker profi­tie­ren werden als andere“, erklärt der Studienautor.

Quelle: idw