Digitale Technologien in der Pflege.
Die deutsche Bevölkerung scheint offen zu sein für den Einsatz digitaler Technologien in der Pflege.Petrkurgan/Dreamstime.com [Dreamstime RF]

Rund drei Millionen pflegebedürftige Menschen zählt Deutschland, mit steigender Tendenz und bei gleichzeitig wachsendem Pflegepersonalmangel. Im Einsatz digitaler Technologien wird daher gerne eine hilfreiche Unterstützung für die Pflege gesehen. Wie sieht das die deutsche Bevölkerung, worin werden die Vorteile digitaler Techniken in der pflegerischen Versorgung gesehen und gibt es Bedenken? Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat nach der Akzeptanz des Technikeinsatzes und nach der Einschätzung der deutschen Bevölkerung in Bezug auf digitale Anwendung in der Pflege gefragt. Dazu wurde eine repräsentative Befragung mit 1.000 Teilnehmern durchgeführt.

Bevölkerung ist offen für digitale Technolgien

Den Ergebnissen zufolge ist die Mehrheit generell offen für den digitalen Technikeinsatz in der Pflege. Während ein Viertel darin überwiegend Risiken sieht, so sehen etwa zwei Drittel der Befragten darin Chancen. Den Technikeinsatz als Erleichterung der Arbeit von Pflegenden halten 84 Prozent für sinnvoll. Zudem sehen 74 Prozent in technischen Unterstützungssystemen das Potenzial, Pflegebedürftigen ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen.

Auch nach konkreten Einsatzfeldern wurde in der Studie gefragt, etwa nach technischen Anwendungen im Wohnumfeld. Beispielsweise befürworten hierbei 74 Prozent videobasierte Kommunikationssysteme, mit denen Pflegebedürftige ihre Helfer kontaktieren können. Auch „Telepflege-Angebote“ werden positiv angenommen: Für mögliche Schulungen von Angehörigen zur Pflege über eine Videoverbindung haben sich 74 Prozent ausgesprochen.

Zuletzt sind die meisten ebenso wenig Apps und Robotern abgeneigt. Apps zur Bewegungsförderung in der Pflege hält etwas mehr als die Hälfte für sinnvoll, Anwendungen zur Schulung pflegender Angehöriger finden 68 Prozent gut. Roboter, die an die Einnahme von Medikamenten, Speisen oder Getränken erinnern, befürworten drei Viertel aller Befragten und 65 Prozent bewerten sie positiv in ihrer Funktion, um bei einem Sturz aufzuhelfen.

Bedenken im Bereich der Datensicherheit

Auch Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP, sieht vielmehr die Chancen, die digitale Technologien für die Pflege bergen: „Technologische Potenziale, die zur Unterstützung und sogar Verbesserung des Pflege- und Versorgungsprozesses vorhanden sind, werden oft verkannt – in manchen Debatten auch irrationale Ängste dazu geschürt. Dabei bietet Technik unter anderem die Chance, Pflegende von Routineaufgaben zu entlasten, Prozesse zu vereinfachen, um mehr Zeit für die pflegebedürftigen Menschen zu haben, und die Patientensicherheit zu erhöhen“, erklärt Suhr.

Doch nicht nur Positives hatte die Studie zum Ergebnis, auch Bedenken wurden im Zusammenhang mit digitalen Technologien geäußert, insbesondere was den Umgang mit persönlichen Daten angeht. Diesen Bedenken „eher“ zugestimmt haben 32 Prozent, „voll und ganz“ traf diese Aussage für 43 Prozent zu.

Die 1.000 Teilnehmer wurden im Zeitraum vom 19. Februar bis 7. März 2018 befragt. Bei den Befragten handelt es sich um deutschsprachige Personen ab 18 Jahren.

Quelle:

ZQP