Coronavirus
Welt­weit wird fie­ber­haft dar­an gear­bei­tet, Mit­tel und Wege gegen das Coro­na­vi­rus zu fin­den. Um eine Aus­brei­tung in den beson­de­res gefähr­de­ten Gesund­heits­ein­rich­tun­gen zu ver­hin­dern, ist auch an eine hygie­ni­sche Wäsche­ver­sor­gung zu den­ken.Olek­san­dr Lutsenko/Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Über­tra­gun­gen des Coro­na­vi­rus schei­nen ins­be­son­de­re bei engem, unge­schütz­tem (z.B. häus­li­chem oder medi­zi­nisch pfle­ge­ri­schem) Kon­takt zwi­schen Men­schen auf­zu­tre­ten. Aber auch indi­rek­te Über­tra­gungs­we­ge über Ober­flä­chen und Tex­ti­li­en sind mög­lich. Vor allem Hus­ten und Nie­sen sowie bestimm­te medi­zi­ni­sche Maß­nah­men, die mit Aero­sol­bil­dung ein­her­ge­hen (z.B. der Bron­cho­sko­pie), gel­ten als Infek­ti­ons­we­ge.

Durch infi­zier­te Wäsche oder kon­ta­mi­nier­te Ober­flä­chen kön­nen eben­falls Über­tra­gun­gen statt­fin­den. Zwar ist momen­tan noch nicht ein­deu­tig geklärt, wie lan­ge das Virus auf unbe­leb­ten Ober­flä­chen über­le­bens­fä­hig ist. In eini­gen Fäl­len konn­te das Virus aber noch nach 9 Tagen auf metal­li­schen Ober­flä­chen nach­ge­wie­sen wer­den.

Eine Infek­ti­on kann durch das Ein­drin­gen von Krank­heits­er­re­gern über nicht intak­te Haut oder Schleim­häu­te ober über die Nah­rungs­auf­nah­me bei unzu­rei­chen­der Hän­de­hy­gie­ne gesche­hen. Auch an Gegen­stän­den oder medi­zi­ni­schen Instru­men­ten, die in der Wäsche zurück­ge­las­sen wur­den, kön­nen Erre­ger oder Kör­per­se­kre­te anhaf­ten.

Inner­halb der Ein­rich­tun­gen kann das Virus über ver­schmutz­te Wäsche (Bett­wä­sche, Berufs­klei­dung) sowohl auf Pati­en­ten als auch auf Per­so­nal über­tra­gen wer­den. Gera­de in der aktu­el­len Pan­de­mie-Situa­ti­on kommt also einer hygie­ni­schen Wäsche­ver­sor­gung sowie auch dem regel­mä­ßi­gen Wech­sel der Berufs- und Schutz­be­klei­dung eine enorm hohe Bedeu­tung auch für den Gesund­heits­schutz der Pati­en­ten und Bewoh­ner zu. Von der Berufs­klei­dung darf kein Infek­ti­ons­ri­si­ko aus­ge­hen. Die Ver­ant­wor­tung liegt hier auch im beherrsch­ba­ren Risi­ko­be­reich des Ein­rich­tungs­trä­gers.

Im Prin­zip gilt Wäsche aus Kran­ken­häu­sern, medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen und Pfle­ge­hei­men grund­sätz­lich als infek­ti­ons­ge­fähr­det. Das gilt auch für den Fall einer mög­li­chen Infek­ti­on mit dem COVID-19-Virus. Ins­be­son­de­re dort, wo medi­zi­nisch unter­sucht wird und Kör­per­flüs­sig­kei­ten mit der Wäsche in Berüh­rung kom­men, ist eine sol­che Infek­ti­ons­ge­fähr­dung anzu­neh­men.

Daher zählt es zu den all­ge­mei­nen Hygie­ne­an­for­de­run­gen gemäß § 9 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Bio­Stoff­VO dafür zu sor­gen, dass die Arbeits­klei­dung regel­mä­ßig sowie bei Bedarf gewech­selt und gerei­nigt wird.

Ein wei­te­res Risi­ko für eine Ver­brei­tung des COVID-19 geht dar­über hin­aus von den Tex­ti­li­en aus, die nicht einem aner­kann­ten des­in­fi­zie­ren­den Wasch­ver­fah­ren zuge­führt wer­den. Also wenn bei­spiels­wei­se Beschäf­tig­te selbst beschaff­te und getra­ge­ne Berufs­klei­dung in der Ein­rich­tung oder auch zuhau­se in nor­ma­len Haus­halts­wasch­ma­schi­nen waschen. Die Viren könn­ten so dann auch noch zu Ange­hö­ri­gen der Pfle­gen­den über­tra­gen wer­den.

Pro­fes­sio­nel­le tex­ti­le Dienst­leis­ter, die Erfah­rung mit infek­ti­ons­ge­fähr­de­ter Wäsche haben und ent­spre­chen­de Hygie­ne­zeug­nis­se (RAL-GZ 992/2) und Hygie­nema­nage­ment­sys­te­me (nach EN 14065) besit­zen, gewähr­leis­ten eine siche­re Des­in­fi­zie­rung die­ser Wäsche durch Wasch­ver­fah­ren die nach RKI und VAH-Lis­te aner­kannt sind. Das Coro­na­vi­rus kann mit einem sol­chen des­in­fi­zie­ren­den Wasch­ver­fah­ren mit Wirk­be­reich B abge­tö­tet bzw. inak­ti­viert wer­den.

Quel­len:

  1. DGUV Infor­ma­ti­on 203–084: „Umgang mit Wäsche aus Berei­chen mit erhöh­ter Infek­ti­ons­ge­fähr­dung“
  2. RKI: Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on im Rah­men der Pfle­ge und Behand­lung von Pati­en­ten mit über­trag­ba­ren Krank­hei­ten. Emp­feh­lung der Kom­mis­si­on für Kran­ken­haus­hy­gie­ne und Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on beim RKI (KRINKO). Bun­des­ge­sund­heits­blatt 09/2015
  3. Güte­ge­mein­schaft sach­ge­mä­ße Wäsche­pfle­ge e.V.: „Kei­ne und Viren auf der Wäsche unter Kon­trol­le – auch in Zei­ten von Coro­na­vi­rus und co.“
  4. VAH-Lis­te der Des­in­fek­ti­ons­mit­tel