Arbeitsbedingungen in der Pflege.
Die TK schlägt einen „Masterplan Pflegeberufe“ vor.Alexraths/Dreamstime.com

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Pflegeheimen und Krankenhäuser hat für die Deutschen äußerste Priorität als Aufgabe der künftigen Gesundheitspolitik. Das sagten 97 Prozent bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen sollte nach Meinung der Befragten weit oben auf der Agenda stehen – zwei von drei Befragten (67 Prozent) halten diese für besonders wichtig.

Doch auch der Besuch beim Arzt darf sich den Ergebnissen zufolge verbessern. 85 Prozent finden, dass Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten haben sollten. Dafür müsse die zukünftige Regierung sorgen. Zuletzt haben sich 76 Prozent für eine schnellere Terminvergabe ausgesprochen und sieben von zehn Befragten halten die Entlastung der Notaufnahmen für eine sehr wichtige Aufgabe (73 Prozent).

1.002 Menschen ab 18 Jahren wurden für die Umfrage im Januar dieses Jahres befragt.

TK schlägt einen „Masterplan Pflegeberufe“ vor

Um einem Pflegenotstand die Stirn zu bieten und den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen, schlägt die TK einen „Masterplan Pflegeberufe“ vor. Mit gezielten Maßnahmen soll dafür gesorgt werden, dass Beschäftigte in der Pflege länger in ihrem Beruf bleiben oder wieder zu ihrer Pflegetätigkeit zurückkehren. Dazu benennt die TK fünf Handlungsfelder, die mit dem Masterplan umgesetzt werden sollten:

  • eine höhere Vergütung, vor allem in der Altenpflege
  • Anreize zur Weiterbildung sollen durch eine größere Lohnspreizung erhöht werden
  • attraktive Rückkehrangebote nach einer beruflichen Auszeit oder Beschäftigungen jenseits der Pflege
  • eine altersgerechte Arbeitsorganisation, mit der sich ältere Pflegekräfte im Beruf halten lassen
  • neue Karrierepfade und Aufgabenfelder, die die berufliche Laufbahn „am“ Bett und im unmittelbaren Umfeld interessanter machen.

Unterstützung für pflegende Angehörige

„Wenn wir nicht noch mehr Pflegekräfte verlieren wollen, müssen wir ihnen neue Perspektiven aufzeigen“, so die TK. Darüber hinaus dürfen auch die pflegenden Angehörigen nicht vernachlässigt werden. Für ihre Unterstützung würden digitale Angebote viel Potenzial bergen. So könnten beispielsweise smarte Technologien für Sicherheit bei Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sorgen, wie etwa Sensoren zur Sturzmeldung. Um pflegenden Angehörigen den Zugang zur „Smart Home“-Angeboten zu ermöglichen, fordert die TK eine entsprechende Erweiterung im Leistungskatalog der Pflegeversicherung.

Quelle:

TK