3D-Darstellung von Bakterien und Blutzellen
3D-Dar­stel­lung von Bak­te­ri­en und Blut­zel­len© Kit­ti­pong Jira­sukha­n­ont | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Sep­sis – auch „Blut­ver­gif­tung“ genannt – ist eine lebens­be­droh­li­che Krank­heit, die lei­der oft erst zu spät erkannt wird. In Deutsch­land gibt es jedes Jahr etwa 75.000 Todes­fäl­le auf­grund von Sep­sis, wovon 15.000 bis 20.000 als ver­meid­bar gel­ten. Auch Erkran­kun­gen, die nicht töd­lich sind, kön­nen trotz­dem zu schwe­ren Fol­ge­schä­den, wie zum Bei­spiel chro­ni­sche Erschöp­fung oder Depres­si­on, führen.

Jeder sollte „in der Lage sein, die kritischen Zeichen zu erkennen“

Die neue Kam­pa­gne „Deutsch­land erkennt Sep­sis“ will nun über die Gefah­ren der Sep­sis auf­klä­ren und die typi­schen Warn­zei­chen in der Bevöl­ke­rung und bei medi­zi­ni­schem Per­so­nal bekann­ter machen.

Zu die­sem Zweck wur­de eine Web­sei­te erstellt, auf der unter ande­rem wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen zu den Warn­zeich­nen und Ver­hal­tens­re­geln im Not­fall zu fin­den sind.

Vor­ge­stellt wur­de die Kam­pa­gne von dem Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit (APS), der Sep­sis Stif­tung, der Deut­schen Sep­sis-Hil­fe, dem Sep­sis­dia­log der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald und dem Ver­band der Ersatz­kas­sen (vdek).

Dr. Ruth Hecker, Vor­sit­zen­de des APS, erklär­te dazu, dass die Kam­pa­gne „so vie­le Men­schen wie mög­lich über das The­ma auf­klä­ren“ soll. „[D]ie Sep­sis ent­steht meis­tens nicht im Kran­ken­haus, son­dern in ganz all­täg­li­chen Lebens­si­tua­tio­nen. Des­we­gen soll­te jeder in der Lage sein, die kri­ti­schen Zei­chen zu erken­nen“, füg­te sie hinzu.

„Jede Minute zählt“ – Vorbeugung und Früherkennung

Prof. Dr. Kon­rad Rein­hart, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Deut­schen Sep­sis Stif­tung, beton­te auch die Wich­tig­keit der Vor­beu­gung: „Nahe­zu jede Infek­ti­ons­krank­heit und fast jeder Krank­heits­er­re­ger kann zur Sep­sis füh­ren, das gilt auch für Grip­pe oder Covid-19.“

„Durch Vor­beu­gun­gen von Infek­tio­nen, durch Imp­fun­gen, zum Bei­spiel gegen Grip­pe, bes­se­re Hygie­ne zu Hau­se und in Kli­ni­ken, Früh­erken­nung und Behand­lung als Not­fall kön­nen vie­le Men­schen­le­ben geret­tet werden.“

Es sei daher auch sehr wich­tig, die frü­hen Warn­si­gna­le schon ernst zu neh­men, so Arne Tru­mann, 2. stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Sep­sis-Hil­fe und selbst Sepsis-Betroffener.

Zusätz­lich gab Tru­mann eine per­sön­li­che Per­spek­ti­ve: „Über­lebt zu haben ist ein Geschenk, das zu vie­len Men­schen nicht zuteil­wird. […] Umso wich­ti­ger ist es, dass jeder weiß, Sep­sis ist ein Not­fall wie Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall. Jede Minu­te zählt.“

Deutscher Pflegerat unterstützt die Kampagne

Die Kam­pa­gne wird auch vom Deut­schen Pfle­gerat unter­stützt. Franz Wag­ner, Prä­si­dent des Pfle­gerats, sag­te dazu: „Es ist Zeit zu han­deln, um Leben zu ret­ten und belas­ten­de medi­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Fol­gen zu ver­mei­den […] Einer der wesent­lichs­ten Punk­te ist dabei, die Sep­sis früh­zei­tig zu erken­nen, um sie rich­tig behan­deln zu können.“