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Patientenverfügung
Laut einer repräsentativen Umfrage der “Apotheken Umschau” besitzen drei Viertel aller Bundesbürger keine Patientenverfügung.”moritz320/Pixabay.com [CC0 1.0]

Der Umfrage zufolge bestehen deutliche Unsicherheiten was das Thema der Patientenverfügung betrifft. Drei Viertel (74,6 Prozent) aller Befragten besitzen ein solches Dokument nicht, wovon zwei Drittel (67,9 Prozent) als Grund angegeben haben, dass sie sich nicht ausreichend über die Regelungen informiert fühlen. Jeder Zweite (54,3 Prozent) weiß zudem nicht, wie man eine Patientenverfügung zu verfassen hat. Hinzu kommen grundsätzliche Bedenken der Bürger, die sie vom Verfassen einer Patientenverfügung abhalten. Viele haben Angst, dass sie aufgrund der Verfügung möglicherweise zu früh aufgegeben werden und verzichten deshalb auf eine Hinterlegung des Dokumentes (37,2 Prozent). Auch das Thema Erbschaft scheint eine Rolle zu spielen, denn jeder Vierte (24,9 Prozent) will verhindern, dass eventuelle Erben die Patientenverfügung missbrauchen würden. Immerhin jeder Zweite (50,0 Prozent) hat angegeben, dass er schlichtweg noch nicht dazu gekommen sei, das Dokument zu verfassen. Generell scheint jedoch die Angst zu überwiegen, sich festlegen zu müssen. Denn die Mehrheit (66,7 Prozent) ist sich nicht sicher, ob sie im Ernstfall genauso entscheiden würden, wie zum Zeitpunkt der Erstellung der Verfügung.

Bei der Umfrage der „Apotheken Umschau“ haben insgesamt 1969 Frauen und Männer ab 14 Jahren teilgenommen. Durchgeführt wurde sie von der GfK Marktforschung Nürnberg.

Aus rechtlicher Sicht gilt jeder ärztlicher Eingriff zunächst einmal als strafrechtlich relevante Körperverletzung, die erst durch eine Einwilligung des Patienten gerechtfertigt und damit rechtmäßig wird. Daher muss vor der entsprechenden Behandlungsmethode die Einwilligung des zu Behandelnden eingeholt werden. Doch oftmals sind Patienten aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht mehr in der Lage eine Einwilligung abzugeben, sodass an dieser Stelle eine Patientenverfügung möglicherweise hilfreiche Informationen geben könnte.

Inwiefern sich die mangelnde Fähigkeit zur Abgabe der Einwilligung auch auf das Thema Freiheitsberaubung bei beispielsweise dementen Patienten auswirken kann, erklärt der Kölner Rechtsanwalt Hubert Klein in diesem Videobeitrag. Als Anwalt und Referent hat er im Zusammenhang des im Jahr 2012 stattgefundenen JuraHealth Congress (JHC) über das Thema „Freiheitsentziehende Maßnahmen“ informiert. Auch in unserer RDG Heftausgabe 2009, 6(2) wird das Schwerpunktthema “Patientenverfügung: Ein Instrument zur Wahrung der Patientenautonomie” behandelt.

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