Prof. Gertrud Hundenborn, Professorin (em.) für Pflegepädagogik und Pflegefachdidaktik an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen im Fachbereich Gesundheitswesen. Die Entwicklung der Curricula für die neue Ausbildung in der Pflege hat sie maßgeblich mitgestaltet.
Prof. Ger­trud Hun­den­born, Pro­fes­so­rin (em.) für Pfle­ge­päd­ago­gik und Pfle­ge­fach­di­dak­tik an der Katho­li­schen Hoch­schu­le Nord­rhein-West­fa­len im Fach­be­reich Gesund­heits­we­sen. Die Ent­wick­lung der Cur­ri­cu­la für die neue hat sie maß­geb­lich mit­ge­stal­tet.

Mit der Ver­ab­schie­dung des Pfle­ge­be­ru­fe­ge­set­zes im Juli 2017 wur­de der Grund­stein für die neue gene­ra­lis­ti­sche gelegt. Seit vie­len Jah­ren stand das Vor­ha­ben, die an den euro­päi­schen Stan­dard anzu­pas­sen, im Gespräch. Über ein Jahr hat die Regie­rungs­ko­ali­ti­on die Pfle­ge­be­ru­fe­re­form dis­ku­tiert und sich letzt­lich auf eine Kom­pro­miss­lö­sung geei­nigt. Nun, mit Beginn des Jah­res 2020, ist es end­lich so weit – künf­tig wer­den die Aus­zu­bil­den­den in der Pfle­ge gene­ra­lis­tisch aus­ge­bil­det. Anders als bis­lang, wird die Aus­bil­dung nicht in die Berei­che Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge, Gesund­heits-und Kin­der­kran­ken­pfle­ge und Alten­pfle­ge geglie­dert. Von nun an erhal­ten alle Aus­zu­bil­den­den in den ers­ten zwei Jah­ren eine gemein­sa­me, gene­ra­lis­ti­sche Pfle­ge­aus­bil­dung. Im drit­ten Jahr kön­nen sie sich dann unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ent­schei­den, ob sie die gene­ra­lis­ti­sche Aus­bil­dung zur „Pfle­ge­fach­frau“ bzw. zum „Pfle­ge­fach­mann“ fort­füh­ren oder sich auf einen Bereich, den der Alten­pfle­ge oder der Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ge, fokus­sie­ren.

Wel­che Vor­tei­le erlan­gen Aus­zu­bil­den­de durch die Gene­ra­li­sitk, ist eine Fokus­sie­rung auf einen Pfle­ge­be­reich rat­sam und wie steht es eigent­lich um den Sta­tus der bereits aus­ge­bil­de­ten Pfle­ge­fach­kräf­te? Mit die­sen und wei­te­ren Fra­gen hat sich die Rechts­de­pe­sche-Redak­ti­on an Prof. Ger­trud Hun­den­born gewandt. Die Pro­fes­so­rin (em.) für Pfle­ge­päd­ago­gik und Pfle­ge­fach­di­dak­tik an der Katho­li­schen Hoch­schu­le Nord­rhein-West­fa­len im Fach­be­reich Gesund­heits­we­sen, und selbst einst exami­nier­te Kran­ken­schwes­ter, ist näm­lich nicht nur Ver­fech­te­rin der gene­ra­lis­ti­schen Erst­aus­bil­dung, son­dern hat auch die Ent­wick­lung der Cur­ri­cu­la der neu­en Pfle­ge­aus­bil­dung feder­füh­rend und maß­geb­lich mit­ge­stal­tet und auf den Weg gebracht.

Anzei­ge
PWG-Seminare

Maren van Les­sen: Frau Prof. Hun­den­born, mit der geht ja nicht nur eine umfas­sen­de Neu­struk­tu­rie­rung der Pfle­ge­aus­bil­dung ein­her. Auch eine völ­lig neue Berufs­be­zeich­nung wur­de in die­sem Zuge ins Leben geru­fen. Wie kommt es zu dem Namen Pfle­ge­fach­frau bzw. Pfle­ge­fach­mann?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Bis­her haben wir ja die Berufs­be­zeich­nun­gen Gesund­heits- und Krankenpfleger/in, Gesund­heits- und Kinderkrankenpfleger/in und Altenpfleger/in geführt. Die neue Aus­bil­dung ist aller­dings nun nicht mehr auf ein­zel­ne Lebens­pha­sen bezo­gen, son­dern aus­ge­rich­tet auf die Pfle­ge von Men­schen aller Alters­stu­fen in unter­schied­li­chen Pfle­ge- und Lebens­si­tua­tio­nen und in unter­schied­li­chen Ver­sor­gungs-Set­tings. Das neue Berufs­pro­fil der Aus­bil­dung muss auch in einer ver­än­der­ten Berufs­be­zeich­nung zum Aus­druck kom­men. Des­we­gen konn­te kei­ne der alten oder bis­he­ri­gen Berufs­be­zeich­nun­gen wei­ter­ge­führt wer­den. Es hat im Vor­feld viel­fäl­ti­ge Über­le­gun­gen, auch Ideen­wett­be­wer­be gege­ben, in denen die Fach­öf­fent­lich­keit dar­um gebe­ten wor­den ist, Vor­schlä­ge für eine neue Berufs­be­zeich­nung zu machen. Die Vor­schlä­ge erschie­nen jedoch wenig trag­fä­hig, sodass man letzt­lich die Berufs­be­zeich­nung über­nom­men hat, die es bereits in der Schweiz seit etli­chen Jah­ren gibt.

Maren van Les­sen: War­um aus­ge­rech­net aus der Schweiz?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Das ist die Bezeich­nung, die am umfas­sends­ten das brei­te neue Berufs­pro­fil zum Aus­druck bringt. Die bis­he­ri­gen Berufs­be­zeich­nun­gen sind auf ein­zel­ne Lebens­pha­sen bezo­gen und bezie­hen sich ent­we­der auf die Pfle­ge von erwach­se­nen Men­schen, auf die Pfle­ge von Kin­dern und Jugend­li­chen oder auf die Pfle­ge von alten Men­schen. Und wir haben in der deut­schen Spra­che kei­nen dem eng­li­schen ver­gleich­ba­ren Begriff „nur­se“, der ja sowohl die männ­li­che als auch die weib­li­che Pfle­ge­per­son bezeich­net.

Maren van Les­sen: Neu sind die soge­nann­ten Vor­be­halts­auf­ga­ben – Tätig­kei­ten, die aus­schließ­lich der Pfle­ge­be­rufs­grup­pe vor­be­hal­ten sind. Wer darf die­se dann nach der neu­en Pfle­ge­aus­bil­dung aus­füh­ren?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Die Vor­be­halts­auf­ga­ben stel­len einen Teil der Neue­run­gen und der ver­än­der­ten Kom­pe­ten­zen dar und die­se sind wirk­lich eine his­to­ri­sche Errun­gen­schaft. Die Berufs­grup­pe selbst hat lan­ge gekämpft für vor­be­hal­te­ne Tätig­kei­ten, die kei­ne ande­re Berufs­grup­pe aus­üben darf. Und das ist wirk­lich ein Novum, und zwar eines, das nicht nur die Aus­bil­dung, son­dern auch die Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me und Ver­ant­wor­tungs­über­tra­gung in den Ein­rich­tun­gen betrifft.
Die­se vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten dür­fen aus­schließ­lich von Pfle­ge­fach­frau­en und Pfle­ge­fach­män­nern aus­ge­übt wer­den, und zwar für alle Alters­stu­fen der zu pfle­gen­den Per­so­nen. Oder anders gesagt: von den­je­ni­gen, die tat­säch­lich über drei Aus­bil­dungs­jah­re gene­ra­lis­tisch, auf die Pfle­ge­si­tua­tio­nen von Men­schen aller Alters­stu­fen hin, aus­ge­bil­det wor­den sind. Der § 4 , in dem die vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten gere­gelt sind, ist dem Aus­bil­dungs­ziel vor­an­ge­stellt. Dar­in wird ent­spre­chend deut­lich gemacht, dass der Trä­ger einer Ein­rich­tung weder aktiv ver­an­las­sen darf, noch pas­siv dul­den darf, dass Nicht-Pfle­ge­fach­frau­en oder Nicht-Pfle­ge­fach­män­ner vor­be­hal­te­ne Tätig­kei­ten, die sich im Wesent­li­chen auf den Pfle­ge­pro­zess bezie­hen, aus­üben dür­fen.

Maren van Les­sen: In wel­chem Umfang kön­nen die­se Vor­be­halts­auf­ga­ben dann von jeman­dem über­nom­men wer­den, der sich bei­spiels­wei­se auf die Kin­der­kran­ken­pfle­ge fokus­siert hat?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Bei den­je­ni­gen, die von ihrem Wahl­recht Gebrauch machen und sich im drit­ten Jahr auf die Pfle­ge von Kin­dern und Jugend­li­chen oder von alten Men­schen kon­zen­trie­ren bzw. fokus­sie­ren – die damit im Übri­gen auch eine der bis­he­ri­gen Berufs­be­zeich­nun­gen bekom­men (Gesund­heits- und Kinderkrankenpfleger/in oder Altenpfleger/in) –, wer­den die vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten nur auf die jewei­li­ge Lebens­pha­se bezo­gen sein.

Bei einer Fokus­sie­rung auf die Kin­der­kran­ken­pfle­ge, um bei Ihrem Bei­spiel zu blei­ben, dürf­ten also kei­ne vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten aus­ge­übt wer­den, die sich auf die Pfle­ge von erwach­se­nen und alten Men­schen bezie­hen. Die Fokus­sie­rung auf eine Lebens­pha­se von zu pfle­gen­den Men­schen kann also mit Ein­schrän­kun­gen ver­bun­den sein. Wie die dies­be­züg­li­chen Rege­lun­gen des Pfle­ge­be­ru­fe­ge­set­zes aller­dings genau aus­zu­le­gen sind und mit wel­chen Kon­se­quen­zen dies ver­bun­den sein kann, dar­über herr­schen noch Unsi­cher­hei­ten und es besteht hier wei­te­rer Klä­rungs­be­darf.

Maren van Les­sen: Umge­kehrt dür­fen Pfle­ge­fach­frau­en und Pfle­ge­fach­män­ner also Tätig­kei­ten im Bereich der Kin­der­kran­ken­pfle­ge und Alten­pfle­ge über­neh­men?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Ja, ganz genau. Weil es Gegen­stand der Aus­bil­dung ist. Und zwar nicht nur in den ers­ten bei­den Aus­bil­dungs­drit­teln bis zum Zeit­punkt der Zwi­schen­prü­fung, son­dern auch im letz­ten Aus­bil­dungs­drit­tel.

Die gene­ra­lis­ti­sche Aus­bil­dung ent­spricht der „nur­se respon­si­ble for gene­ral care“, das ist die Bezeich­nung in den euro­päi­schen Doku­men­ten, mit der zum Aus­druck gebracht wird, dass die beruf­li­che Erst­aus­bil­dung sich auf die all­ge­mei­ne Pfle­ge bezieht, wäh­rend die Spe­zia­li­sie­rung der beruf­li­chen Fort- und Wei­ter­bil­dung vor­be­hal­ten blei­ben soll. Alle euro­päi­schen Län­der, mit Aus­nah­me von Deutsch­land, haben in den letz­ten 20 bis 25 Jah­ren die beruf­li­che Erst­aus­bil­dung auf die Gene­ra­lis­tik umge­stellt. Zur Ver­deut­li­chung soll­ten wir mei­nes Erach­tens bes­ser von „All­ge­mei­ner Pfle­ge“ spre­chen.

Der Begriff der „All­ge­mei­nen Pfle­ge“ ver­deut­licht, wor­um es in der Erst­aus­bil­dung künf­tig geht: Näm­lich breit ange­legt, die Kom­pe­ten­zen für die Pfle­ge von Men­schen aller Alters­stu­fen in unter­schied­li­chen Ver­sor­gungs-Set­tings sicher­zu­stel­len und jeg­li­che Spe­zia­li­sie­rung der anschlie­ßen­den Fort- und Wei­ter­bil­dung zu über­las­sen. Wir hat­ten ja bis­her Aus­bil­dungs­gän­ge, die von Anfang an auf eine Lebens­pha­se fokus­siert waren. Und die­se wer­den nun kon­zep­tio­nell neu aus­ge­rich­tet zuguns­ten einer breit ange­leg­ten Erst­aus­bil­dung, die im Anschluss die Spe­zia­li­sie­rung auf bestimm­te pfle­ge­ri­sche Hand­lungs­fel­der oder auf ein­zel­ne Ziel­grup­pen ermög­licht. Jeg­li­che Spe­zia­li­sie­rung ist daher Auf­ga­be der Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen. Des­we­gen ist es immer tref­fen­der, von All­ge­mei­ner Pfle­ge zu spre­chen, weil die den Kon­trast zu spe­zi­el­ler Pfle­ge bes­ser ver­deut­licht. Die Gene­ra­li­sitk wird manch­mal falsch ver­stan­den, denn sie signa­li­siert ja: die kön­nen nach einer Erst­aus­bil­dung alles. Das tun sie natür­lich nicht. Sie haben die Kom­pe­ten­zen, die im Rah­men einer beruf­li­chen Erst­aus­bil­dung erwar­tet wer­den kön­nen, die aber im Pro­zess des lebens­lan­gen Ler­nens kon­ti­nu­ier­lich durch Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen aktua­li­siert wer­den müs­sen.

Die Bun­des­län­der, die ver­ant­wort­lich sind für das Fort- und Wei­ter­bil­dungs­sys­tem, wer­den die Wei­ter­bil­dun­gen in den fol­gen­den Jah­ren auch ent­spre­chend anpas­sen. In der Regel wird dann die gene­ra­lis­ti­sche Erst­aus­bil­dung auch den Zugang zu allen spe­zia­li­sier­ten Wei­ter­bil­dun­gen eröff­nen.

Maren van Les­sen: Und wel­che Posi­ti­on gegen­über den zukünf­ti­gen Pfle­ge­fach­frau­en und Pfle­ge­fach­män­nern neh­men die Pfle­ge­fach­kräf­te ein, die noch die alte Aus­bil­dung absol­viert haben?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Die­se wer­den im zwar grund­sätz­lich gleich­ge­stellt. Die bereits ange­spro­che­nen Aus­le­gungs­pro­ble­me, ins­be­son­de­re bezo­gen auf die vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten, erge­ben sich gleich­wohl eben­so. Auch hier wer­den wei­te­re Klä­run­gen abzu­war­ten sein, über die Pfle­ge­ex­per­ten und Juris­ten mit­ein­an­der im Gespräch sind.

Maren van Les­sen: Dadurch, dass die Aus­bil­dung hier­zu­lan­de bis­lang nicht dem euro­päi­schen Stan­dard ent­spro­chen hat, konn­te man sich auch nur ein­ge­schränkt auf dem euro­päi­schen Arbeits­markt bewe­gen. Wie sieht es zukünf­tig mit der Mög­lich­keit aus, im euro­päi­schen Aus­land Arbeit auf­zu­neh­men – sowohl als Pfle­ge­fach­frau bzw. Pfle­ge­fach­mann als auch als Gesund­heits- und Kinderkrankenpfleger/in oder Altenpfleger/in?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Allein die Pfle­ge­fach­frau und der Pfle­ge­fach­mann ent­spre­chen der in Euro­pa gere­gel­ten „nur­se respon­si­ble for gene­ral care“ und fal­len nach der Euro­päi­schen Berufs­an­er­ken­nungs­richt­li­nie unter die regle­men­tier­ten Beru­fe mit auto­ma­ti­scher Aner­ken­nung. Die­se ist jedoch für die Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ge und noch weni­ger für die Alten­pfle­ge sicher­ge­stellt. Die Aus­übung des Wahl­rechts ist auch dies­be­züg­lich mit Nach­tei­len ver­bun­den. Ohne wei­te­re Prü­fun­gen, Auf­la­gen oder grö­ße­re Bemü­hun­gen wird die Mobi­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät auf dem euro­päi­schen Arbeits­markt deut­lich ein­ge­schränkt.

Maren van Les­sen: Eine abschlie­ßen­de Fra­ge noch: Wel­che Form der Aus­bil­dung wür­den Sie denn den Aus­zu­bil­den­den emp­feh­len: drei Jah­re gene­ra­lis­tisch oder die Fokus­sie­rung auf einen Wahl­be­reich nach zwei Jah­ren?

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Ich gehö­re ja berufs­po­li­tisch, aber auch von der fach­li­chen Über­zeu­gung her, zu den­je­ni­gen, die sich seit 25 Jah­ren für eine Aus­bil­dungs­re­form nach euro­päi­schem Mus­ter ein­set­zen. Und des­we­gen bin ich nach wie vor eine vehe­men­te Ver­fech­te­rin der Erst­aus­bil­dung, die auf die All­ge­mei­ne Pfle­ge aus­ge­rich­tet ist. Auch im Hin­blick auf die euro­päi­sche Fle­xi­bi­li­tät und Mobi­li­tät sowie auf die vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten. Und das, was mit dem Pfle­ge­be­ru­fe­ge­setz von 2017 ver­ab­schie­det wor­den ist, ist mei­nes Erach­tens eine bedau­erns­wer­te Kom­pro­miss­lö­sung. Eini­ge hat auf der Stre­cke der Mut ver­las­sen, die Aus­bil­dung tat­säch­lich für drei Jah­re auf die Pfle­ge von Men­schen aller Alters­stu­fen aus­zu­rich­ten. Die Mög­lich­keit des Wahl­rech­tes und damit einen der bis­he­ri­gen Abschlüs­se zu erzie­len, wird durch Nach­tei­le erkauft. Die­se lie­gen im Bereich der vor­be­hal­te­nen Tätig­kei­ten, und da fin­de ich sie ganz erheb­lich, sowie im Bereich der euro­päi­schen Mobi­li­tät, die ja eben­falls bedeut­sam sind.

Ich wür­de immer die Aus­bil­dung wäh­len, die mir die brei­tes­ten Grund­la­gen schafft, von denen aus­ge­hend ich mich im Lau­fe des Lebens fle­xi­bel und nach mei­nen eige­nen Vor­stel­lun­gen wei­ter­ent­wi­ckeln kann. Dies­be­züg­lich hat der Gesetz­ge­ber jedoch mit der Ein­füh­rung einer Bera­tungs­pflicht eine sehr wich­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen. Zu dem Zeit­punkt, zu dem die Aus­zu­bil­den­den ihr Wahl­recht aus­üben dür­fen, müs­sen sie von einer auf Län­der­ebe­ne zustän­di­gen und vor allem neu­tra­len Stel­le bera­ten wer­den. Sie sind aus­drück­lich dar­auf hin­zu­wei­sen, mit wel­chen Kon­se­quen­zen die Aus­übung des Wahl­rechts ver­bun­den ist. Dazu gehört auch, dass der vor Beginn der Aus­bil­dung abge­schlos­se­ne Aus­bil­dungs­ver­trag ver­än­dert wer­den muss. Also, um Ihre Fra­ge abschlie­ßend zu beant­wor­ten: Ich wür­de mein Wahl­recht im Hin­blick auf einen Abschluss in der Alten­pfle­ge oder in der Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ge nicht aus­üben.

Maren van Les­sen: Das ist ein ein­deu­ti­ges State­ment. Haben Sie vie­len Dank für die­sen tie­fen Ein­blick und die umfas­sen­den Infor­ma­tio­nen, die für so vie­le Fach­kräf­te bedeut­sam sein wer­den. Sie sind sicher­lich eben­so gespannt, wie sich die Pfle­ge mit der neu­en Pfle­ge­aus­bil­dung ent­wi­ckeln wird.

Prof. Ger­trud Hun­den­born: Sehr ger­ne, und ja, gespannt bin ich selbst­ver­ständ­lich!

Lesen Sie hier auch ein wei­te­res Inter­view, das wir mit Prof. Hun­den­born zur neu­en Pfle­ge­aus­bil­dung geführt haben. Dar­in geht es vor allem um die Über­nah­me heil­kund­li­cher Tätig­kei­ten, die für Pfle­gen­de im Zuge der neu­en Aus­bil­dung vor­ge­se­hen sind.