Pfle­gen­de kön­nen bei der häus­li­chen ent­las­tet wer­den, wenn sie in Urlaub fah­ren, krank sind oder an einer Vor­sor­ge- oder Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me teil­neh­men. Die Pfle­ge­kas­se betei­ligt sich dann mit einem Zuschuss an den nach­ge­wie­se­nen Kos­ten für die Ver­tre­tung des pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen (Ver­hin­de­rungs­pfle­ge), teil­te der Ver­band der Ersatz­kas­sen (vdek) mit. Ein Zuschuss ist auch mög­lich, wenn sich der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge vor­über­ge­hend in einer geeig­ne­ten Pfle­ge­ein­rich­tung befin­det oder mit dem pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen in eine Vor­sor­ge- oder Reha­bi­li­ta­ti­ons­ein­rich­tung mit­auf­ge­nom­men wird (Kurz­zeit­pfle­ge).

„Inner­halb eines Kalen­der­jah­res hat ein pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger sowohl Anspruch auf Ver­hin­de­rungs­pfle­ge als auch auf Kurz­zeit­pfle­ge. Am bes­ten ist es, sich im Vor­hin­ein mit der Pfle­ge­kas­se in Ver­bin­dung zu set­zen und abzu­klä­ren, wel­che Leis­tung im Ein­zel­fall die opti­ma­le Ver­sor­gungs­form ist“, sagt vdek-Pres­se­spre­che­rin Michae­la Gott­fried.

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Verhinderungspflege: „Ersatzfrau“ oder „Ersatzmann“ vertritt den pflegenden Angehörigen

Bei der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge betei­ligt sich die Pfle­ge­kas­se mit einem Zuschuss an den nach­ge­wie­se­nen Kos­ten für die Urlaubs- oder Krank­heits­ver­tre­tung. Maxi­mal 1.612 Euro ste­hen hier pro Kalen­der­jahr für bis zu sechs Wochen zur Ver­fü­gung. Ein Anspruch auf die­se Leis­tung besteht nur, wenn der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge min­des­tens in Pfle­ge­grad 2 ein­ge­stuft ist und von der Pfle­ge­per­son bereits sechs Mona­te in der häus­li­chen Umge­bung betreut wur­de. Für die Zeit sei­ner Abwe­sen­heit beauf­tragt der pfle­gen­de ambu­lan­te Diens­te, Ver­wand­te oder Nach­barn mit der Betreu­ung des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen zu Hau­se.

Kurzzeitpflege: Der Pflegebedürftige wird vorübergehend in einer Einrichtung betreut

Wenn der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge (min­des­tens Pfle­ge­grad 2) vor­über­ge­hend in einer Kurz­zeit­pfle­ge­ein­rich­tung betreut wird, betei­ligt sich die Pfle­ge­kas­se mit einem Zuschuss von bis zu 1.612 Euro für längs­tens acht Wochen im Kalen­der­jahr. Die­ser Zuschuss kann um nicht in Anspruch genom­me­ne Leis­tun­gen aus der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge erhöht wer­den. Auch Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, die in eine Vor­sor­ge- oder Reha­bi­li­ta­ti­ons­ein­rich­tung mit­auf­ge­nom­men – und dort ent­we­der im Zim­mer des Ange­hö­ri­gen oder in einem eige­nen Raum gepflegt wer­den – haben Anspruch auf Kurz­zeit­pfle­ge.

„Es ist wich­tig zu wis­sen, dass sich die Pfle­ge­kas­se aus­schließ­lich an den pfle­ge­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen betei­ligt. Für Unter­kunft und Ver­pfle­gung muss der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge dage­gen selbst auf­kom­men“, betont Gott­fried. Die Kurz­zeit­pfle­ge­ein­rich­tung rech­net die pfle­ge­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen direkt mit der gesetz­li­chen Pfle­ge­kas­se ab. Über die Unter­kunfts- und Ver­pfle­gungs­kos­ten erhält der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge eine sepa­ra­te Rech­nung von der jewei­li­gen Pfle­ge­ein­rich­tung.

Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt

Wenn pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge ihre Aus­zeit von der pla­nen, stellt sich auch die Fra­ge des Pfle­ge­geld­be­zugs in die­ser Zeit: Wäh­rend der Kurz­zeit­pfle­ge und der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge wird das zuvor bezo­ge­ne Pfle­ge­geld für den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen zur Hälf­te wei­ter­ge­zahlt.