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Laut einer aktuel­len Befra­gung, die der Marbur­ger Bund unter rund 1.800 angestellte Ärzten im Herbst 2017 durch­ge­führt hat, steht die Vision eines Digita­len Kranken­hause vieler­orts noch am Anfang. Zwar gibt es genügend Compu­ter an den ärztli­chen Arbeits­plät­zen, für die Hälfte der Befrag­ten sind die digita­len Arbeits­mit­tel aber größten­teils nicht auf einem ausrei­chend aktuel­len Stand. Nur 19 Prozent der Ärzte sind mit der IT-Ausstat­tung an ihrem Arbeits­platz zufrie­den, 47 Prozent sind es nicht (34 Prozent sind unentschieden).

Auch die Benut­zer­freund­lich­keit („Usabi­lity“) der einge­setz­ten IT lässt noch Wünsche offen: Nur 11 Prozent der Befrag­ten beschrie­ben ihren Arbeits­platz als einfach zu bedie­nen. Demge­gen­über nannten über die Hälfte der Befrag­ten eine mangel­hafte Benut­zer­freund­lich­keit, etwas über ein Drittel (37 Prozent) konnten sich dieser Wertung zumin­dest noch in Teilen anschlie­ßen. Hinzu kommen unzurei­chende Schulungs­maß­nah­men: Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befrag­ten vernein­ten die Frage, ob regel­mä­ßige Schulun­gen für IT-gestützte Arbeits­ab­läufe statt­fin­den würden.

Der Digita­li­sie­rung aufgeschlossen

Trotz der ernüch­tern­den Reali­tät: Die überwie­gende Mehrheit der Kranken­haus­ärzte steht der zuneh­men­den Digita­li­sie­rung ihres Arbeits­plat­zes positiv gegen­über. So sind 80 Prozent sind der Meinung, dass durch die Digita­li­sie­rung die ärztli­che Arbeit im Kranken­haus zukünf­tig weiter verbes­sert werden kann. Sschon jetzt sind 46 Prozent der Klinik­ärzte davon überzeugt, dass die Digita­li­sie­rung die medizi­ni­sche Quali­tät ihrer Arbeit verbes­sert hat. 18 Prozent sehen noch keinen Quali­täts­zu­wachs und 36 Prozent können nicht einschät­zen, ob es zu einer Verbes­se­rung gekom­men ist.

PD Dr. Peter Bobbert, Bundes­vor­stands­mit­glied des Marbur­ger Bundes, erklärt hierzu: „Die Ärztin­nen und Ärzte sehen das Poten­zial zur Verbes­se­rung der Arbeits­pro­zesse, müssen aber mit unzuläng­li­cher, veral­te­ter Technik zurecht­kom­men und können deshalb viele Möglich­kei­ten nicht nutzen, die anderswo zum Standard gehören.“ Die Politik im Bund und in den Ländern, so Bobbert weiter, müsse die Moder­ni­sie­rung der IT in den Kranken­häu­sern endlich in Angriff zu nehmen. „Wir brauchen ein staat­li­ches Sonder­pro­gramm zum Aufbau eines adäqua­ten digita­len Netzes im Kranken­haus­be­reich. Dafür müssen finan­zi­elle Mittel in Höhe von 10 Milli­ar­den Euro in den nächs­ten 6 Jahren zur Verfü­gung gestellt werden“, erklärt Bobbert weiter.