Warnten auf der AKG Jahrestagung in Dortmund vor den Auswirkungen einer übereilten Einführung der Pflegepersonaluntergrenzenverordnung: Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser (AKG), die neue Mannschaft der Geschäftsstelle und der Gastgeber. (v. l.) Dipl.-Oec. Dirk Balster, Dr. Matthias Bracht, Jutta Dernedde, Dr. Eibo Krahmer, Nils Dehne (AKG Geschäftsstelle) Helmut Schüttig (AKG Geschäftsführer), Rudolf Mintrop (Klinikum Dortmund).
Warn­ten auf der AKG Jah­res­ta­gung in Dort­mund vor den Aus­wir­kun­gen einer über­eil­ten Ein­füh­rung der Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen­ver­ord­nung: Der Vor­stand der Arbeits­ge­mein­schaft kom­mu­na­ler Groß­kran­ken­häu­ser (AKG), die neue Mann­schaft der Geschäfts­stel­le und der Gast­ge­ber. (v. l.) Dipl.-Oec. Dirk Bals­ter, Dr. Mat­thi­as Bracht, Jut­ta Der­ned­de, Dr. Eibo Krah­mer, Nils Deh­ne (AKG Geschäfts­stel­le) Hel­mut Schüt­tig (AKG Geschäfts­füh­rer), Rudolf Min­trop (Kli­ni­kum Dort­mund).© AKG

Laut Berech­nun­gen der Arbeits­ge­mein­schaft kom­mu­na­ler Groß­kran­ken­häu­ser (AKG) wird es im kom­men­den Jahr zu Ver­sor­gungs­eng­päs­sen in der geben. Grund dafür ist die Ver­ord­nung für Per­so­nal­un­ter­gren­zen, die ab dem 1. Janu­ar 2019 in Kraft tritt und mit­un­ter für die einen bestimm­ten Per­so­nal­schlüs­sel für Pfle­ge­fach­kräf­te vor­schreibt. Die AKG befürch­tet, dass Kran­ken­häu­ser ihre Ver­sor­gungs­ka­pa­zi­tä­ten redu­zie­ren müs­sen, um den ver­bind­li­chen Per­so­nal­schlüs­sel ein­hal­ten zu kön­nen.

„Wir rech­nen mit einer Ein­schrän­kung von 10 bis 20 Pro­zent der Inten­siv­bet­ten“, ver­deut­licht Hel­mut Schüt­tig, Geschäfts­füh­rer der AKG die Bri­sanz der Lage. Zur AKG gehö­ren ins­ge­samt 21 Kran­ken­haus­un­ter­neh­men, die Berech­nun­gen beru­hen auf einer inter­nen Ana­ly­se der Daten von ins­ge­samt 18 Mit­glieds­häu­sern.

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Forderung nach Verschiebung der Verordnung

Wie die AKG erläu­tert ist die Fest­schrei­bung der Per­so­nal­un­ter­gren­zen in ver­schie­de­ner Hin­sicht pro­ble­ma­tisch für die : zunächst ein­mal sei die Ver­ord­nung viel zu unge­nau, da sie für alle Inten­siv­sta­tio­nen den glei­chen Schlüs­sel fest­legt. Unbe­rück­sich­tigt dabei blei­be, dass es auch grö­ße­re Kli­ni­ken mit einem deut­lich höhe­ren Per­so­nal­schlüs­sel gibt und umge­kehrt klei­ne­re Kli­ni­ken, die mit ihrem Ver­sor­gungs­kon­zept auch deut­lich dar­un­ter lie­gen kön­nen. Hin­zu kommt, dass sich in der Ver­ord­nung aus­schließ­lich auf exami­nier­te Pfle­ge­fach­kräf­te bezo­gen wird. In der Rea­li­tät set­zen die Kli­ni­ken jedoch auf einen Per­so­nal­mix, unter ande­rem bestehend aus Sta­ti­ons­as­sis­ten­ten oder medi­zi­ni­schen Fach­an­ge­stell­ten, die die Pfle­ge­kräf­te zusätz­lich auf der Sta­ti­on unter­stüt­zen. Die­se Berufs­grup­pen sind in der Ver­ord­nung jedoch nicht inbe­grif­fen. Zuletzt lie­ge ein ganz grund­le­gen­des Pro­blem in der Tat­sa­che, dass das nöti­ge auf dem Arbeits­markt schlicht­weg nicht ver­füg­bar sei. Letzt­lich wer­de die Per­so­nal­un­ter­gren­zen­ver­ord­nung also dar­in mün­den, dass sich Kli­ni­ken gezwun­gen sehen, ihre Ver­sor­gungs­ka­pa­zi­tä­ten zu redu­zie­ren.

Auf die­se Pro­blem­la­ge hat­te erst vor kur­zem ein Zusam­men­schluss von Kli­ni­ken in Dort­mund und Lünen auf­merk­sam gemacht, indem sie sich mit einem offe­nen Brief an den Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn rich­te­ten. Die Kli­ni­ken kri­ti­sier­ten die gro­ße Eile bei der Ein­füh­rung der Ver­ord­nung. Grund­sätz­lich sei sie umsetz­bar, aber nicht mit Beginn des Jah­res 2019 und auch nicht ohne eine Anpas­sung an den tat­säch­li­chen Ver­sor­gungs­be­darf. In dem offe­nen Brief hat­ten die Kli­ni­ken Jens Spahn dazu auf­ge­for­dert, die Ver­ord­nung für die Stadt Dort­mund aus­zu­set­zen. Auch die AKG for­dert abschlie­ßend, dass das Inkraft­tre­ten der Ver­ord­nung ver­scho­ben wird und die Rege­lun­gen ent­spre­chend ange­passt wer­den.