Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen konnten Wissenschaftler einen antibakteriellen Wirkstoff erforschen.
Im Kampf gegen Anti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen konn­ten Wis­sen­schaft­ler einen anti­bak­te­ri­el­len Wirk­stoff erfor­schen.

Wis­sen­schaft­ler der Karl-Fran­zens-Uni­ver­si­tät Graz konn­ten einen anti­bak­te­ri­el­len Wirk­stoff erfor­schen und für die medi­zi­ni­sche Anwen­dung vor­be­rei­ten. Das Beson­de­re dar­an: der Wirk­stoff stammt direkt vom Men­schen sel­ber, er ist im Spei­chel, in der Trä­nen­flüs­sig­keit, in wei­ßen Blut­kör­per­chen oder auf der Haut. Daher wird auch ver­ständ­lich, wie­so man fast reflex­ar­tig klei­ne Wun­den an der Hand zum Mund führt und mit Spei­chel benetzt. Dr. Ner­mi­na Mal­a­no­vic und Assoz.-Prof. Dr. Karl Loh­ner vom Insti­tut für Mole­ku­la­re Bio­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Graz kön­nen sich das Ver­hal­ten erklä­ren: „In der Köper­flüs­sig­keit sind bestimm­te Stof­fe ent­hal­ten, die Kei­me abtö­ten.“ Es ist ein bestimm­tes Pep­tid, eine Ket­te an Ami­no­säu­ren, das anti­bak­te­ri­ell wirkt.

Forscher sehen Potenzial in Neuentdeckung

Den dahin­ter­lie­gen­den Abwehr-Mecha­nis­mus haben die bei­den For­sche­rIn­nen der Uni Graz im Rah­men eines EU-Pro­jekts gemein­sam mit den nie­der­län­di­schen Uni­ver­si­tä­ten Lei­den und Ams­ter­dam geklärt.

Anzei­ge
Pflegefortbildung des Westens

„Das posi­tiv gela­de­ne Pep­tid mit der Bezeich­nung SAAP-148 löst gleich­sam die bak­te­ri­el­len Zell­mem­bra­nen auf, die aus nega­tiv gela­de­nen Phos­pho­li­pi­den bestehen, und zer­stört in Fol­ge die Bak­te­ri­en“, weiß Ner­mi­na Mal­a­no­vic. In Anbe­tracht der immer zuneh­men­den Anti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen sehen die For­scher in der Neu­ent­de­ckung viel Poten­zi­al. Bereits jetzt konn­te die Wir­kung des Pep­tids in Form von Cre­men auf der Haut­ober­flä­che erfolg­reich getes­tet wer­den. Zudem kön­nen sie leicht und kos­ten­arm her­ge­stellt wer­den und noch eine wei­te­re Fest­stel­lung haben die Wis­sen­schaft­ler gemacht: „Wir haben fest­ge­stellt, dass die­ses Pep­tid auch bei jenen Bak­te­ri­en­grup­pen, die unter der Abkür­zung ESKAPE beson­ders geläu­fig und mas­siv für die stei­gen­den Anti­bio­ti­ka-Resis­ten­zen ver­ant­wort­lich sind, eine effi­zi­en­te Wir­kung hat.“

Nun sol­len wei­te­re Unter­su­chun­gen fol­gen, um den Wir­kungs­grad zu opti­mie­ren und das Pep­tid in Zukunft auch für resis­ten­te Bio­fil­me auf Implan­ta­ten, wie zum Bei­spiel in Hüf­te und Knie, anwen­den zu kön­nen.