Museumslandschaft der Pflege und Medizin.
Der menschliche Körper.© Chrischrisw

Medizin, Pflege, Hygiene – all das sind Themen, die nicht nur für Menschen mit einem Gesundheitsberuf von Interesse sind. Sie sind gesellschaftsrelevant und hinter den Begriffen eröffnen sich vielfältige Themenfelder, von der Anatomie bis hin zur Altersforschung. Wer also interessiert ist am Wissen über den Menschen, muss nicht direkt das Lehrbuch aufschlagen. Auch auf kultureller Ebene kann auf entsprechende Bildungsangebote zurückgegriffen werden. Hier ein kleiner Überblick über Museen, die sich diesen Themen widmen:

Sich einmal alt fühlen

Um einen Einblick zu erhalten, wie es im Alltag von Pflegenden und Medizinern zugeht, kann die Dortmunder DASA Arbeitswelt Ausstellung besucht werden. Die Ausstellung „Heilen und Pflegen“ informiert darüber und trägt damit gleichzeitig zur besseren Interaktion zwischen Patienten, Pflegepersonal und Medizinern bei. Das Programm verspricht außerdem Tipps für die Rückengesundheit und Tests der eigenen Sehschärfe. Mit einem Altersforschungsanzug kann zudem nachempfunden werden, wie es sich mit  Bewegungseinschränkungen sowie Seh- und Hörminderungen im höheren Alter lebt.

Zu den bestbesuchten Museen Dresdens zählt das Deutsche Hygiene-Museum. 1912 gegründet, sollte es der Wissensvermittlung über Anatomie, Hygiene und generelle Gesundheitsfragen dienen. Heute versteht es sich allgemeiner als ein Ort für Wissenschaft, Kultur und Soziales. Mit den Dauerausstellungen „Abenteuer Mensch“ und der Kinderausstellung „Unsere fünf Sinne“ wird sich aber nach wie vor dem menschlichen Körper gewidmet. Zahlreiche Objekte werden ausgestellt, am bekanntesten ist der „Gläserne Mensch“ – ein anatomisches Menschenmodell, das Einblick in das menschliche Innere gewährt.

Die letzten 300 Jahre der Medizingeschichte

Der Geschichte der Medizin kann in den medizinhistorischen Museen in Ingolstadt sowie in den Großstädten Hamburg und Berlin auf den Grund gegangen werden. Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité liefert einen Überblick über die letzten 300 Jahre der Medizingeschichte. Die Museumseinrichtung der Charité – eines der größten Universitätskliniken Europas und Berlins älteste Klinik – geht zurück auf das ehemals Pathologische Museum Rudolf Virchows und besteht unter anderem aus der ca. 750 Objekte umfassenden Ausstellung von Feucht- und Trockenpräparaten.

Am wohl bekanntesten und zugleich umstrittensten in diesem Bereich ist die seit 1995 bestehende Wanderausstellung „Körperwelten“. Sie zeigt plastinierte, hauptsächlich menschliche Körper sowie einzeln ausgestellte Organe. Möglich gemacht hat dies Dr. Gunther von Hagens, auf den die Erfindung der Plastination zurückgeht. Die Philosophie der Ausstellung birgt unter anderem gesundheitsaufklärende sowie gesundheitspräventive Ziele, was beispielsweise durch die Gegenüberstellung einer gesunden Lunge und einer Raucherlunge umgesetzt wird.

Vom Leprosenhaus bis hin zum Florence Nightingale Museum

Als themenspezifische Museen und anlässlich des bald stattfindenden Welt-Lepra-Tages sind das Lepra-Museum in Münster sowie das Leprosenhaus in Bad Wurzbach zu nennen. Neben den hier genannten Museen gibt es bundesweit noch eine Reihe weiterer Ausstellungen, gerade im Bereich der Medizin und Pharmazie. Ein internationaler Blick auf die Museumslandschaft offenbart weitere zahlreiche Möglichkeiten für einen Museumsbesuch. So gibt es beispielsweise das „Florence Nightingale Museum“ in London, in dem die Geschichte der Wegbereiterin der modernen Krankenpflege nachempfunden werden kann.

Quelle:

dasa, körperwelten, deutsches hygiene-mueseum, bmm, wikipedia