Umgang mit Kontaktpersonen unter medizinischem Personal

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Um Per­so­nal­res­sour­cen zu scho­nen, könn­ten laut RKI bei­spiels­wei­se elek­ti­ve Behand­lun­gen abge­sagt, zusätz­li­ches Per­so­nal rekru­tiert und Pati­en­ten in ande­re Kli­ni­ken ver­legt wer­den. Liegt jedoch eine Situa­ti­on von rele­van­tem Per­so­nal­man­gel in einem Kran­ken­haus vor, so kann von den Emp­feh­lun­gen abge­wi­chen wer­den. Hier­bei wird zunächst eine Unter­schei­dung von Kon­takt­per­so­nen der Kate­go­rie I vor­ge­nom­men.
Kate­go­rie Ia umfasst medi­zi­ni­sches Per­so­nal mit hohem Expo­si­ti­ons­ri­si­ko, bei­spiels­wei­se bei unge­schütz­ter Expo­si­ti­on zu Sekre­ten oder Aero­so­len von Covid-19-Fäl­len. Kate­go­rie Ib bezeich­net medi­zi­ni­sches Per­so­nal, wel­ches nähe­ren Kon­takt zu Covid-19-Pati­en­ten (unter dem gebo­te­nen Sicher­heits­ab­stand von 2m) ohne Expo­si­ti­on hat­te.

Liegt kein Per­so­nal­man­gel vor, so soll­te für die Per­son eine Qua­ran­tä­ne über 14 Tage ange­ord­net wer­den. Ansons­ten gel­ten die bestehen­den Maß­nah­men für das Manage­ment von Kon­takt­per­so­nen. Bei einem rele­van­ten Per­so­nal­man­gel soll­ten hin­ge­gen fol­gen­de Punk­te befolgt wer­den:


Für bei­de Kate­go­rien gilt:
  • Bei Sym­ptom­frei­heit (oder auch bei her­kömm­li­chen Erkäl­tungs­sym­pto­men) wird die Arbeit nur mit einem Mund-Nase-Schutz (MNS) bis 14 Tage nach Expo­si­ti­on gestat­tet
  • Beim Auf­tre­ten von Sym­pto­men soll­te eine umge­hen­de Tes­tung auf SARS-CoV‑2 erfol­gen. Ist die­se posi­tiv, so ist aus­schließ­lich die Ver­sor­gung von Covid-19-Pati­en­ten in Aus­nah­me­fäl­len mit MHS denk­bar. Vor­aus­set­zung für die Ver­sor­gung von ande­ren Pati­en­ten ist eine Sym­ptom­frei­heit von min­des­tens 48 Stun­den sowie zwei nega­ti­ve Tests im Abstand von 24 Stun­den
  • Alle Auf­fäl­lig­kei­ten soll­ten mit­tels Selbst­be­ob­ach­tung doku­men­tiert wer­den (bis 14 Tage nach Expo­si­ti­on)

Kate­go­rie Ia:

  • Häus­li­che Abson­de­rung: Die­se kann nach Abspra­che mit dem zustän­di­gen Gesund­heits­amt auf 7 Tage nach Expo­si­ti­on ver­kürzt wer­den
  • die Ver­sor­gung nur von COVID-19-Pati­en­ten ist in Aus­nah­me­fäl­len denk­bar

Kate­go­rie Ib:

  • Wenn mög­lich kein Ein­satz in der Ver­sor­gung von beson­ders vul­nerablen Pati­en­ten­grup­pen

Zudem wird den Kon­takt­per­so­nen der Kate­go­rie III, also denen, die das gerings­te Infek­ti­ons­ri­si­ko mit sich tra­gen, zu einem täg­li­chen Selbst­mo­ni­to­ring gera­ten. Hier­bei ist ein Ein­satz in der Pati­en­ten­ver­sor­gung mög­lich, dabei soll­te mög­lichst ein MNS getra­gen wer­den. Tre­ten Sym­pto­me auf, so muss auch hier ein umge­hen­der Test auf das Coro­na­vi­rus erfol­gen.

Das RKI hat die ein­zel­nen Hand­lungs­op­tio­nen ein­mal tabel­la­risch und über­sicht­lich zusam­men­ge­stellt. Des Wei­te­ren gel­ten natür­lich fol­gen­de Grund­sät­ze der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung in der aktu­el­len Situa­ti­on:

  • Bei Kon­takt zu Pati­en­ten mit Erkäl­tungs­sym­pto­men soll­te min­des­tens ein MNS getra­gen wer­den. Auch die Pati­en­ten soll­ten in die­sen Situa­tio­nen einen MNS erhal­ten. Alle Maß­nah­men der Basis­hy­gie­ne sind selbst­ver­ständ­lich zu befol­gen
  • Getrenn­te Ver­sor­gung von Covid-19-Pati­en­ten und nicht-infi­zier­ten Per­so­nen mit fes­ter Per­so­nal­zu­tei­lung zu infi­zier­ten Pati­en­ten
  • Medi­zi­ni­sches Per­so­nal höhe­ren Alters und mit Grund­er­kran­kun­gen soll­ten in Berei­chen mit gerin­ger Infek­ti­ons­ge­fahr ein­ge­setzt wer­den
  • Direk­ter Kon­takt aller Art ist in allen Berei­chen auf ein Mini­mum zu redu­zie­ren