Forschung zum Genome-Editing.
Die For­schung im Bereich des Geno­me-Editings ist in jüngs­ter Zeit stark vor­an geschrit­ten.PublicDomainPictures/Pixabay.com [CC0 1.0]

Die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten des Geno­me-Editings wer­fen kom­ple­xe und grund­le­gen­de ethi­sche Fra­gen ins­be­son­de­re dort auf, wo sie ein­ge­setzt wer­den, um Ver­än­de­run­gen der mensch­li­chen Keim­bahn vor­zu­neh­men. In jüngs­ter Zeit ist die For­schung auf die­sem beson­ders sen­si­blen Gebiet in man­chen Staa­ten enorm schnell vor­an­ge­trie­ben wor­den. Weil hier­mit jedoch nicht nur natio­na­le, son­dern auch Inter­es­sen der gesam­ten Mensch­heit berührt wer­den, bedarf es einer weit gespann­ten Dis­kus­si­on und einer gege­be­nen­falls inter­na­tio­na­len Regu­lie­rung. Daher legt der Deut­sche Ethik­rat dem Deut­schen Bun­des­tag und der Bun­des­re­gie­rung in einer Ad-hoc-Emp­feh­lung nahe, in der nun begin­nen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode eine inter­na­tio­na­le Debat­te dies­be­züg­lich anzu­sto­ßen.

Erhebliche Tragweite genetischer Manipulationen

Das lang­fris­ti­ge Ziel des Ein­sat­zes von Geno­me-Edi­t­ing in der mensch­li­chen Keim­bahn besteht dar­in, Embryo­nen zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken gene­tisch zu ver­än­dern und somit Erkran­kungs­ur­sa­chen in allen Zel­len des Kör­pers zu besei­ti­gen. Die­se Ver­än­de­run­gen wer­den auch an poten­zi­el­le Nach­kom­men wei­ter­ge­ge­ben. Die Trag­wei­te der­ar­ti­ger gene­ti­scher Mani­pu­la­tio­nen beim Men­schen ist erheb­lich. Wis­sen­schaft­li­che For­schung, deren Ergeb­nis­se der­art grund­le­gen­de Aus­wir­kun­gen auf das mensch­li­che Selbst­ver­ständ­nis haben könn­te, muss gesell­schaft­lich ein­ge­bet­tet sein. Sie ist kei­ne inter­ne Ange­le­gen­heit der wis­sen­schaft­li­chen Gemein­schaft und auch kei­ne Fra­ge eines ein­zel­nen Lan­des.

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Der Deut­sche Ethik­rat nennt in sei­ner Ad-hoc-Emp­feh­lung eini­ge der zahl­rei­chen noch offe­nen Fra­gen und mög­li­chen Kon­se­quen­zen sys­te­ma­ti­scher Genom­ma­ni­pu­la­tio­nen beim Men­schen und for­dert poli­ti­sche Insti­tu­tio­nen dazu auf, par­al­lel zu den Dis­kurs­be­mü­hun­gen sei­tens der Wis­sen­schafts­ge­mein­schaft Wege zu fin­den und Ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, um das The­ma inten­siv, dif­fe­ren­ziert und vor allem welt­weit unter Betei­li­gung aller rele­van­ten gesell­schaft­li­chen Grup­pen zu erör­tern und gebo­te­ne regu­la­to­ri­sche Stan­dards mög­lichst schnell und umfas­send zu eta­blie­ren. Hier­zu soll­te auf der Ebe­ne der Ver­ein­ten Natio­nen bei­spiels­wei­se eine vor­be­rei­ten­de inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz durch­ge­führt wer­den, die glo­bal ver­bind­li­che Regu­la­ri­en oder völ­ker­recht­li­chen Kon­ven­tio­nen dis­ku­tie­ren könn­te.