Fast Food
Immer häu­fi­ger wird zur „schnel­len Küche“ gegrif­fen.

Pom­mes, Grill­hahn, Brat­wurst – Ob aus Zeit­man­gel oder schlicht aus Gewohn­heit, immer häu­fi­ger grei­fen wir zu schnell ver­füg­ba­rem und sehr fet­ti­gem Essen. Mit unse­ren Lebens­ge­wohn­hei­ten hat sich auch unser Ess­ver­hal­ten geän­dert. Gepaart mit man­geln­der Bewe­gung kann dies zu Über­ge­wicht füh­ren. Ein zu hohes Kör­per­ge­wicht geht ein­her mit einem erhöh­ten Risi­ko, an zu erkran­ken, ins­be­son­de­re Darm­krebs. Epi­de­mio­lo­gi­sche Stu­di­en haben die­sen Zusam­men­hang gezeigt.

Die Darmflora reagiert sehr sensibel

Was die mole­ku­la­ren Ursa­chen für das erhöh­te Krebs­ri­si­ko sind, war bis­lang unklar. Als Dr. Melek C. Arkan vom Kli­ni­kum rechts der Isar der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät und ihr Team im Labor die­ser Fra­ge auf den Grund gin­gen, war­fen sie einen genau­en Blick auf die Darm­flo­ra. „Unse­re Darm­flo­ra ist ein Sys­tem aus unter­schied­li­chen Mikro­or­ga­nis­men, zum Groß­teil Bak­te­ri­en. Die­se über­neh­men sehr wich­ti­ge Funk­tio­nen, wie etwa die Nah­rung zu ver­dau­en, lebens­wich­ti­ge Stof­fe zu pro­du­zie­ren und Krank­heits­er­re­ger abzu­weh­ren“, erklärt Arkan. Als Bestand­teil des Ver­dau­ungs­sys­tems reagie­re die Darm­flo­ra ganz sen­si­bel dar­auf, was wir essen.

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„Eine beson­ders fett­rei­che führt dazu, dass die Darm­flo­ra aus ihrem Gleich­ge­wicht gewor­fen wird“, beschreibt Arkan die expe­ri­men­tel­len Beob­ach­tun­gen. Eini­ge Bak­te­ri­en­stäm­me kom­men dann ver­mehrt, ande­re wie­der­um in gerin­ge­ren Men­gen im Darm vor. Das For­scher­team beob­ach­te­te im Labor: Die­se Ver­än­de­run­gen in der Darm­flo­ra spie­len eine ganz ent­schei­den­de Rol­le bei der ernäh­rungs­be­ding­ten Ent­ste­hung von Darm­krebs – unab­hän­gig vom Gewicht.

Darmkrebserkrankungen nehmen zu

Unklar ist noch, ob die Labor­er­geb­nis­se auch auf den Men­schen zutref­fen. Dies her­aus­zu­fin­den, ist nun das Ziel des For­scher­teams. „Soll­te dies der Fall sein, eröff­net sich uns die Mög­lich­keit, ganz gezielt indi­vi­du­el­le Ernäh­rungs­plä­ne zu erstel­len“, betont Arkan. Beson­ders pro­fi­tie­ren könn­ten davon Men­schen, die durch ande­re Fak­to­ren, wie etwa eine erb­li­che Vor­be­las­tung oder Über­ge­wicht ein ohne­hin schon erhöh­tes Risi­ko tra­gen.

„Wir müs­sen lei­der fest­stel­len, dass immer mehr Men­schen an Darm­krebs erkran­ken“, betont Gerd Net­te­ko­ven, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Deut­schen Krebs­hil­fe. „Hier­bei spielt ganz offen­sicht­lich die mit eine Rol­le. Je genau­er wir daher die Ursa­chen für die Ent­ste­hung von Tumo­ren im Darm ver­ste­hen, umso bes­ser kön­nen wir durch eine bewuss­te und gesun­de einer Erkran­kung vorbeugen.„Darmkrebs ist die dritt­häu­figs­te Krebs­er­kran­kung in Deutsch­land. 36.000 Män­ner und 29.000 Frau­en erkran­ken jedes Jahr neu dar­an.“