FFP-Mas­keTem­ra

Filtering Face Pieces = FFP

Die Nach­fra­ge nach bes­se­rer Schutz­aus­rüs­tung ist in der Coro­na-Kri­se rasant gestie­gen. Bei der Bekämp­fung der Pan­de­mie sind par­ti­kel­fil­trie­ren­de Mas­ken mit guten Qua­li­täts­merk­ma­len nun ein wich­ti­ger Bau­stein. Die soge­nann­te „Fil­te­ring Face Pie­ces“, kurz „FFP“ genannt, sind mitt­ler­wei­le in aller Mun­de. Unter­teilt wer­den die „Gesichts-Fil­ter-Mas­ken“ in die Schutz­klas­sen FFP1, FFP2 und FFP3. Die­se Mas­ken­ty­pen bie­ten auf­grund ihrer jewei­li­gen Eigen­schaf­ten unter­schied­lich hohen Schutz gegen eine Über­tra­gung des SARS-CoV‑2 Virus. Bei der Klas­si­fi­zie­rung gilt: Je höher die Zahl, des­to grö­ßer ist die Wir­kung bezüg­lich Eigen- und Fremdschutz.

Die Bun­des­re­gie­rung setzt in der Coro­na-Schutz­mas­ken-Ver­ord­nung auf die Ver­tei­lung von Mas­ken des Typs FFP2 an beson­ders vul­nerable Per­so­nen­grup­pen und die Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld II. Die­ser Sicher­heits­an­spruch an die Fil­tra­ti­ons­leis­tung der Mas­ken hat sich mitt­ler­wei­le auch in der übri­gen Bevöl­ke­rung durch­ge­setzt. Ent­spre­chend hoch sind die Nachfragen.

Die besonderen Qualitätsanforderung hinsichtlich von Corona-Viren

FFP2-Mas­ken müs­sen kla­re tech­ni­sche Norman­for­de­run­gen ein­hal­ten, die vom Her­stel­ler auch kennt­lich gemacht wer­den müs­sen. Im Vor­der­grund steht dabei die euro­päi­sche Norm EN 149:2001+A1:2009, nach der die Durch­läs­sig­keit des Fil­ter­sys­tems mit Aero­so­len getes­tet wird. Die Fil­tra­ti­ons­leis­tung der FFP2-Mas­ken ist nach die­ser Qua­li­täts­norm klar defi­niert: min­des­tens 94 % der Schad­stof­fe (Par­ti­kel, Staub, Aero­so­le) müs­sen aus der Atem­luft her­aus­ge­fil­tert wer­den. Ist die­se Prüf­norm gemein­sam mit dem CE-Kenn­zei­chen und der vier­stel­li­gen Kenn­num­mer der Benann­ten Stel­le auf der Ober­flä­che der FFP2-Mas­ke auf­ge­druckt, ver­spricht der Her­stel­ler dem Ver­brau­cher die Ver­kehrsfä­hig­keit in Punk­to Strö­mungs­schutz gegen gesund­heits­schäd­li­che Par­ti­kel, die sich in der Atem­luft befin­den (bis zu einer Grö­ße von 0,6 μm). Da das Coro­na-Virus mit rund 0,1 bis 0,14 μm die­se Mikro­me­ter-Gren­ze jedoch unter­schrei­tet, bie­tet die FFP2-Mas­ken-Norm dem Trä­ger kei­nen abso­lu­ten Infektionsschutz.

Die­se Fil­ter­wir­kung kann erst auf einer wei­te­ren Nor­mie­rungs­ebe­ne, der EN 14683, der Über­prü­fung unter­zo­gen wer­den. In der Grund­va­ri­an­te zielt die­se Qua­li­täts­norm aller­dings auf die bak­te­ri­el­le Fil­tra­ti­ons­leis­tung ab, so dass die stan­dar­di­sier­ten Mess­ver­fah­ren auf den durch­schnitt­li­chen Durch­mes­ser der Bak­te­ri­en von etwa 0,6 bis 1,0 µm aus­ge­rich­tet sind. Der aus­sa­ge­kräf­ti­ge Beleg des Schut­zes vor dem Coro­na­vi­rus ist daher erst dann erbracht, wenn in dem Prüf­ver­fah­ren die deut­lich gerin­ge­ren, vira­len Grö­ßen­ver­hält­nis­se berück­sich­tigt wer­den. Erst wenn ein Mas­ken­typ die­se auf­wän­di­ge Pro­ze­dur durch­lau­fen hat, kann die Fil­ter­wirk­sam­keit gegen das Coro­na­vi­rus mit „gut“ bewer­tet werden.

Tragekomfort und Atemdurchlässigkeit

Zu beach­ten ist dabei zusätz­lich, dass die fil­ter­op­ti­mier­ten Mas­ken nicht die Atem­fä­hig­keit beein­träch­ti­gen. Bei der Her­stel­lung soll­ten daher hohe Par­ti­kel-Fil­tra­ti­ons­leis­tun­gen nicht durch zu dich­tes Fil­ter­ma­te­ri­al erwirkt wer­den. Es mag wohl den tech­ni­schen Durch­läs­sig­keits­an­for­de­run­gen genü­gen, wenn die Kon­struk­ti­on der Mas­ke zahl­rei­che Über­la­ge­run­gen von Vlie­sen auf­weist. Regel­haft stellt jedoch jede zusätz­li­che Schicht für den Trä­ger eine zusätz­li­che Atem­bar­rie­re dar, die letzt­lich auch des­sen Akzep­tanz zum Tra­gen der Mas­ke im All­tag beein­träch­tigt. Schmelz­ge­bla­se­ne Kunst­stoff-Mikro­fa­sern (zum Teil „Easy Breat­hing“ genannt), die zu einem Vlies zusam­men­ge­führt wer­den haben sich inso­weit in der Pra­xis als beson­ders gutes Fil­ter­me­di­um mit der her­vor­ra­gen­den Eigen­schaft einer maxi­ma­len Atem­durch­läs­sig­keit erwiesen.

Neben der hohen Fil­tra­ti­ons­leis­tung, die die Abson­de­rung auch der deut­lich klei­ne­ren Viren umfas­sen soll­te, ist bei der Mas­ken­wahl zudem zu beach­ten, dass gleich­zei­tig eine hohe Atem­durch­läs­sig­keit gewähr­leis­tet ist. Nur so besteht die Mög­lich­keit die FFP2-Mas­ke über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg ohne Ein­schrän­kung zu tra­gen. Hier­mit wird nicht nur der aus epi­de­mio­lo­gi­scher Sicht wich­ti­ge Fremd­schutz, son­dern auch der für den Trä­ger ele­men­ta­re Eigen­schutz erzielt.

Fazit

Nur weni­ge Mas­ken auf dem Markt erfül­len die­ses umfang­rei­che Vor­aus­set­zungs­spek­trum. Mit­hin ist es für den Ver­brau­cher von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung, dass fol­gen­de Kenn­zeich­nun­gen Aus­kunft über Güte und Qua­li­tät der Mas­ke erteilen:

  • FFP2 / IIR (Par­ti­kel-/Bak­te­ri­en­fil­tra­ti­on + Spritz­fes­tig­keit gegen­über Körperflüssigkeit)
  • PFE > 98 % (Par­ti­kel­fil­tra­ti­on über 98 Prozent)
  • BFE > 99 % (Bak­te­ri­en­fil­tra­ti­on über 99 Prozent)
  • VFE > 99 % (Viren­fil­tra­ti­on über 99 Prozent)
  • Easy Breat­hing (Hohe Atemdurchlässigkeit)

Lie­gen die­se Para­me­ter vor, dann ist Fremd- und Eigen­schutz unter maxi­ma­lem Tra­ge- und Atem­kom­fort sichergestellt.